Inhalt
Presse
Gemeinsame Pressemitteilungen der Veranstalter
Pressemitteilung 2 vom 10. Juni 2009
Vom Feind hinter dem Freund und "zwitschender" Demokratie
14. Thüringer Mediensymposium erörterte Vereinbarkeit und Widerspruch sozialer Netzwerke mit der Privatsphäre und demokratischen Willensbildung
Stärker als je zuvor ist das Kommunikationsverhalten geprägt von den Möglichkeiten, die das Internet bereit hält. Was einst in Tagebüchern fest- und geheim gehalten wurde, wird heute einem Millionenpublikum in Blogs präsentiert. Der Tagesablauf des Nachbarn, der noch vor einem Jahr vollkommen unbekannt war, „twittert“ dieser selbst ins WorldWideWeb und bei Bedarf auch aufs Handy. Kurzum: Was einst mit E-Mail und SMS anfing, ist heute ein weltumspannendes Kommunikationsnetzwerk, das in seinen vielen unterschiedlichen Facetten unendlich scheint.
„Web 2.0-Anwendungen machen das Internet zu einem Medium, das von jedem aktiv mitgestaltet werden kann. Es erlangt dadurch den Status eines Bürgermediums. Die Öffentlichkeit jedoch, die das Internet dadurch herstellt, kann nicht kalkuliert und schon gar nicht begrenzt werden. Einen privaten Raum gibt es nur scheinbar. Gerade in Hinblick auf das stetig steigende Nutzungsinteresse von Kindern und Jugendlichen haben Medienverantwortliche einen ganz klaren Auftrag: Rechte und Pflichten, Erwartungen und Risiken zu benennen, um Bewusstsein zu schaffen und zu sensibilisieren“, erklärte Jochen Fasco, Direktor der Thüringer Landesmedienanstalt am Rande des Forums „Der Verlust des Privaten: Das Netz vergisst nie“.
Unter diesem Titel diskutierten Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, die Salzburger Wissenschaftlerin Mag. Dr. Christine Wijnen und der Medienphilosoph Prof. Dr. Mike Sandbothe mit Phillippe Gröschel von SchülerVz und der Userin Fidelity Kastrow. Im Mittelpunkt des Forums, das von Jörg Thadeusz vom rbb moderiert wurde, standen durchaus kontrovers diskutierte Fragen zum Daten- und Persönlichkeitsschutz sowie zu Normen und Verhaltenskodizes in virtuellen Netzwerken.
Philippe Gröschel betonte zu Beginn des Forums, dass die Vorgänge innerhalb sozialer Netzwerke für Außenstehende, für Internetnutzer, die dort nicht registriert sind, nicht einsehbar sind: „Nahezu alle deutschen sozialen Netzwerke sind nicht von Suchmaschinen auslesbar, die Nutzer befinden sich also in den Communities in einem geschlossenen Raum.“ Dennoch zeige sich, da waren sich alle Forenteilnehmer einig, innerhalb dieser in sich abgegrenzten Netzwerke, dass die jungen Nutzer noch sehr unbedarft, stellenweise auch naiv mit privaten Daten umgehen. Jugendlichen fehle das Bewusstsein für die Reichweite ihrer Kommunikation und damit auch für die Öffentlichkeit des social web, gab Mag. Dr. Christine Wijnen zu bedenken. Regulierende Gesetze allein seien dabei nicht hilfreich, vielmehr müsse die Medienkompetenz der Nutzer ausgeweitet werden.
Interaktion im Internet beschränkt sich jedoch nicht allein auf soziale Plattformen. Auch Informationen und Meinungen können von Nutzern selbst generiert werden. Wikipedia und Youtube sind die prominentesten Beispiele dafür, wie die moderne Informationsgesellschaft Medien aktiv mitgestaltet. Das hat auch Auswirkungen auf die politische Meinungs- und Willensbildung.
Unter dem Titel „Gelebte Demokratie – Wie verändern Online-Netzwerke die Kommunikation?“ wurde daher im zweiten Forum zur Diskussion gestellt, wie sich Web 2.0 auf den Journalismus auswirkt, wie Qualität und Ethik in der Berichterstattung gesichert werden können und welche Rolle zum Beispiel im Wahljahr die Politik dem Internet beimisst.
