
Das Wappen des Landkreises Sonneberg vom 3. Oktober 1990 ist geviert; 1: In Gold ein rotbewehrter schwarzer Löwe; 2: gespalten, vorn dreimal von Rot und Silber gesparrt, hinten in Silber eine schwarze Schafschere; 3: halb gespalten und geteilt von Silber, Rot und Blau; 4: neunmal von Schwarz und Gold geteilt, belegt mit einem grünen schrägrechten Rautenkranz. Das Wappen beinhaltet die für die Geschichte des Kreises typischen Symbole: Im rechten Obereck befindet sich das Wappen der Markgrafschaft Meißen, der aufrecht stehende, aus dem Schild heraus schreitende rotbewehrte Löwe. Dies ist zugleich der stilisierte Löwe des Sonneberger Stadtwappens. Daneben, im linken Obereck, befindet sich ein gespaltenes Feld; rechts dreimal von Rot und Silber gesparrt und links eine Schafschere: dieses war das Wappen derer von Sonneberg und wurde von den Grafen zu Schaumberg-Rauenstein weitergeführt. Im rechten Untereck ist das von Silber und Rot halbgespaltene, blau geteilte Feld mit den Farben der Schaumberg-Schaumbergischen Linie. Das linke Untereck zeigt das seit dem Jahre 1262 bestehende alte sächsische Wappen; dieses war das Wappen zahlreicher thüringischer Kleinstaaten, zu denen im Verlauf der Geschichte das Kreisgebiet ganz oder teilweise gehörte. Die Flagge des Landkreises Sonneberg ist weiß-rot längs gestreift und trägt das Kreiswappen.
Ausgrabungen und Bodenfunde bezeugen die frühe, wenn auch dünne Besiedlung des westlichen Teils des Landkreises auf dem Herrenberg und dem Bleßberg mit dem Anlegen von wehrhaften Siedlungen der Kelten. Eine nennenswerte Besiedlung setzte im 8./9. Jahrhundert zunächst im tieferen Vorland um Sonneberg und Effelder sowie im „Land vor dem Wald“ um Schalkau durch fränkische Kolonisten mit der Errichtung kleiner Kapellen im Zuge der Christianisierung vom Maintal her und der Waldrodung in den Flusstälern und an den Bachläufen ein. Die Hauptsiedlungsperiode geht auf das 13. und 14. Jahrhundert zurück, in denen unsere Vorfahren mit Holzfällerei und der Holzkohleherstellung zur Eisen-, Kupfer- und Glasschmelze ihren Erwerb fanden und die Städte Sonneberg und Schalkau gegründet wurden. In dieser Zeit entstanden im Zuge der hennebergischen Territorienbildung die Ämter Sonneberg und Neuhaus(-Schierschnitz); diese gelangten 1353 in den Besitz der wettinischen Markgrafen von Meißen und späteren Kurfürsten und Herzöge von Sachsen aus der ernestinischen Linie. Das Amt Schalkau gehörte seit Ausgang des Mittelalters zum Herzogtum Sachsen-Coburg und gelangte schließlich nach der Erbteilung vom Jahr 1735 in den Besitz des Herzogtums Sachsen-Meiningen. Das Gericht Rauenstein wurde von Sachsen-Meiningen 1780 in Besitz genommen. Von großer Bedeutung für die Entwicklung waren die durch das Gebiet führenden Fernhandelsstraßen. Die „Hohe Straße“ führte von Nürnberg nach Erfurt und wurde in ihrer Bedeutung später von der Heer- und Handelsstraße, zeitweise auch Judenstraße genannt, noch weit übertroffen. Sie verband die Handelsmetropolen Nürnberg und Leipzig und führte über den Sattelpass bei Neuenbau. Mit dem Bau der Eisenbahnstrecken entstanden neue Verkehrsverbindungen mit verkehrstechnischen Meisterleistungen, von denen noch heute die Viadukte und bahntechnischen Anlagen künden, die weitgehend aus ihrer Entstehungszeit erhalten geblieben sind. Das größte Brückenbauwerk dieser Art ist das Viadukt in Sonneberg-West: Imposante 23 m hoch und 171m lang wirkt es, wie die Streckengestaltung, harmonisch in der Landschaft eingebettet. 1868 – mit der Kreiseinteilung des Herzogtums Sachsen-Meiningen – entsteht der Landkreis Sonneberg aus den Ämtern Sonneberg, Schalkau, Neuhaus (-Schierschnitz) und dem Gericht Rauenstein. Mit der Bildung der Bezirke 1952 wurde ein Teil des Landkreises Sonneberg dem neu gebildeten Kreis Neuhaus am Rennweg zugeordnet. Mit Inkrafttreten des Thüringer Neugliederungsgesetzes am 1.07.1994 besteht der Landkreis Sonneberg wieder in seiner Form von 1952 und wurde um die ehemals schwarzburgisch-rudolstädtischen Gemeinden Scheibe-Alsbach und Goldisthal erweitert.
