
Das Wappen des Landkreises Greiz ist über einem schwarz-gold geteilten und mit einem gebogenen, schrägrechten grünen Rautenkranz belegten Schildfuß von Schwarz und Silber geteilt und zeigt vorn einen aufrechten goldenen, rotbekrönten und -bewehrten Löwen und hinten einen goldenen Kranich. Für dieses Wappen wurden die Wappen der ehemaligen Landkreise Gera und Greiz vor 1945 sowie Zeulenroda von 1922 zugrunde gelegt. Die allen drei Wappen gemeinsamen Symbole – der goldene Löwe in Schwarz bzw. der goldene Kranich in Silber und der sächsische Rautenkranz – sind im Wappen des neuen Landkreises vereinigt. Der goldene Löwe in Schwarz und der goldene Kranich in Silber wurden dem Wappen der Herren Reuß entlehnt. Sie waren die Landesherren des größten Teils des zum heutigen Landkreis Greiz gehörenden Territoriums. Ein kleinerer Teil des heutigen Territoriums des Landkreises Greiz wurde durch die Wettiner regiert. Diese führten seit 1423 u.a. das Wappen des Herzogtums Sachsen in ihrem Wappen. Da es das ranghöchste Wappen war, wurde es bald zum Symbol für die sächsischen Herzogtümer in Thüringen und das Königreich Sachsen. In diesem Landkreiswappen wurde das ursprünglich neunmal von Schwarz und Gold geteilte, mit dem grünen schrägrechten Rautenkranz belegte Wappen auf eine schwarz-goldene Teilung und den schrägrechten Rautenkranz reduziert. Die am 16. Juni 1997 genehmigte Kreisflagge ist grün mit gelben Flanken und trägt das Kreiswappen.
Die Besiedlung des Gebietes, in dem der heutige Landkreis liegt, erfolgte relativ spät. Als Waldland war es in urgeschichtlicher Zeit lediglich Durchzugsgebiet von Menschen auf ihren Wanderschaften. In der heutigen Region Gera-Land ist nur eine größere Höhensiedlung auf dem Eselsberg zwischen Berga und Wünschendorf bekannt, die aus der Bronze- und früheren Eisenzeit (15. – 13. Jh. v.u.Z.) stammt. Im 9. und 10. Jahrhundert unserer Zeitrechnung erfolgte die Ansiedlung der slawischen Sorben. Ortsnamen mit der Endung „itz“ weisen auf slawischen Ursprung hin. Im 12. Jahrhundert war das Vogtland Ziel deutscher Ostexpansion. Ortsgründungen zu dieser zeit deuten in ihren Namen mit „-grün, -dorf und -reuth“ auf germanischen Ursprung hin. Das Staufergeschlecht setzte zur Sicherung seiner Königsgewalt im 12. Jahrhundert in den hiesigen Reichswaldgebieten Vögte ein. Das war der Ausgangspunkt für die Namensgebung einer ganzen Region: „Vogtland“; ein Beispiel dafür: die Herren von Weida. Sie nannten sich ab 1209 Vögte von Weida und ab 1244 Vögte von Weida, Gera und Plauen. Das Vogtland reichte weit über die Grenzen des heute so genannten Gebietes hinaus. Auf lange Dauer sicherten sich von den Vogtsfamilien nur das Fürstenhaus Reuß Macht und Einfluss. Die jüngere Linie hatte ihren Stammsitz in Gera und Schleiz; die ältere Linie residierte in Greiz; Zeulenroda gehörte zu letzterer. Beide Fürstentümer vereinigten sich 1919 zum Volksstaat Reuß, der neben anderen Herzog- und Fürstentümern am 1. Mai 1920 in das neugegründete Land Thüringen als Landkreise Gera und Greiz einging. Im April 1945 – in den letzten Wochen des zweiten Weltkrieges – erreichten amerikanische Truppen die Ostthüringer Region. Aufgrund der Vereinbarungen der Alliierten räumten sie das Land Thüringen am 3. Juli 1945, das damit der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands zugeordnet wurde. Mit der Gebietsneugliederung 1952 entstanden die Landkreise Gera-Land, Zeulenroda und Greiz. Als Bundesland ist Thüringen am 7. November 1990 neu entstanden; mit der Gebietsreform am 1. Juli 1994 wurden die ehemaligen Landkreise Gera-Land, Zeulenroda und Greiz zum jetzigen Landkreis Greiz zusammengeschlossen.
Im Ostthüringer Raum zwischen den Flüssen Weida und Weiße Elster liegt der Landkreis Greiz; seine Fläche beträgt 843 Quadratkilometer mit einer Einwohnerzahl von ca. 115.025 Menschen (30. September 2006). Der Landkreis umrahmt gleichermaßen im Osten, Süden und Westen die kreisfreie Stadt Gera – die Ostthüringer Metropole. Reizvoll ist die Landschaft: eine leicht gewellte, nach Norden allmählich abfallende Hochfläche, im Süden begrenzt durch die Ausläufer des Thüringer Schiefergebirges und des Erzgebirges, im Norden in die Saale-Elster Sandsteinplatte übergehend. Das Tal der Weißen Elster durchzieht den Kreis von Süd nach Nord mit großen Waldgebieten und Landwirtschaftsflächen. Im westlichen Teil des Kreises bestimmen die drei Weida-Talsperren das Landschaftsbild, deren größte als das „Zeulenrodaer Meer“ bekannt ist. Bedeutende Diabasbrüche, Tonmulden und Ablagerungen von sandigem Lehm sind geologisch charakteristisch. Die Verwaltungsgliederung des Landkreises umfasst 9 Städte und 53 Gemeinden (Stand: 31.12. 2006).