Im Vorfeld des Podiums, das Tina Mendelssohn vom 3sat-Magazin „Kulturzeit“ moderierte, sagte Minister Gerold Wucherpfennig: „Die politische Kommunikation hat eine neue Dimension erlangt: Durch Online-Netzwerke wird der Wähler informiert und im besten Fall mobilisiert. In Communities unterschiedlichster Art ist man – egal ob in Deutschland oder den USA – zu jeder Zeit präsent. Es scheint, als wäre Kommunikation noch nie so einfach wie heute gewesen. Ob dadurch wirklich mehr Bürger zur Stimmabgabe bewegt werden, ist allerdings fraglich. Denn Politik lebt doch vor allem auch durch Kommunikation von Angesicht zu Angesicht, durch Präsenz vor Ort.“
Juliette Guttmann von der WAZ-Mediengruppe stellte während der Diskussion heraus, dass viele der bürgerlichen Parteien bislang nur bedingt im Netz und speziell im web 2.0 angekommen seien. Dem pflichtete auch Stefan Gehrke von politik-digital.de bei: Das Auftreten der politischen Akteure in Deutschland im Internet gleiche jenem auf den Marktplätzen. Im engen Zusammenhang mit der Etablierung des Web 2.0 steht auch die Entwicklung des Journalismus. Diesem bescheinigten die Teilnehmer des Forums eine gesicherte Zukunft – unabhängig von seinem Trägermedium. Auch die journalistische Qualität steht nach Meinung der Experten nicht zur Debatte. Denn sowohl die klassischen Medien als auch die Bloggerszene im Internet verfügten über ihre jeweils eigenen Qualitätsstandards.
Mehr als 200 Aktive der Medienbranche nahmen am 14. Thüringer Mediensymposium teil.
Pressemitteilung 2 vom 10. Juni 2009 (PDF-Dokument)
Größe: 81691 Bytes
Pressemitteilung 1 vom 10. Juni 2009
Sprungbretter und Stolpersteine einer virtuellen Gesellschaft
Medienbranche diskutiert beim 14. Thüringer Mediensymposium über Möglichkeiten und Risiken von Online-Netzwerken
Sozialen Netzwerken im Internet wird eine glänzende Zukunft vorausgesagt, denn die Zahl ihrer Nutzer wächst täglich. Allein in Deutschland waren 2008 8,6 Millionen aktive Mitglieder registriert. Unter ihnen vor allem Kinder und Jugendliche, denn in ihrem Kommunikationsalltag sind Netzwerke und Communities zunehmend fest verankert.
Diese Entwicklung steht heute beim 14. Thüringer Mediensymposium in Erfurt im Mittelpunkt. Im KinderMedienZentrum diskutieren Medienmacher und Akteure aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft noch bis zum Abend das Thema „Veränderte Medienwelten durch Online-Netzwerke“.
Werner Dieste, Direktor des MDR Landesfunkhauses Thüringen, und Medienminister Gerold Wucherpfennig eröffneten das Symposium am Vormittag.
„Nicht nur für die jüngere Generation spielen diese Netzwerke eine zunehmend größere Rolle. Heute kann es sich im Grunde kein Unternehmen, kein Verein, keine Partei und erst Recht keine Zeitung, kein Hörfunk- oder Fernsehsender leisten, ohne entsprechende Angebote im Internet aufzutreten. Doch es fehlt zum Teil an gesetzlichen Vorgaben und an einem gesellschaftlichen Konsens, wie mit den Chancen, vor allem aber den negativen Begleiterscheinungen wie mangelndem Daten- oder Jugendschutz, umgegangen werden soll“, so Dieste.
„Unsere Kinder und Jugendlichen hat eine neue mediale Ära erreicht. Das Internet lädt heute mehr als nur zur Information und Recherche ein. Durch Online-Netzwerke erhält Kommunikation eine neue Dimension, die unabhängiger von Zeit und Ort ist als je zuvor. Doch wer möglichst gut vernetzt sein will, kommt um die Preisgabe privater Daten nicht herum. Online-Netzwerke sind Plattform für das eigene Leben, das nicht nur Freunden und Bekannten, sondern auch unbekannten Dritten offenbart wird. Darin liegen Gefahren, denen sich die Nutzer bewusst sein müssen“, erklärte Minister Wucherpfennig.
