
Das Wappen des Saale-Holzland-Kreises, durch das Thüringer Landesverwaltungsamt am 18. August 1997 genehmigt, wird heraldisch beschrieben als Wappenschild, welcher gespalten ist durch eine eingebogene aufsteigende goldene, mit roten Herzen besäte Spitze, darin ein schwarzer wachsender Löwe und welches rechts in Rot einen silbernen Schrägrechtsbalken und links im neunmal von Schwarz und Gold geteilten Feld einen schrägrechten grünen Rautenkranz zeigt. Das Wappen zeigt ausschließlich die in der Vergangenheit verwendete Symbolik der das heutige Gebiet des Saale-Holzland-Kreises überwiegend beherrschenden Herren, Grafen und Fürsten: Bis zum Ende des 14. Jahrhunderts waren dies die Herren von Lobdeburg (silberner Schrägrechtsbalken in Rot im Wappen oben rechts) und die Grafen von Orlamünde (im Wappen die eingebogene goldene, mit roten Herzen besäte Spitze, mit dem wachsenden schwarzen Löwen). Danach gehörte fast das gesamte Gebiet den wettinischen Fürsten (das neunmal von Schwarz und Gold geteilte Feld mit dem schrägrechten grünen Rautenkranz im Wappen oben links). Kurzzeitig (1680 – 1714) bildete sich in diesem Rahmen das Herzogtum Sachsen-Eisenberg heraus. Die jetzige Kreisstadt Eisenberg war unter Herzog Christian Residenz. Die am 24. März 1998 genehmigte Flagge des Saale-Holzland-Kreises ist quer gestreift Grün-Weiß-Rot im Verhältnis 1 : 2 : 1; im weißen Feld befindet sich das Landkreiswappen.
Frühe Siedlungen lassen sich im Gebiet des mittleren Saaletals und im ehemals von dichten Wäldern bedeckten Ostteil des heutigen Landkreises von aus dem Osten kommenden Slawen nachweisen. Ab dem 10. Jahrhundert verdrängten die Germanen die Slawen und der heutige Saale-Holzland-Kreis gehörte dadurch zum Grenzgebiet des Frankenreiches, dessen Ostgrenze hier die Saale bildete. Sorben und Franken lebten auf diesem Gebiet nebeneinander. Unter Heinrich I. (875 – 936) entstanden zahlreiche Burgen in Thüringen. In Dornburg wurden in dieser Zeit Reichstage abgehalten, die Pfalz Burg Kirchberg mehrmals von deutschen Kaisern aufgesucht. Etwa Anfang des 12. Jahrhunderts setzte die deutsche Kolonisierung mit der Gründung von Klöstern ein (Kloster Lausnitz 1137 erstmals urkundlich erwähnt). Die urwaldartigen Täler wurden durch eine rege Rodungstätigkeit der nachfolgenden thüringischen und fränkischen Siedler erschlossen. 1171 wird die Stadt Eisenberg als „Isenberc“ erstmals urkundlich erwähnt. Um sie herum bildete sich das Amt Eisenberg, das zu der von den Wettinern beherrschten Markgrafschaft Meißen gehörte. 1189 wurde Eisenberg teilweise zerstört und an anderer Stelle wieder aufgebaut. In dieser Zeit ließen sich die Lobdeburger – aus Franken kommend – als neue Herren des Gebiets um Jena in der Nähe von Lobeda nieder. 1221 wurde die „Königin des Saaletals“, die Leuchtenburg, erstmals urkundlich erwähnt. Im 13. Jahrhundert beherrschten die Lobdeburger ein großes Gebiet in Ostthüringen. 1333 musste die Leuchtenburger Linie ihren Besitz an die Schwarzburger verkaufen, die 1396 dieses Land wieder an die Wettiner verloren. Mit der Gründung des Reichsfürstentums Sachsen-Altenburg wurde Stadtroda 1603 Amtssitz, war dann ab 1826 für fast ein Jahrhundert Verwaltungszentrum des Altenburger Westkreises. Eisenberg war von 1680 bis 1707 die Residenz des kleinen Herzogtums Sachsen-Eisenberg; bis 1918 gehörte die Stadt dann zu Sachsen-Altenburg. Nach Erlöschen der Linie Sachsen-Gotha-Altenburg 1826 kam ein Teil des Gebietes zum neu gebildeten Herzogtum Sachsen-Weimar. Mit der Bildung des Landes Thüringen 1920 entstanden auf dem Gebiet des heutigen Saale-Holzland-Kreises der Landkreis Jena-Roda (danach Roda und später Stadtroda) und die Kreisabteilung Camburg; mit der Bildung der Bezirke 1952 wurden auf diesem Gebiet die Landkreise Eisenberg, Jena und Stadtroda geschaffen, aus denen mit der Gebietsreform 1994 der heutige Saale-Holzland-Kreis entstand.