Der Landkreis Sonneberg liegt am Südabhang des Thüringer Waldes, von den Höhen des Rennsteigs bis hin zu den Niederungen des Sonneberger Unterlandes und der Schalkauer Platte und grenzt im Süden und Osten an das Maintal und den Frankenwald sowie das Werra- und Schwarzatal im Norden und Westen. Über 433 Quadratkilometer erstreckt sich die Fläche des Landkreises, bewohnt von 63.337 Einwohnern (30. September 2006) in der Kreisstadt Sonneberg, den Städten Neuhaus am Rennweg, Steinach, Schalkau und Lauscha sowie in den meist als Straßen- oder Haufendörfern angelegten 11 Gemeinden. Höchster Punkt des Landkreises ist der Bleßberg mit 863 m über NN. Mehr als die Hälfte der Fläche ist bewaldet; im Süden bieten fruchtbare Böden die Voraussetzung für ertragreiche Ernten in der Landwirtschaft. In den tief eingeschnittenen Kerbtälern strömen die Flüsse Steinach, Röthen und Itz dem Maintal zu; nach Norden windet sich die Schwarza durch das gleichnamige Tal der Saale zu. Mit dem Dreistromstein bei Siegmundsburg nahe Neuhaus am Rennweg verfügt der Landkreis über ein Symbol für eine hydrografische Besonderheit: Im Umkreis grenzen die Einzugsgebiete der Ströme Elbe, Rhein und Weser aneinander. An keinem anderen Ort Deutschlands sind die Einzugsgebiete dreier großer Ströme so nahe beieinander; aus dem Quellgebiet fließt der Rambach nach Norden zur Elbe hin, die Grümpen gen Osten dem Main und später dem Rhein entgegen, während nach Süden zu die Werra zur Weser fließt. Die Verkehrserschließung erfolgt über die Bundesstraße B 89 sowie die Eisenbahnverbindung Saalfeld – Coburg.
Namhafte Persönlichkeiten des Landkreises Sonneberg sind der 1814 in Neuhaus am Rennweg geborene Dr. Heinrich Geißler – Erfinder der sog. „Geißlerschen Röhre“, der Niederdruck-Gasentladungsröhre und der 1906 in Neuhaus geborene Maler und Grafiker Engelbert Schoner – als Briefmarkengestalter und Buchillustrator bekannt geworden.
Ausgangspunkt für die Gründung zahlreicher Industriebetriebe im Landkreis Sonneberg war die vielseitige Nutzung von Gesteinsvorkommen. Bis Mitte des 16. Jahrhunderts bildete die bergmännische Tätigkeit zur Schiefer-, Wetzstein-, Erz- und Goldgewinnung die Haupterwerbsquelle. Nach und Nach entwickelten sich in den Flusstälern Handwerk und Gewerbe; Steinheid wurde zur Goldgräberstadt, in Lauscha entstand die Mutterglashütte und in Steinach, Mengersgereuth-Hämmern und Blechhammer florierte aufgrund der silurischen Eisensteinlager die Eisenindustrie. Das Vorkommen von Quarz als Grundlage der Glasherstellung ließ diese bereits frühzeitig im Kreisgebiet Einzug halten: Im Jahr 1597 erteilte der Herzog von Sachsen-Coburg an die Glasmacher Hans Greiner und Christoph Müller die Konzession für den Bau einer Glashütte im Tal der Lauscha. In der Folge entwickelte sich die Glasindustrie bis heute zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor im Thüringer Wald. Die Hüttenprodukte wurden entweder direkt aus der Hütte heraus verkauft, auf Märkten gehandelt oder die Gläser wurden auf Karren hausierend durch die Lande gezogen bis nach Sachsen, Hessen, Franken und über Würzburg bis nach Holland zur Verschiffung gebracht. Zwei reiche Vorkommen eines zur Porzellanherstellung vorzüglich geeigneten Sandes bei Steinheid und Neuhaus-Schierschnitz waren ab 1772 der Ausgangspunkt für die Entwicklung einer groß angelegten Porzellanindustrie auf der Grundlage des 1760 erfundenen Thüringer Porzellans. Es wurden Geschirre, Zierporzellan, die feinen Porzellanpuppenköpfe und später auch technische Porzellane für die Energieversorgung sowie Zündkerzen gefertigt. Schiefergriffel aus Steinach hatten einen weltbekannten guten Ruf. Der außerordentliche Waldreichtum des Gebietes gab vielen Handwerkern Arbeit und ließ im 17. Jahrhundert auch jene Beschäftigung erblühen, die Sonneberg weltbekannt machte – die Spielzeugindustrie. Durch die regelmäßige Beschickung der Leipziger Messe sowie der Weltausstellung erreichte das Handelsvolumen Anfang des 20. Jahrhunderts ein Fünftel der Weltproduktion. Seit 1832 stellte Ludwig Müller-Uri aus Lauscha medizinische Glasaugen her. Der prächtig schillernde Christbaumschmuck machte das Lauschaer Glas ab 1860 berühmt und der aus weißem Glas hohlgeblasene Hirsch galt lange als Symbol für das künstlerisch gestaltete Glas aus Lauscha. Der Landkreis, der heute von der Deutschen Spielzeugstraße, der Thüringisch-Fränkischen Schieferstraße und der Thüringer Porzellanstraße tangiert wird, gehört zu den Hauptzielen des Fremdenverkehrs in Thüringen. Touristische Ziele sind das Deutsche Spielzeugmuseum, die höchstgelegene Sternwarte Deutschlands mit Astronomiemuseum und das Meeresmuseum Nautiland in Sonneberg, die Holzkirche in Neuhaus/Rwg., das Museum für Glaskunst in Lauscha, das Deutsche Schiefermuseum in Steinach, das Schildkröt Puppenmuseum und die Burgruine Rauenstein sowie der Dreistromstein in Siegmundsburg und das Pumpspeicherwerk Goldisthal.
Schwimmbäder, Freibäder, ein Erlebnisbad sowie verschiedene Sommer- und Wintersportanlagen, darunter die Skiarena Silbersattel Steinach, das größte alpine Skigebiet Thüringens, bieten Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung und sportlichen Betätigung.