
Durch das Thüringer Landesverwaltungsamt wurde am 26. Oktober 1994 das nachfolgend beschriebene Wappen des Kyffhäuserkreises genehmigt: In Blau ein aufgerichteter goldener, rot bewehrter und gezungter Löwe, der sich auf einen Schild stützt, auf einem grünen, oben silbern eingefassten Dreiberg. Der Schild ist geviert; 1 und 4 sind fünfmal von Rot und Silber geteilt, 2 und 3 zeigen in Silber sechs rote Wecken in zwei Reihen. Der Dreiberg ist mit einer silbernen Wellenleiste und einem silbernen Wellenfaden belegt. Der goldene Löwe im blauen Feld, der sogenannte Käfernburger Löwe, ist das Stammwappen des Grafen-, später Fürstenhauses Schwarzburg, zu dessen Territorien der überwiegende Teil des Landkreises gehörte: Sondershausen mit Umland war die Unterherrschaft mit Residenz des Fürstentums Schwarzburg-Sondershausen; Frankenhausen mit Umland – einschließlich des Kyffhäusers – und Immenrode sowie Straußberg bildeten die Unterherrschaft des Fürstentums Schwarzburg-Rudolstadt. Die im Stammwappen vorhandene Krone des Löwen wurde als nicht mehr zeitgemäßes dynastisches Emblem weggelassen. Der gevierte Schild zeigt das Wappen der Grafen von Mansfeld, zu deren Gebiet Artern noch im 18. Jahrhundert gehörte, bis es zunächst an Kursachsen und dann 1815 an Preußen (Provinz Sachsen) kam. Der grüne Dreiberg versinnbildlicht die bergige, waldreiche Landschaft, insbesondere die drei Höhenzüge Hainleite, Windleite und das dem Landkreis den Namen gebende Kyffhäusergebirge. Die silberne Wellenleiste ist Symbol der den ostwärtigen Kreisteil durchströmenden Unstrut, der silberne Wellenfaden Sinnbild der das westliche Kreisgebiet durchfließenden Wipper. Der Kyffhäuserkreis führt eine am 26. Oktober 1994 genehmigte Flagge, die blau-weiß längs gestreift ist und das Kreiswappen trägt.
Aufgrund seiner günstigen Lage war das Gebiet des Kyffhäuserkreises schon vorgeschichtlich besiedelt. Diese ersten Siedlungsspuren und Ortsgründungen sind heute noch nachweisbar bei Bilzingsleben und am Südhang des Kyffhäusergebirges. Funde haben ergeben, dass erste Gründungen bereits bis 300 nach der Zeitenwende erfolgten. Dazu gehören Artern, Bretleben und Wiehe. Orte in diesem Raum, die auf -stedt, -ungen und -leben enden, entstanden bis zum 5. Jahrhundert. Die Besiedlung durch die Franken lässt sich mit der Endung der Ortsnamen auf -hausen und -rode belegen. Die Kultivierung ausgedehnter Sümpfe im Helmetal durch Mönche aus Walkenried in der Zeit von 800–1300 begünstigte weitere Ansiedlungen. Im 12. Jahrhundert entstand auf dem Kyffhäuserburgberg eine mächtige Burganlage, die während der Regierungszeit Friedrich I. Barbarossa zur Reichsburg Kyffhausen ausgebaut wurde. Nach 100-jähriger Blütezeit verfiel die Burg. Handelsstraßen übten auf die Entwicklung einiger Orte eine wesentliche Wirkung aus. So entstanden die Marktflecken Oldisleben und Wiehe. Auch solche historischen Ereignisse wie der Bauernaufstand Anfang des 16. Jahrhunderts hinterließen ihre Spuren; so fand am 15. Mai 1525 die entscheidende Schlacht des Bauernkrieges bei Frankenhausen statt. Die herrschaftlichen Besitzverhältnisse belegen für Artern den Wechsel von den Grafen von Hohenstein zu Mansfeld, 1579 an Kursachsen und 1815 an Preußen. Im Jahr 1952 wurde der Landkreis Artern aus Orten der Kreise Sangerhausen, Sondershausen, Querfurt und des ehemaligen Kreises Eckartsberga (später Kreis Kölleda) gebildet. Das Gebiet um Frankenhausen und Sondershausen war seit 1263 im Besitz der Grafen von Hohenstein, das 1356 auf Grund eines Erbvertrages an die Grafen von Schwarzburg fiel, deren Geschlecht bis 1918 die Residenzstadt Sondershausen regierte. Nach der Abdankung der Fürsten und Gründung des Landes Thüringen wurde der Landkreis Sondershausen gebildet. Der Kyffhäuserkreis ist im Ergebnis der Gebietsreform am 1. Juli 1994 durch Zusammenschluss der bisherigen Landkreise Artern und Sondershausen entstanden.