Ähnlich einem „Kragen“ umschließt der Saale-Holzland-Kreis die Stadt Jena; die den Landkreis prägenden Landschaften sind das „Mittlere Saaletal“ mit den Muschelkalkhängen – eine vor 225 bis 190 Millionen Jahren in der Trias entstandene Gesteinslandschaft aus Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper – und deren einzigartiger Flora im Westen des Landkreises, das „Thüringer Holzland“ mit den ausgedehnten Wäldern im Zentrum der Saale-Elster-Buntsandsteinplatte im Ostteil des Landkreises, der als „Ackerhügelland“ bekannte Nordostteil des Landkreises mit seinen fruchtbaren Lößböden sowie das Tal der Weißen Elster im östlichen Ausläufer des Landkreises. Der Landkreis umfasst Höhenlagen zwischen 156 und 438 m ü. NN; der höchste Punkt des Landkreises befindet sich in Milda auf der Mildaer Platte mit 438 m über NN; der tiefste Punkt mit 156 m über NN befindet sich in der Gemeinde Schöps im Mittleren Saaletal. Im Landkreis leben 90.058 Einwohner (30. September 2006)) auf einer Fläche von 817 Quadratkilometern in 9 Städten und 86 Gemeinden. Der Saale-Holzland-Kreis weist eine sehr gute Verkehrserschließung auf: Bei Hermsdorf liegt mit dem Hermsdorfer Kreuz der Schnittpunkt der beiden Bundesautobahnen A 4 und A 9, ergänzt durch die zwei Bundesstraßen B 7 und B 88 als Ost-West- bzw. Nord-Süd-Verbindungen. Das Schienennetz umfasst die drei Eisenbahnhauptstrecken: die „Mitte-Deutschland-Verbindung“ Jena - Gera, die Magistrale Berlin – München mit dem Abschnitt der „Saalebahn“ Camburg – Probstzella und die Eisenbahnlinie Eisenberg – Crossen an der Strecke Gera – Leipzig. Außerdem verfügt der Landkreis über einen Verkehrslandeplatz für Flugzeuge bis 5,7 t bei Jena-Schöngleina.
Zu den bedeutenden Persönlichkeiten des Saale-Holzland-Kreises zählt der berühmte „Tiervater“ Alfred Edmund Brehm mit dessen Geburts- und Sterbeort Renthendorf; der Pädagoge Dr. S. Schaffner – Begründer der Lehr- und Erziehungsanstalt Gumperda, die den Fröbelschen Methoden von Lehre und Erziehung verbunden war und dessen Sohn, der die Arbeit in der Gumperdaer Lehranstalt fortführte; der in (Stadt-)Roda geborene und im ausgehenden Mittelalter wirkende legendäre Schwarzkünstler Dr. Faust, der als „stärkster Mann der Welt“ bekannte Wirt der Meuschkensmühle Milo Barus und der als Bauernphilosoph bekannte von 1871 – 1912 in Rauda lebende Friedrich Theil.
Keramik und Holz – das sind die beiden Materialien, die die „Wurzeln“ der wirtschaftlichen Entwicklung der Region repräsentieren. Die Keramik-Tradition lässt sich mit drei Zahlen und Fakten umreißen: 300 Jahre Töpferei in Bürgel, der Töpferstadt; 150 Jahre fabrikmäßige Haushaltsporzellanherstellung in Kahla, der Porzellinerstadt; 100 Jahre Technische Keramik aus Hermsdorf, dem deutschen Traditionsstandort. Die Holz-Tradition der Region ist vor allem vom Holzhandwerk im Raum Hermsdorf geprägt und hat ihr den Namen gegeben – Thüringer Holzland; Leitern haben die Gegend in Deutschland bekannt gemacht: vor 100 Jahren war die Herstellung von Gerüstleitern ihr Haupterwerbszweig. Das Holzhandwerk hat hier mit einer „Nischen-Produktpalette“ überlebt; in kleinen Holz verarbeitenden Produktionsstätten werden Holzleitern, Zäune und Traditionserzeugnisse hergestellt. Weite Teile des Landkreises sind von der Landwirtschaft geprägt: Ackerbau mit Getreide und Ölfrüchten auf Löß-Lehm-Böden im Norden, Grünland und Viehwirtschaft mit Rindern und Schafen im Süden sowie Schweinen im Norden, Gemüseproduktion in Laasdorf und Golmsdorf, Obst aus Schöngleina sowie Hopfen aus dem Raum Schkölen. Von den zahlreichen touristischen Zielen sollen hier genannt werden: die drei Dornburger Schlösser, Schkölen mit seiner Wasserburg, Schloss Christiansburg und Schlosskirche in Eisenberg, das idyllische Eisenberger Mühltal, das Töpfermuseum, Schautöpfern oder der jährliche Töpfermarkt in Bürgel, der idyllische Zeitzgrund mit seinen zahlreichen Mühlen, das Rote Tor in Stadtroda, um welches sich die Sage von der „Rodschen Möhre“ spinnt, die Jagdschlösser und -häuser in der Gegend Wolfersdorf/Hummelshain sowie die als Einzigartigkeit in Europa geltende barocke Jagdanlage am „Rieseneck“, die Leuchtenburg – „Königin des Saaletals“ – bei Kahla, Orlamünde mit der Kemenate, der durch die frühere Dörrobstherstellung „Hutzelgrund“ genannte Reinstädter Grund mit der Wehrkirche und Kemenate in Reinstädt, die Stahlseil-Hängebrücke in Großeutersdorf/Kleineutersdorf – eine in Europa einzigartige Nietkonstruktion, eine der wenigen noch erhaltenen hölzernen Hausbrücken in Camburg und das Schlachtfeld der Doppelschlacht bei Jena und Auerstedt von 1806.
Neben einer Vielzahl von Sport- und Freizeitanlagen ist auch das neu erbaute Kur- und Freizeitbad in Bad Klosterlausnitz zu nennen. Traditionelle Heimatfeste des Landkreises sind die „mittelalterlichen Spektakel“ auf der Leuchtenburg, Blasmusiktreffen in Reinstädt, die Winteraustreibung mit dem Strohbär in Orlamünde, das Rote-Tor-Fest mit Darstellung der „Rod’schen Möhre“ in Stadtroda, das Schlosskirchenfest mit Zunftmarkt und Barockfeuerwerk in Eisenberg, der jährlich stattfindende Töpfermarkt in Bürgel sowie das Rosenfest mit Krönungszeremonie der Rosenkönigin und dem historischen Festumzug in Dornburg.