Freistaat Thüringen Freistaat Thüringen - Thüringer Polizei

Inhalt

Verkehrssicherheitsziele

Plan für eine höhere Verkehrssicherheit im Bereich der PD Gotha

Alle Prognosen zur Verkehrsentwicklung gehen von einem weiteren stark ansteigenden Verkehrsaufkommen im Personen-, aber noch stärker im Güterverkehr aus. Diese Mobilitätsentwicklung darf jedoch für die Verkehrsteilnehmer nicht zu mehr Risiko für ihre körperliche Unversehrtheit führen. Daher gilt es, vorhandene Gefährdungspotenziale zu identifizieren und gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit im Straßenverkehr zu entwickeln und umzusetzen.

Diese anspruchsvolle gesellschaftliche und polizeiliche Zielstellung ist nur als Gemeinschaftsaufgabe lösbar. Erfolgreiche Verkehrssicherheitsarbeit verlangt einen breiten Lösungsansatz, der alle Regelgrößen im Regelkreis der Mobilität, nämlich „Fahrer-Fahrzeug-Verkehrsraum“ einbezieht. Dabei leiten sich die Schwerpunkte der Maßnahmen aus den Unfallanalysen ab.

Das Verkehrssicherheitsprogramm „Mobiliät und Verkehrssicherheit - Thüringer Verkehrssicherheitsprogramm 2010“ dient der Orientierung und ist zugleich Richtschnur.
Darüber hinaus sind die Bedürfnisse der Bürger bis 2020 bekannt. Der Straßenverkehr muss noch sicherer werden - jedes Unfallopfer ist eines zuviel. Die Anzahl von Unfällen, Verunglückten und Verkehrstoten muss sich weiter rückläufig entwickeln. Dabei ist eine Grundvoraussetzung die Beachtung der Verkehrsvorschriften. Sie dienen der Unfallverhütung sowie dem möglichst konfliktfreien Miteinander im Straßenverkehr und müssen daher unbedingt beachtet werden.

In unserer Gesellschaft, in der sowohl im Berufsleben als auch in der Freizeit die Mobilität einen nie da gewesenen Stellenwert erreicht hat, zeigt sich allerdings ein mitunter anderes Bild. Danach hat sich das allgemeine Verkehrsklima in den letzten Jahren deutlich verschlechtert. Alkohol, Drogen aber auch Stress und Aggressivität schlagen sich zunehmend in Verhaltensweisen wie Rasen und Drängeln und in der allgemeinen Rücksichtslosigkeit nieder. Dabei hat in vielen Lebensbereichen das Tempo ein immer größeres Gewicht. Das wachsende Verkehrsaufkommen, der Faktor „Zeit“ und Innovationen in der passiven Verkehrssicherheitstechnik begünstigen damit die Entstehung von Verkehrsunfällen.

Im Jahr 2007 starben 45 Verkehrsteilnehmer bei 45 Verkehrsunfällen im Bereich der PD Gotha. Dies sind zwar 9 getötete Verkehrsteilnehmer weniger als im Jahr 2006, dennoch mehr als in den Jahren 2005 mit nur 36 und 2004 mit 42 getöteten Verkehrsteilnehmern. Im Freistaat Thüringen hat damit die Polizeidirektion Gotha in ihrem Zuständigkeitsbereich die meisten Unfalltoten zu beklagen.
Angesichts der vielen Toten und Verletzten und des hohen wirtschaftlichen Schadens muss es uns mehr als bisher gelingen, dass die Verkehrssicherheitsarbeit den ihr gebührenden gesellschaftlichen und politischen Stellenwert erhält. Das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit gilt auch für den Straßenverkehr. Wer sich verantwortungsbewusst verhält, bedarf eines besonderen Schutzes vor denen, die im Straßenverkehr rücksichtslos und unverantwortlich auftreten.
Der Polizei kommt hierbei eine herausragende Stellung zu, da sie die gesetzliche Aufgabe hat, Gefahren abzuwehren und Straftaten und Ordnungswidrigkeiten zu erforschen und zu verfolgen. Daher ist die polizeiliche Verkehrsüberwachung und die Beachtung von Verkehrsregeln unverzichtbar und wichtiger denn je.

Die Verkehrsüberwachung in der PD Gotha findet dort statt, wo die Verkehrsgefahren für die Allgemeinheit oder für bestimmte Zielgruppen am größten sind und wo besonders hohe Schäden drohen. Wir befassen uns somit in erster Linie mit Unfallhäufigkeitsstrecken.
Gebote und Verbote im Straßenverkehr wurden mit dem Ziel erlassen, das Verhalten der Verkehrsteilnehmer zu steuern, d.h. sie stellen Verhaltensanforderungen im Sinne von Normen dar. Von ihrer Befolgung kann jedoch nicht automatisch ausgegangen werden, da sie von den Betroffenen häufig als Einschränkungen ihrer Verhaltensspielräume erlebt werden. Entsprechend werden Gebote und Verbote auf dem Wege der Sanktionierung durchgesetzt, d.h. im Falle ihrer Nichtbefolgung werden negative Konsequenzen in Aussicht gestellt.

Somit besteht eine wesentliche Aufgabe polizeilicher Verkehrsüberwachung in der Aufdeckung und Sanktionierung von Regelübertretungen. Dieser Aufgabe wollen wir uns zielgerichteter in der Verkehrsüberwachung stellen. Denn es kann hinreichend belegt werden, dass die Erhöhungen der Überwachungstätigkeit und die objektive Entdeckungswahrscheinlichkeit nachhaltige Veränderungen im Verhalten der Verkehrsteilnehmer und damit im Unfallgeschehen bewirken.

In einem Ziel und Kennzahlensystem der PD Gotha wurden nachfolgende Ziele festgelegt:

Ziele im Bereich Verkehrsunfallbekämpfung

1. Senkung der Verkehrsunfälle mit Personenschäden und schweren Sachschäden durch repressive Überwachung

- Beibehaltung Niveau der Feststellungen von Geschwindigkeitsüberschreitungen
- Steigerung Feststellungen Rotlichtkontrollen
- Durchführung von BAB-Komplexkontrollen
- Steigerung der Wirksamkeiten in der allgemeinen Verkehrsüberwachung
- zielgerichtete VÜ an unfallbelasteten Strecken
- qualifizierte VÜ im gewerblichen Personen- und Güterkraftverkehr - VPI

2. Senkung der Verkehrsunfälle mit Personenschäden und schweren Sachschäden durch Prävention, ab 2. Jahreshälfte 2008

- Standardisierung der Maßnahmen der Verkehrserziehung
- Gestaltung einer Konzeption der PD Gotha

Eine erste Bilanzierung nach Ablauf des 1. Quartals 2008 hatte zum Ergebnis, dass die PD Gotha ihre Maßnahmen im Bereich der Verkehrsüberwachung erheblich gesteigert hat, und dass parallel ein Rückgang bei den Verkehrsunfällen mit schweren Unfallfolgen im Bereich der PD Gotha zu verzeichnen ist.