Die durch das Web 2.0 bedingten Veränderungen im Kommunikationsverhalten gehen einher mit einem veränderten Medienkonsum. Für Wirtschaftsunternehmen erschließt sich so ein neuer Markt. Durch die Profile bei Online-Netzwerken kann beispielsweise Werbung punktgenau ihre jeweilige Zielgruppe erreichen.
Welche Möglichkeiten durch Online-Netzwerke der Wirtschaft erschlossen werden, stand im Fokus der Keynote, mit der die Foren des 14. Thüringer Mediensymposiums eröffnet wurden. Unter dem Titel „The new prime time is my time – wie das neue Medienverhalten die Wirtschaft verändert“ zeigte Kay Oberbeck, Unternehmenssprecher von Google Nord- und Zentraleuropa auf, wie das Internet das Konsumverhalten beeinflusst und wie das von Unternehmen genutzt wird.
Um das Thema für sein Publikum greifbar zu machen, verglich Oberbeck das Konsumverhalten heute mit jenem vor zehn Jahren. Er betonte, dass im vergangenen Jahr ein Drittel aller Europäer bis 28 Jahre online einen Kauf getätigt habe. Durch dieses prägnant veränderte Konsumverhalten hätten sich jedoch die Gesetze des Marketings nicht verändert. „Es geht immer noch darum, mit Werbung potentielle Kunden zu erreichen, nur bestimmt jetzt der Kunde, wann er was konsumiert“, so Keynote-Speaker Oberbeck. Und weiter: „Es ist nur eine Mär, dass in erster Linie Jugendliche und junge Erwachsene online sind. 64 Prozent aller 50- bis 59-Jährigen ist regelmäßig im Internet. Das Internet ist auch bei älteren Generationen längst zu einem Massenmedium geworden.“
Fortgesetzt wird das 14. Thüringer Mediensymposium am Nachmittag mit zwei Foren. Ab 13.15 Uhr referieren unter anderem Medienphilosoph Prof. Dr. Mike Sandbothe und Philippe Gröschel vom Online-Netzwerk SchülerVZ zum Thema „Der Verlust des Privaten: Das Netz vergisst nie.“
Um 16 Uhr stehen beim 2. Forum unter dem Titel „Gelebte Demokratie – Wie verändern Online-Netzwerke die Kommunikation?“ unter anderem Internetpionier Dr. Michael Maier, Prof. Dr. Patrick Rössler von der Universität Erfurt und der Geschäftsführer von politik-digital.de, Stefan Gehrke, Rede und Antwort.
Jochen Fasco, Direktor der Thüringer Landesmedienanstalt, wird mit einem Rück- und Ausblick das 14. Thüringer Mediensymposium am Abend abschließen, bevor es ab 19.30 Uhr beim traditionellen „Thüringer Medientreff“ im MDR Landesfunkhaus ausklingen wird.
Pressemitteilung 1 vom 10. Juni 2009 (PDF-Dokument)
Größe: 79283 Bytes
Pressemitteilung vom 27. Mai 2009
14. Thüringer Mediensymposium widmet sich Online-Netzwerken
Wer Kontakte knüpfen, pflegen und ausbauen will, greift heute nicht mehr nur zum Telefonhörer. „Social Communities“ sind in jüngster Zeit für viele der vielversprechende Schlüssel zum Erfolg geworden – ganz gleich, ob beruflich oder privat. Vor allem im Alltag von Kindern und Jugendlichen sind Online-Netzwerke und Web 2.0 heute eine feste Größe. Die Wahrnehmung und der Umgang mit Medien werden davon spürbar beeinflusst.
Erörtert werden soll diese Entwicklung beim 14. Thüringer Mediensymposiums am 10. Juni 2009 im KinderMedienZentrum in Erfurt. „Veränderte Medienwelten durch Online-Netzwerke“ lautet das Thema unter dem Wissenschaftler und Medienakteure referieren und diskutieren. Neue Möglichkeiten für die demokratische und politische Mitwirkung von Bürgern sollen ebenso zur Sprache kommen, wie die Auswirkungen des veränderten Verhaltens im Umgang mit Medien und die mit der Preisgabe privater Daten im Internet verbundenen Risiken.
