
Die Stadt Eisenach führt folgendes Wappen: In Blau die Gestalt des St. Georg in silberner Kettenrüstung und silbernem Mantel, die Rechte gestützt auf einen gefähnelten Speer mit silberner Spitze und silbernem Fahnenblatt, belegt mit einem roten Balkenkreuz, die Linke einen goldenen Palmenzweig haltend, gestützt auf einen silbernen dreieckigen Schild, belegt mit einem roten Tatzenkreuz; die Schildfigur ist rechts begleitet von einem schwebenden silbernen Tatzenkreuzchen; Nimbus, Mantelspange und Sporen golden, Gürtel rot. In dieser Form und Farbgebung wurde das Wappen auf der Grundlage des ersten bekannten Stadtsiegels vom Ende des 13. Jahrhunderts 1913 durch Professor Hildebrandt neu geschaffen. Vorher gab es noch kein Stadtwappen. Im Eisenacher Wappen erscheint der heilige Georg nicht wie üblich als Drachentöter, sondern als Sieger. Obwohl die Thüringer Landgrafen in der Nähe des Dorfes ISENACHE, von dem die Stadt den Namen bekam, Eisenach begründeten, ist das Wappen nicht Zeichen der feudalherrlichen Macht, sondern allgemeinreligiöses Symbol, das als solches auch alle späteren Stadtherren respektiert haben. Bei der mittelalterlichen Integration von bürgerlichen Freiheiten und Religion kann man es in seiner Entstehungszeit (in seiner Form als Siegel) auch durchaus als eigenständiges Symbol des um 1250 außer in Rechtsangelegenheiten selbstständigen Rates betrachten. Die Flagge der Stadt Eisenach besteht aus den Farben Blau/Weiß/Blau mit einem roten Kreuz im weißen Teil über die gesamte Länge der Flagge.
Eisenach wurde vermutlich (eine Gründungsurkunde für den Ort existiert nicht) mit dem Bau der Wartburg planmäßig von den Thüringer Landgrafen, den Ludowingern, angelegt, denn 1180 - 1189 wird der Ort als Isinacha urkundlich als civitas erwähnt. In der zweiten Hälfte des 12. Jh. forcierten die Landgrafen den Ausbau der Stadt und betätigten sich als Klostergründer; Hermann I. verlieh der Klosterkirche St. Nikolai durch die Gründung einer Priesterbruderschaft einen besonderen Status. Mitte des 12. Jh. verschmolzen die drei Marktsiedlungen (am heutigen Karlsplatz, dem Frauenplan und dem Marktplatz) durch Zuzug von Handwerkern zur Stadt Eisenach und um 1200 wurde die Stadtmauer errichtet. Anfang des 13. Jh. erlebte Eisenach eine erste Blütezeit als Fernhandelsstadt. Mit dem Übergang der Landgrafschaft Thüringen an die Wettiner 1247 und dem Ausbau des kursächsischen Territoriums geriet Eisenach an den Rand der politischen Entwicklungen und verlor viel von seiner einstigen Stellung. 1485 kam Eisenach zum ernestinischen Teil Kursachsens und blieb bei den mehrfachen Landesteilungen der frühen Neuzeit meistens beim weimarischen Teil; 1672 – 1741 bestand ein besonderes Fürstentum Sachsen-Eisenach. 1741 entstand durch die Vereinigung Sachsen-Eisenachs mit Sachsen-Weimar der für die Geschichte Thüringens bedeutsame Staat Sachsen-Weimar-Eisenach, der 1815 zum Großherzogtum erhoben wurde. Ein im Jahre 1817 durchgeführtes Wartburgfest der deutschen Burschenschaften entwickelte sich zu einer Demonstration gegen die Restaurationspolitik des Deutschen Bundes. Gefördert durch den Bahnanschluss 1847 und weitere Straßenbauten begann die industrielle Entwicklung Eisenachs. 1853 – 1890 ließ Großherzog Carl Alexander, auf Initiative Goethes, die Wartburg wiederherstellen – sie ist in ihrer Gesamtheit das Idealbild einer mittelalterlichen Burg. 1869 fand in Eisenach der Gründungsparteitag der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) statt, aus der die SPD hervorgegangen ist. Die Gründung der Ehrhardtschen Fahrzeugfabrik 1896 brachte einen völlig neuen Zweig – die Automobilindustrie – in die Stadt. Nach der Gründung des Landes Thüringen wurde Eisenach zum 1. April 1919 kreisfrei, verlor aber die Kreisfreiheit zum 1. Juli 1950 und wurde Kreisstadt des neugebildeten Kreises Eisenach. Im Ergebnis der Gebietsreform 1994 wurde Eisenach ab 1. Januar 1998 wieder kreisfreie Stadt.