Das Gebiet des Landkreises Greiz liegt in einer verkehrsmäßig gut erschlossenen Region. Die Bundesautobahnen A 4, A 9 sowie A 72 tangieren das Gebiet und die Bundesstraßen B 2, B 7, B 92, B 94 und B 175 durchqueren das Kreisgebiet. Das Eisenbahnnetz hat folgende Verbindungen, die das Kreisgebiet durchqueren: Hof – Gera, Saalfeld – Gera – Leipzig, Erfurt – Gera – Chemnitz und Gera – Greiz – Plauen – Weischlitz. Auf dem Luftweg ist das Kreisgebiet über den Verkehrslandeplatz Gera erreichbar. Bekanntheit erlangte die Stadt Bad Köstritz durch ihren bekanntesten Sohn, Heinrich Schütz, geboren am 8. Oktober 1585, der als bedeutendster deutscher Komponist vor Johann Sebastian Bach gilt.
Einst eines der wichtigsten Zentren der Textilindustrie in Deutschland, hat der Landkreis Greiz in den letzten Jahrzehnten einen erheblichen Strukturwandel gemeistert. Schmerzliche Einschnitte boten aber zugleich auch Chancen für einen wirtschaftlichen Neuanfang. Neben traditionsreichen Wirtschaftszweigen wie dem Maschinen- und Anlagenbau, der chemischen Industrie, der Textilindustrie, der Ernährungswirtschaft, der Holzverarbeitung und der Elektrotechnik haben sich in den Schlüsselbranchen Medizintechnik und Gesundheitsschutz, Umwelttechnik und Fahrzeugzulieferindustrie in der Region neue Schwerpunkte herausgebildet. Hochspezialisierte Anbieter aus den Bereichen Mess-, Steuer- und Regeltechnik, Objektausstattung und Bauelemente, Sondermaschinenbau und Kunststoffverarbeitung kommen hinzu. Partnerschaften und Netzwerke sichern Innovation, Flexibilität und wirtschaftlichen Erfolg. Das hohe Innovationspotenzial macht Unternehmen aus dem Landkreis Greiz heute zu Partnern der Großindustrie. Namhafte Unternehmen sind u.a. die Barat Ceramics GmbH in Auma, die Bauerfeind AG in Zeulenroda, die Breckle Matratzenwerk Weida GmbH, die Chemiewerk Bad Köstritz GmbH, die Köstritzer Schwarzbierbrauerei GmbH & Co. KG, die Mefro Räderwerk Ronneburg GmbH, die neuform - Türenwerk Hans Glock GmbH & Co. KG, die Thioplast Chemicals GmbH & Co. KG Greiz, die Wertbau GmbH & Co. KG Langenwetzendorf. Aber auch Deutschlands bestes Tagungshotel, das Bio-Seehotel Zeulenroda befindet sich im Landkreis Greiz. Fremdenverkehr und Tourismus profitieren von den vielen geschichtlichen und kulturellen Traditionen des Landkreises; das sind – um nur einige zu nennen – das Greizer Sommerpalais mit einer bedeutenden Bücher- und Kupferstichsammlung und dem SATIRICUM sowie die Stadt Bad Köstritz – die Stadt der drei „B“: Bad, Bier, Blumen mit dem Heinrich-Schütz-Haus als Forschungs- und Gedenkstätte. Sehenswert sind die vielen historischen Anlagen und Bauten, wie die Osterburg in Weida, das Obere und Untere Schloss in Greiz, die Burgruine Reichenfels in Hohenleuben, das Kloster Mildenfurth in Wünschendorf, der über 300jährige Greizer Park oder die einzige in Deutschland original erhaltene überdachte Holzbrücke in Wünschendorf, das klassizistische Rathaus in Zeulenroda, die einzige im weiten Umkreis erhalten gebliebene sächsische Postmeilensäule in Auma und der als kleiner Stadtpark gestaltete Marktplatz von Berga.
Im Bereich Sport und Freizeit stehen zahlreiche Angebote zur Verfügung, so z.B. das Erlebnisbad „Badewelt WAIKIKI“ mit Sportbad, 1 Hallenbad, 6 Freibäder, 3 Naturbäder, 57 Sport- und Turnhallen, 107 Sportanlagen, 26 Reitplätze bzw. -hallen, sechs Beachvolleyball anlagen, fünf Tennisanlagen, 30 Kegelbahnanlagen, eine überdachte Eislaufbahn, eine Cart-Strecke, 14 Schützen- bzw. Schießanlagen und vieles mehr. Auch kulturell und künstlerisch Interessierten stehen im Landkreis viele Einrichtungen offen, so u.a. ein Theater für Gastspiele, 14 Bibliotheken, acht Museen und Ausstellungen, fünf Heimat- und Bauernstuben, neun Galerien, zwei Kinos.