
Das Wappen der Stadt Jena, am 2. September 1994 durch ein Gutachten des Thüringer Landesverwaltungsamtes bestätigt, hat folgende Blasonierung: In Silber ein silbern-blau gekleideter Engel mit langen goldenen Haaren sowie Nimbus, Harnisch, Helm und Flügeln in Gold. Mit der Rechten stößt er einem grünen Drachen eine Lanze in den Rachen, in der Linken hält er einen goldenen Schild mit aufgerichtetem schwarzen Löwen; der linke Fuß steht auf dem Drachen. Unter dem Drachen befindet sich ein kleiner silberner Schild mit blauer Weintraube. Dieses Wappen ist aus dem historischen Siegel des Jenaer Stadtrates hervorgegangen – das älteste Siegel stammt aus dem Jahre 1288 und zeigt bereits den Erzengel Michael. Dieser ist der Patron der Stadtkirche sowie der Schutzheilige der Stadt Jena. Das tatsächliche Wappen war, wie auf den Jenaer Brakteaten sowie an alten Grenzsteinen in der Jenaer Flur ersichtlich ist, die Weintraube. Als Hinweis auf den einst blühenden Weinanbau in Jena ist unter dem Drachen Jenas altes Wahrzeichen, die blaue Weintraube auf silbernem Grund, zu finden. Als die Landgrafen von Thüringen die Stadtherrschaft von allen Lobdeburgern übernahmen, wurde zusätzlich der meißnische Löwenschild ins Siegel aufgenommen und damit in das Wappen übernommen. Die Flagge der Stadt Jena ist blau-weiß-gelb längs gestreift und trägt in der Mitte das Stadtwappen.
Im 9. Jahrhundert wird Jena als Jani erstmals erwähnt. Seit dem 12. Jahrhundert war es im Besitz der Herren von Lobdeburg, von denen es um 1230 auch die Stadtrechte erhielt; die erste urkundliche Erwähnung als Stadt erfolgte 1236. In der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts verminderte sich laufend der Besitzstand der Lobdeburger; in den Vollbesitz von Jena gelangte das Thüringer Landgrafenhaus, indem es zunächst durch Heirat in den Jahren 1289 und 1300 die Westhälfte und schließlich durch Kauf den von den Leuchtenburgern an die Grafen von Schwarzburg verpfändeten östlichen Teil 1331 erwarb. 1332 erteilten sie Jena das gothaische Stadtrecht. Während der Reformationszeit stand Jena stets im Mittelpunkt der Ereignisse. Mitte des 16. Jahrhunderts beschloss Johann Friedrich der Großmütige, in Jena eine neue Universität zu eröffnen. Nach der Erteilung des Kaiserlichen Privilegs fand am 2. Februar 1558 die feierliche Eröffnungszeremonie der Jenaer Universität statt. Ende des 17. Jahrhunderts hatte Jena eine der größten deutschen Universitäten, die darüber hinaus als eine der bedeutendsten europäischen Hochschulen galt. 1741 kam der Ort an das Herzogtum Sachsen-Weimar. 1806 fand die Schlacht bei Jena und Auerstedt statt, bei der Preußen gegen die Franzosen eine Niederlage erlitt. 1815 erfolgte in der „Grünen Tanne“ die Gründung der Jenaer Urburschenschaft, die durch das 1817 durchgeführte „Wartburgfest“ bekannt wurde. Ende des 19. Jahrhunderts erfolgte die Gründung der beiden weltbedeutenden Unternehmen Glaswerk Schott & Gen. sowie Carl-Zeiss-Stiftung, wodurch sich die Stadt zum Industriestandort entwickelte. 1945 wurde die Stadt bei Luftangriffen schwer zerstört. Markante Punkte des Neuaufbaus sind das 1972 errichtete Universitätshochhaus (heute: JenTower) – mit 159 m höchstes Bauwerk im Stadtgebiet – und das Einkaufszentrum „Goethe-Galerie“.
Jena liegt im mittleren Saaletal, das den Stadtkreis auf einer Länge von ca. 12 km durchzieht und der Stadt die lang gestreckte Gestalt verleiht. Die unterschiedliche geologische Struktur zeigt mittleren Buntsandstein und unteren Muschelkalk im Osten der Saale, mittleren und oberen Muschelkalk sowie Keuper nach Westen hin. Daher findet man im festen Gestein des Westens nur kurze, tief eingeschnittene Täler (Mühltal), im mürben Sandstein im Osten jedoch breite, sanft geschwungene Talmulden (Rodatal). Die Gesamtfläche der Stadt beträgt 114 Quadratkilometer; die Einwohnerzahl beträgt 100.953 (31.12.2006). Niedrigster Punkt im Stadtgebiet ist der Saalespiegel am nördlichen Stadtausgang mit 136 m über NN; höchster Punkt ist der Cospoth mit 399,2 m über NN. Verkehrsmäßig ist Jena gut erschlossen: über die Anschlussstellen Jena-Lobeda und Jena-Göschwitz ist die Stadt an die Autobahn A 4 angebunden; die Bundesstraßen B 7 und B 88 kreuzen sich in Jena. Außerdem ist die Stadt ein Bahnknotenpunkt: hier kreuzen sich die Fernstrecke München–Nürnberg–Halle/Leipzig–Berlin und die Mitte-Deutschland-Verbindung Weimar–Glauchau. 2005 wurde der neu errichtete, moderne ICE-Haltepunkt Jena Paradies eröffnet.