Erwartet werden zum 14. Thüringer Mediensymposium unter anderem Dr. Stefan Tweraser von Google Deutschland, der Medienphilosoph Prof. Dr. Mike Sandbothe und der Internetpionier Dr. Michael Maier.
„Das Thüringer Mediensymposium ist für Medienmacher und Akteure aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft Plattform zum Austausch von Informationen und Erfahrungen“, so Minister Gerold Wucherpfennig. Es fand erstmals 1995 statt. Seit der Profilierung Thüringens als Kindermedienland im Jahr 2004 widmet sich das Symposium verstärkt den Themen Medien und Kinder. Veranstalter sind das Thüringer Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Medien, das MDR-Landesfunkhaus Thüringen und die Thüringer Landesmedienanstalt. Medienpartner ist die Zeitungsgruppe Thüringen.
Pressemitteilung vom 27. Mai 2009 (PDF-DFokument)
Größe: 72151 Bytes
Melden Sie sich bitte mit dem der Einladung anliegendem Formular zur Vorab-Pressekonferenz an.
Pressemitteilung vom 13. März 2009
Online-Netzwerke im Fokus des 14. Thüringer Mediensymposiums
Online-Netzwerke wie Facebook, Xing, StudiVZ oder „Wer kennt wen?“ haben sich in jüngster Zeit als eine feste Größe in Alltag und Gesellschaft etabliert. Vor allem die jüngeren Generationen nutzen die „virtuelle Gesellschaft“, um Kontakte zu knüpfen und auszubauen. Der hohe Zuspruch, den die Online-Netzwerke verbuchen, verändert nicht nur das soziale Gefüge, sondern beeinflusst vor allem die Wahrnehmung und den Umgang mit Medien und wirft somit Fragen auf.
Mittelpunkt des 14. Thüringer Mediensymposiums am 10. Juni im KinderMedienZentrum in Erfurt werden Fragen und Antworten zu dieser Entwicklung sein. Wissenschaftler und Medienakteure werden zum Thema „Veränderte Medienwelten durch Online-Netzwerke“ auf dem Podium referieren und diskutieren.
Im Fokus stehen neue Möglichkeiten für die demokratische und politische Mitwirkung von Bürgern ebenso wie die Auswirkungen veränderten Medienverhaltens auf die Wirtschaft und die Risiken, die sich aus der Veröffentlichung privater Daten in den sozialen Netzwerken ergeben.
Als Referenten werden unter anderem der Berliner Journalist und Internetpionier Michael Meier, der Medienphilosoph Prof. Mike Sandbothe, Dr. Stefan Tweraser von Google Deutschland sowie Thomas Krüger von der Bundeszentrale für politische Bildung und der Kommission für Jugendmedienschutz erwartet.Mit dem traditionellen Abendempfang im MDR Landesfunkhaus Thüringen endet das 14. Thüringer Mediensymposium.
Das Thüringer Mediensymposium ist eine gemeinsame Veranstaltung des Thüringer Ministeriums für Bau, Landesentwicklung und Medien, des MDR-Landesfunkhauses Thüringen und der Thüringer Landesmedienanstalt. Für Medienexperten und Medienmacher aus Thüringen sowie zahlreiche überregionale Partner ist es Podium zur Information und zum Dialog. Das Thüringer Mediensymposium fand erstmals 1995 statt. Seit der Profilierung Thüringens als Kindermedienland im Jahr 2004 widmet sich das Symposium verstärkt den Themen Medien und Kinder. Die Zeitungsgruppe Thüringen ist 2009 erstmals Medienpartner.
Hinweis:
Im Vorfeld des 14. Thüringer Mediensymposiums werden die Veranstalter im Rahmen einer Pressekonferenz am 3. Juni um 10 Uhr im KinderMedienZentrum Erfurt das detaillierte Programm vorstellen. Weitere Informationen zum Thüringer Mediensymposium sowie eine Rückschau auf die vergangenen Jahre finden sich unter www.mediensymposium.de.
Pressemitteilung vom 13. März 2009 (PDF-DFokument)
Größe: 76004 Bytes