Die Stadt Eisenach liegt am Nordwestrand des Thüringer Waldes im Tal der Hörsel, im Norden von den Hörselbergen begrenzt. Die Gesamtfläche beträgt 104 Quadratkilometer und umfasst neben dem bisherigen Stadtgebiet die ehemaligen Gemeinden Stedtfeld, Neuenhof-Hörschel, Wartha-Göringen, Stregda, Neukirchen, Madelungen, Berteroda, Hötzelsroda und Stockhausen. Die Stadt (Georgenkirche) liegt 223 m über NN, höchster Punkt ist die „Hohe Sonne“ mit 434 m über NN. Die Zahl der Einwohner beträgt 43.626 (31.12.2006). Die Stadt ist verkehrsmäßig an die Autobahn A 4 an die Bundesstraßen B 7, B 19, B 84 und B 88 sowie an die Eisenbahnmagistrale Frankfurt – Erfurt – Berlin mit ICE-Haltepunkt angeschlossen. Im Stadtteil Hörschel beginnt der Rennsteig, der bis zur Hohen Sonne an der Stadtgrenze entlangführt. In Eisenach befindet sich der Sitz des Landesbischofs der evangelischen Kirche Thüringens.
Eisenach und die Wartburg sind mit einer Vielzahl bekannter Persönlichkeiten verbunden: Nach der Sage soll Ludwig der Springer, Ahnherr der Thüringer Landgrafen, die Wartburg 1067 errichtet haben. Unter Landgraf Hermann I. weilten hier berühmte Minnesänger als Gäste, u.a. Walther von der Vogelweide, Wolfram von Eschenbach und Heinrich von Veldeke; 1206/07 fand der legendäre Sängerkrieg statt. 1211 kam die ungarische Königstochter Elisabeth auf die Wartburg, heiratete den Landgrafen Ludwig IV. und wurde bereits 1235 heilig gesprochen. Von Mai 1521 bis März 1522 weilte hier unter kurfürstlichem Schutz, als Junker Jörg, der Reformator Martin Luther. Er übersetzte hier das Neue Testament in eine volkstümliche deutsche Sprache. In Eisenach erinnert das Lutherhaus an Martin Luther, der 1498 – 1501 die Eisenacher Schule besuchte und Gast der Patrizierfamilie Cotta war. Am 21. März 1685 wird Johann Sebastian Bach in Eisenach geboren; das Bachhaus wird als sein Geburtshaus angesehen. Am 23.01.1840 wurde Ernst Abbe, der den Weltruhm der Zeiss-Werke begründete, in Eisenach geboren. Das heutige Reuter-Wagner-Museum war von 1863 – 74 Wohn- und Sterbehaus des niederdeutschen Dichters Fritz Reuter.
Größte wirtschaftliche Bedeutung für die Stadt Eisenach hat der traditionelle Automobilbau; die Adam Opel AG baute in Eisenach das modernste Automobilwerk Europas. Zulieferbetrieb für die Automobilfertigung ist die neu gegründete Robert Bosch Fahrzeugelektrik Eisenach GmbH. Weitere renommierte Industrieunternehmen sind die Lear Seating GmbH und die BMW Fahrzeugtechnik GmbH. Touristisches Hauptziel Eisenachs ist die Wartburg; daneben sind die städtischen Museen sowie Lutherhaus, Bachhaus und Reuter-Wagner-Museum neben weiteren Bau- und Kulturdenkmalen beliebte Ziele vieler Tausend Touristen aus dem In- und Ausland. Die Hotels und Pensionen verfügen heute über eine Kapazität von ca. 2.000 Betten.
Die soziale und gesundheitliche Betreuung ist in einem Krankenhaus, 18 Kindertagesstätten und mehreren Senioren- und Pflegeheimen gewährleistet. Eisenach besitzt das Sport- und Freizeitzentrum „An der Katzenaue“ mit der Werner-Aßmann-Halle, Frei- und Hallenbad „aquaplex“, Schießsportanlage und Kegelsportanlage, zwei weitere Sporthallen, die Tennisanlage „Johannistal“ und das Kinder- und Jugendzentrum „Alte Posthalterei“. Das Kulturangebot umfasst neben mehreren Museen auch das Landestheater Eisenach und die Kulturfabrik „Alte Mälzerei“. Die Tradition des seit dem Mittelalter in Eisenach gepflegten Sommergewinnsfestes wird alljährlich am Sonnabend vor Lätare begangen: Frau Sunna besiegt im Streitgespräch den Winter...“Es ist geschafft! Der Winter liegt darnieder! Freut euch, Ihr Menschen, Frühling wird’s nun bald!“...