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Sicherheitschecks Grundschulen

Mehr Sicherheit für Kindern im Straßenverkehr -
Sicherheitschecks vor Erfurter Grundschulen 
 
Kinder sind im Straßenverkehr besonders gefährdet. Die Gründe dafür sind vor allem die noch gering ausgeprägten körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit.
  • Kinder können allein durch ihre Größe viele Gefahren (heranfahrender PKW) nicht rechtzeitig erkennen. An gleicher Stelle haben Erwachsene oft den “Überblick”. Auch die Perspektive ist, daraus resultierend, eine andere. Fahrzeuge wirken eventuell wesentlich bedrohlicher und somit Angst einflößender als die Erwachsene dies wahrnehmen, was wiederum, völlig überraschend für sie sind, in einer Verkehrssituation zu Fehlreaktionen am Fahrbahnrand führen kann.
  • Etwa 35 % weniger Sichtfeld wird Kindern im genannten Altersbereich zugeschrieben, was erklärt, warum sie von der Seite herannahende Fahrzeuge später wahrnehmen. Auch die Nah- Fernbereichsumstellung verläuft langsamer. Endlich Gesehenes benötigt mehr Zeit um im geringen Erfahrungsschatz -eventuell falsch- eingeordnet zu werden.
  • Erst mit dem 8. Lebensjahr ist das Hörvermögen voll ausgebildet. Aber selbst dann ist es Kindern oft nur schwer möglich die Richtung zu bestimmen, aus der ein Geräusch kommt. Es ist etwa vergleichbar dem Problem das wir Autofahrer manchmal haben, wenn wir im Straßenverkehr das Sondersignal eines Notarztfahrzeuges hören und -teilweise erfolglos- versuchen zu ermitteln aus welcher Richtung es kommt. Geschwindigkeiten und Entfernungen zu schätzen bereitet selbst den erfahrenen Verkehrsteilnehmern große Probleme.
  • Geschwindigkeiten und Entfernungen zu schätzen bereitet selbst erfahrenen Verkehrsteilnehmern große Probleme. Das menschliche Gehirn kann normalerweise nicht von einer Größenveränderung auf die gefahrene Geschwindigkeit schließen. Dies bedarf der Erfahrung und einer hohen Rechenleistung des Gehirns. Was auch erklärt, warum dieses Vermögen bei älteren Menschen wieder nachlässt bzw. bei kleinen Kindern noch nicht ausreichend vorhanden ist.
  • Kinder müssen sich bewegen. Dieser Drang entsteht durch die einmal mehr, einmal weniger erforderliche Anpassung an die Veränderung der kindlichen Proportionen. Besonders deutlich lässt sich dieser Drang jedoch beobachten als Spannungsabbau nach längeren Phasen der Bewegungsarmut in Wohn- oder Spielräumen sowie nach dem Schulschluss. Die Konzentration auf mehrere Objekte gleichzeitig zu richten und die sich daraus ergebenden Informationen verwerten zu können, ist eine Grundvoraussetzung für eine sichere Teilnahme am Verkehrsgeschehen. Eine solche Aufmerksamkeitsleistung ist jedoch erst ab etwa neun Jahren möglich.
  • Die Konzentration auf mehrere Objekte gleichzeitig zu richten und die sich daraus ergebenden Informationen verwerten zu können, ist eine Grundvoraussetzung für eine sichere Teilnahme am Verkehrsgeschehen. Eine solche Aufmerksamkeitsleistung ist jedoch erst ab etwa 9 Jahren möglich.
Vor diesem Hintergrund gehen die Verkehrssicherheitsberater der Verkehrspolizeiinspektion Erfurt zusammen mit der Stadt Erfurt neue Wege in der Verkehrssicherheitsarbeit. 2008 wurde mit einem Sicherheitscheck aller Querungsstellen vor den Erfurter Grundschulen begonnen, um so begünstigende Faktoren für Kinderunfälle im Straßenverkehr methodisch zu beseitigen. Das Projekt wird mit Kindern bzw. Jugendlichen durchgeführt, gleichzeitig werden die sicherheitsrelevanten Bedürfnisse der Kinder im Straßenverkehr berücksichtigt. Die Verkehrssicherheitsberater katalogisieren systematisch mit Fotos alle Querungsstellen mit bzw. ohne Fußgängerüberweg. Die Querungsstellen werden dazu erfasst und auf ihre grundsätzliche Sicherheit hin untersucht. Dabei können z. B. Sichthindernisse, wie Bepflanzungen und nahe Parkstände, zutage kommen. Diese Sichthindernisse könnten dann durch die Stadt mit einfachen Maßnahmen wie z. B. Entfernen von Bewuchs, Einziehen von Parkständen behoben werden.
 
 
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Beispiel Sicherheitsscheck:
„Überquerung der Mainzer Straße in Erfurt in Richtung Otto-Lilienthal-Grundschule“ 
 
 
Die Straßenbahn im Erfurter Stadtteil Rieth fährt seit dem Herbst 2007 durch die Mainzer Straße. Bei der Fußgängerausbildung in der Otto-Lilienthal-Grundschule (Mittelhäuser Straße), stellten die Verkehrssicherheitsberater fest, dass an der Querung Mainzer Straße in Richtung Schule (Kasseler Straße) ein Zebrastreifen installiert werden muss. Der Fußgängerüberweg stellt eine Form der gesicherten Straßenüberquerung dar. Das richtige Verhalten am Fußgängerüberweg erhöht die Sicherheit der „schwächeren“ Teilnehmer am Straßenverkehr. In der Mainzer Straße ist die Voraussetzung für das Anlegen eines Zebrastreifens gegeben:
  • Die Mainzer Straße befindet sich die Straße innerhalb einer geschlossenen Ortschaft.
  • es ist hier nur eine Fahrbahn je Fahrtrichtung,
  • es sind Fahrstreifen mit einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern,
  • auf beiden Seiten des Überweges ist ein weiterführender Fußweg, vor allem zur Grundschule,
  • die Straßenbahn hat dort in ihrem eigenen Gleiskörper, also könnte dort ein Fußgängerüberweg angelegt werden.
Wichtig ist, dass alle Verkehrsteilnehmer - vor allem die 200 Grundschulkinder - den Fußgängerüberweg rechtzeitig wahrnehmen können und dass die Fahrzeugführer im fließenden Verkehr dies auch rechtzeitig erkennen. Die nachfolgenden Bilder sollen verdeutlichen, wie wichtig es ist hier an dieser Stelle einen Fußgängerüberweg zu schaffen.

der Schulweg der Kinder der Schulweg der Kinder der Schulweg der Kinder der Schulweg der Kinder