Der Kyffhäuserkreis hat eine Fläche von 1.035 Quadratkilometern und 85.966 Einwohner (31.12.2006). Der Landkreis gliedert sich in 10 Städte und 42 Gemeinden. Das Kreisgebiet wird von den Flüssen Unstrut, Wipper, Helme und Helbe durchquert. Die Landschaftsgliederung umfasst im Ostteil des Landkreises die von Eichen und Buchen bewaldeten Höhenzüge Kyffhäusergebirge, flankiert nördlich von der Goldenen und südlich von der Diamantenen Aue; im Westteil des Landkreises wird das Wippertal rechtsseitig vom Höhenzug Hainleite und linksseitig vom Höhenzug Windleite begleitet; das Tal der Unstrut bildet hier die südliche Begrenzung des Landkreises. Die geologische Struktur beeindruckt durch viele weiße Felsen am Süd- und Westrand des Kyffhäusers: Gips aus dem bis zu 270 Millionen Jahre alten Zechstein. Erdfälle, Senken und Höhlen wie die Barbarossahöhle, sind durch Auslaugungen entstanden. Wo sich Anhydrit bei der Umwandlung in Gips durch Wasseraufnahme aufgebläht hat, kann man auffällige kleine Kuppen erkennen. Die Absenkung der beiden Auen kam dadurch zustande, dass Wasser die Steinsalze aus tieferen Gesteinsschichten herausgewaschen hatte. Markante Gebiete sind das Naturschutzgebiet „Wipperdurchbruchstal“ im Muschelkalk am Fuße der Nordrandstufe der Hainleite bei Seega, wo die Wipper den Höhenzug in südlicher Richtung durchbricht, sowie die „Thüringer Pforte“, wo sich die Unstrut, die Bundesstraßen und die Eisenbahn den schmalen Durchbruch zwischen Hainleite und Schmücke teilen und wo sich heute zwei Burgruinen – die „Sachsenburgen“ – über dem Tal auf den Kalkfelsen der Hainleite erheben. Höchster Punkt des Landkreises ist mit 535 m über NN das Rondell Keula. Die verkehrsmäßige Anbindung des Landkreises ist mit den Bundesstraßen B 4, B 80, B 84, B 85, B 86 und B 249 gewährleistet. Zwischen der Landesgrenze bei Artern im Norden und der Landesgrenze im Süden verläuft die größtenteils fertiggestellte A 71; die im Bau befindliche A 38 bindet die Ballungsräume Göttingen/Kassel (A 7) und Halle/Leipzig (A 9) an. Die Verkehrsanbindung über die Eisenbahn erfolgt durch die beiden Linien Erfurt – Magdeburg und Erfurt – Nordhausen; Landemöglichkeiten für Sportflugzeuge sind in Bad Frankenhausen/Udersleben vorhanden.
Bekannte Persönlichkeiten, die mit dem Kyffhäuserkreis in Verbindung gebracht werden, sind Thomas Müntzer, der nach der Schlacht bei Frankenhausen im Schloss Heldrungen gefangen gehalten wurde, in Wiehe wurde 1795 der bedeutende Historiker Leopold von Ranke geboren, Friedrich Zöllner komponierte 1840 in der Mühle Weineck, der ehemaligen Klostermühle des Dorfes Oldisleben, sein Lied „Das Wandern ist des Müllers Lust....“, Max Bruch und Max Erdmannsdörfer waren Dirigenten des Loh-Orchesters Sondershausen, Max Reger war Schüler des 1883 in Sondershausen eröffneten „Konservatoriums der Musik“.
Ab dem 15. Jahrhundert blühte das Handwerks- und Innungsleben in den Städten auf. In Artern und Frankenhausen entwickelte sich aus der Salzsiederei das Salinewesen. Verbesserte Wegeverhältnisse und die schiffbare Unstrut trugen zur Entwicklung der Industrie neben der Landwirtschaft bei. Aufgrund der fruchtbaren Böden (Diamantene und Goldene Aue) blieb die Landwirtschaft ein dominierender Wirtschaftszweig. Erwähnenswert ist für dieses Gebiet die älteste Papiermühle bei Seega; hier wurde schon im Jahre 1735 herzogliches Büttenpapier hergestellt. 1818 erkannte Dr. Manniske die Heilkraft der Sole, und erste Kureinrichtungen für Kinder entstanden in Frankenhausen. Die Gebrüder Zierfuß brachten 1831 die Perlmutt-Knopfindustrie nach Frankenhausen. Mit dem Aufschwung des Kurwesens erhielt 1927 die Stadt Frankenhausen die Bezeichnung „Bad“. Die gegenwärtige Wirtschaftsstruktur ist gekennzeichnet von mehreren Gewerbe- und Industrieparks als Standort mittelständischer Unternehmen.
Etwa gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich der Fremdenverkehr: touristische Hauptziele sind das 1896 eingeweihte Kaiser-Wilhelm-Denkmal auf dem Kyffhäuser und in unmittelbarer Nähe die Reste der Reichsburg Kyffhausen aus der Regierungszeit Friedrich I. Barbarossa. Die Sage berichtet, dass sich Kaiser Barbarossa mit seinem Hofstaat in das Unterirdische des Kyffhäusers zurückgezogen hat. Alle hundert Jahre erwacht er aus einem tiefen Schlaf und schaut hinaus. Er stellt die Frage: „Fliegen die Raben noch?“ und sofern die Vögel die Bergspitze noch umkreisen, müsse der Sage nach der Gedanke von nationaler Einheit ein Traum bleiben. Das wohl bekannteste Barbarossa-Gedicht schrieb Friedrich Rückert. Weitere sehenswerte Ziele sind das Schloss Sondershausen, das Naherholungszentrum „Possen“ und das Erlebnisbergwerk bei Sondershausen, das Bauernkriegs-Panorama in Bad Frankenhausen, die Wasserburg Heldrungen, die Barbarossahöhle, als größte touristisch erschlossene Gipshöhle Europas, der Klosterturm Göllingen in der in Deutschland einmaligen maurisch-byzantinischen Bauweise und Europas größte Modellbahnanlage in Wiehe.
Gesundheitliche und soziale Betreuungsangebote im Landkreis umfassen zwei Krankenhäuser, ein Kindersanatorium, ein Rehabilitations-Kurklinik sowie zehn Alten- und Pflegeheime. Neu errichtete Sporthallen, Radwege und die Kyffhäusertherme in Bad Frankenhausen laden zu sportlicher Betätigung und Erholung ein.