Jena war bereits in früheren Jahrhunderten ein Ort bekannter Persönlichkeiten: Zu nennen ist Kurfürst Johann Friedrich der Großmütige, der die Jenaer Universität gründete. Um 1800 wurde Jena zur Hauptstadt der klassischen deutschen Philosophie und der deutschen Romantik. Historische Persönlichkeiten, die mit ihren Leistungen der Stadt Jena einen Ruf einbrachten, der weit über Thüringen hinaus unverwechselbaren Klang besitzt, sind Ernst Abbe, Carl Zeiss und Otto Schott. Im 14. und 15. Jahrhundert siedelten sich zahlreiche Kaufleute und Handwerker in Jena an und trugen zum Aufblühen der noch jungen Stadt bei; die wichtigsten Gewerbe waren der Weinbau, die Brauerei, die Böttcherei, die Tuchmacherei und die Gerberei. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts gehörte Jena neben Leipzig zum bekanntesten Zentrum des Verlagswesens, des Buchhandels und der Druckerei. 1846 eröffnete Carl Zeiss seine erste optische Werkstatt; 1866 wurde Ernst Abbe sein Mitarbeiter. Ergebnis dieser Verbindung von Wissenschaft und Produktion waren Instrumente, die bald hohes Ansehen auf der ganzen Welt erreichten. Besonders förderliche Bedingungen für die Entwicklung der Firma schuf die Carl-Zeiss-Stiftung, die 1889 von Ernst Abbe ins Leben gerufen wurde. 1884 gründeten Ernst Abbe und Otto Schott ein Glastechnisches Laboratorium, das spätere Glaswerk. Mit dem Bau neuer Fabrikgebäude erhielt die Stadt auch allmählich die Kontur einer Industriestadt. 1950 entstand als weiterer Großbetrieb das Unternehmen Jenapharm. Durch direkte Kriegseinwirkungen erlitten die Großbetriebe der Stadt hohe Verluste an Mitarbeitern, einen drastischen Produktionsrückgang und z.T. beträchtliche Zerstörungen. Nach dem Wiederaufbau entstand das Vorzeigekombinat Carl Zeiss Jena. Der nach der Wende einsetzende Strukturwandel führte zur Entwicklung der Carl Zeiss Jena GmbH und Jenoptik AG (beide Nachfolgeunternehmen des ehemaligen Kombinates Carl Zeiss), der Schott Jenaer Glas GmbH und der neu gegründeten Solarfirma Schott Wacker Solar GmbH, der Jenapharm GmbH & Co. KG sowie einer Vielzahl neu- bzw. ausgegründeter Technologiefirmen. Eine Neuorientierung von Forschung und Wirtschaft erfolgt auf dem Gebiet der Biotechnologie. Fremdenverkehr und Tourismus bieten Sehenswürdigkeiten sowie Kultur- und Freizeitangebote an, so u.a. das Zeiss-Planetarium, den Botanischen Garten, Optisches und Phyletisches Museum, das Stadtmuseum „Göhre“, das Rathaus mit dem „Schnapphans“, einem der „sieben Wunder Jenas“, den 1903 eingeweihten Gebäudekomplex „Volkshaus“, das Theaterhaus Jena GmbH, verschiedene Sportanlagen, darunter das Fußball- und Leichtathletikstadion, Frei- und Hallenbäder sowie Ausflugsziele wie den Fuchsturm, Jenzig usw.
Die soziale Sicherung hat in Jena ihre Quellen bereits in der Carl-Zeiss-Stiftung: diese erfüllte den Zweck der „dauerhaften Fürsorge für deren wirtschaftliche Sicherung“ und „größerer sozialer Pflichten“ gegenüber den Mitarbeitern; darüber hinaus waren die Zeiss-Angehörigen über das Pensionsstatut der Stiftung auch im Alter abgesichert. Die gesundheitliche und soziale Betreuung ist heute gesichert mit dem Klinikum der Friedrich-Schiller-Universität mit 15 Kliniken sowie Altenpflegeheimen, altersgerechten Wohnhäusern, Sozialstationen, kombinierten Kindereinrichtungen u.a. Das Bildungswesen wird bestimmt von der Friedrich-Schiller-Universität, namhaften industrienahen Wissenschaftsinstituten, so u.a. Max-Planck-Instituten, der Fraunhofer-Einrichtung für Angewandte Optik und Feinmechanik, dem Hans-Knöll-Institut für Naturstoffforschung sowie der Fachhochschule.