Freistaat Thüringen Landwirtschaftsamt Rudolstadt

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Historie

Allgemein Historie des Versuchswesens:

  • Vor etwa 10.000 Jahren wurde der Mensch sesshaft.
  • Seit Mitte des vorigen Jahrhunderts fand systematische Züchtung statt.
  • Bis zum 18. Jahrhundert wurde Landwirtschaft empirisch betrieben.
  • Die erste staatliche landwirtschaftliche Versuchsstation wurde 1851 in Leipzig-Möckern von Crusius, das Versuchsfeld der Uni Halle 1866 von J. Kühn, die erste offizielle Samenprüfstelle der Welt 1869 in Tharandt/Sachsen und die erste staatliche Versuchswirtschaft 1895 in Bad Lauchstädt von Märker gegründet.
  • Die Chemiker Liebig und Wolf beflügelten die landwirtschaftliche Düngung.
  • Unter Regie der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft und der Landwirtschaftskammer existierten 1925 in Deutschland 72 Versuchswirtschaften. Außerdem entstanden in dieser Zeit schnell 400 Feldversuchsringe, die bis zum 2. Weltkrieg existierten.
  • Nach 1945 wurde in unserem Bereich besonders nach Gründung der DDR und der Bodenreform ein umfangreiches Feldversuchswesen aufgebaut.
  • Zunächst existierte ab Herbst 1946 ein "Referat acker- und pflanzenbauliches Versuchswesen" im Thüringer Landwirtschaftsministerium. Dieses wurde 1950 in den Landwirtschaftlichen Forschungsring Thüringen eingegliedert.
  • Dann übernahm die 1951 gegründete Akademie für Landwirtschaftswissenschaften im Jahre 1953 als "Institut für landwirtschaftliches Versuchs- und Untersuchungswesen Jena der DAL zu Berlin" (LVU), den landwirtschaftlichen Forschungsring in den Abteilungen landwirtschaftliches Versuchswesen, Samenprüfung (bis 1963) und landwirtschaftlich chemisches Untersuchungswesen.
  • In der BRD wurde in jenem Jahr das Bundessorten amt in Hannover (1949 in Rethmar gegründet) selbstständig.
  • 1962 entstand aus dem LVU das Institut für Pflanzenernährung Jena (IPE).
  • Das Institut für Landwirtschaft beim Bezirkslandwirtschaftsrat Gera, Abteilung Versuchswesen übernahm von 1963 bis 1969 unter Dr. Alfons Schwarzer die Feldversuche in den festen Versuchsfeldern Schleiz, Eliasbrunn (Kreis Lobenstein) und Schöngleina (Kreis Stadtroda), letzteres ab 1966 durch Bollberg ersetzt.
  • 1969 kam die Versuchsstation Haufeld gemeinsam mit den Versuchsstationen Bollberg (Hermsdorfer Kreuz) und Burkersdorf (Kreis Schleiz) als Bezirksarbeitsgruppe Gera zur Zentralstelle für Sortenwesen der DDR, Nossen ( + weitere 26 Versuchsstationen anderer Bezirke). Diese ZfS bestand bereits seit April 1955 beim Ministerium für Landwirtschaft und Forstwirtschaft mit 10 Versuchsstationen, 50 Arbeitskräften und entwickelte sich bis zurWiedervereinigung auf 45 Versuchsstationen mit 600 Mitarbeitern, die ca. 3.000 Parzellenversuche bearbeiteten.
  • Seit Beginn der 60er Jahre liefen auf Haufelder Flächen der LPG "Glück auf" einzelne Versuche vor allem zu Gräsern und Futterkohl.
  • Aber auch in Remda, Remschütz und Weißen wurden Versuche angelegt (Dr. A. Schwarzer, Dr. Knoch, Schein, Melle).

Versuchsstation in Haufeld

  • 01.05.1969 wurde im Ort Haufeld eine feste Versuchsstation begründet, zunächst im Gehöft Nr. 5 Heumann, Maschinenstellhalle Scheune Krohe und auf Flächen der LPG "Glück auf" Haufeld mit Wilhelm Stark als Vorsitzenden. Erste Flächenbewirtschaftung  "Auf den Gebreiten" .
    Bereits im Folgejahr in Richtung Neckeroda mit der Fläche "An der Straße" erweitert bis 1974.
  • 1975 Versuchsanlage einmalig in den "Borngelengen", ab 1976 das heutige Versuchsfeld "Im Remder" begründet.
    • Technische Basis: Schlepper IMT 533 "Ferguson" mit Gerätschaften, Geräteträger GT 124, Gebirgsgrasmäher, Stiftendrescher.
  • Geprüft wird bis heute kontinuierlich Getreide, Erbsen, Bohnen, Klee und Luzerne.
    Kurzfristig der riesengroße, saftreiche Mais wie "Bukowinski", "Dneprowski" etc.
    Bei Winterweizen "Kawkas" und "Awrora", sowie "Fakir" und "Orlando"; bei Wintergerste "Vogelsanger Gold" ; Sommergerste "Elgina"; Hafer "Romulus" und "Flämingsweiß".
  • Agrochemisch wurden damals Hedolit-Ätz- und Gelbfärbemittel und Hormin-Wuchsstoffherbizide eingesetzt.
  • Mit der Planung der ersten Hälfte der 70er Jahre wurde auf eine Spezialisierung in den Versuchsstationen gedrängt, um sparsam zu mechanisieren, andererseits dem natürlichen Produktionsprofil z.B. unseres Ilm-Saale-Muschelkalkplateaus mit Druschfrucht- und Futterbau zu entsprechen.
  • Das Ertragsnineau, das1880 bei 10 dt/ha Getreide lag, hatte sich über 19 dt/ha 1910 und 21 dt/ha um 1935 auf 30 dt/ha 1966/70 in der Praxis entwickelt.
Unser Startjahr 1969 brachte:
bei Getreide bei Bohne und Erbse
41 dt/ha 19 dt/ha
Im Durchschnitt der 1970er Jahre:
Getreide Bohne u. Erbse
49 dt/ha 30 dt/ha
Im Durchschnitt der 1980er Jahre:
Getreide Bohne u. Erbse
55 dt/ha 37 dt/ha
Im Durchschnitt der 1990er Jahre:
Getreide Bohne u. Erbse
71,4 dt/ha 46,2 dt/ha

 

Getreide-Rekordjahr 2001:
Getreide, 90,1 dt/ha
dar. Weizen und 112,0 dt/ha
 
dar. Triticale
als Weizen Roggen Bastard
95,1 dt / ha
Hülsenfrucht-Rekordjahr 1999
69,4 dt/ha
Rapsertrag in 3 von 6 Jahren:
>5 t/ha

 

 

  • Der Versuchsumfang stieg von damals 19 Versuchen mit 734 Einheitsparzellen auf heute das Dreifache mit 4-facher Parzellenanzahl.
  • Damit werden die wichtigsten landwirtschaftlichen Kulturarten dieses Muschelkalkplateaus zwischen Ilm-und Saaletal versuchsmäßig bearbeitet.

Die Exaktversuche zeigen dem Landwirt auf engstem Raum die verwirrende Sortenvielfalt und helfen ihm unparteiisch mit den Ergebnissen bei der Auswahl der optimalen Art und Sorte und Technologie.

  • Derzeit gibt es im Durchschnitt rund 300 Sorten Getreide und ein mehrfaches an EU-Sorten. 
    • Winterweizen allein mehr als 100 Sorten;
    • 52 Winterraps;
    • 150 Mais;
    • 170 Kartoffeln;
    • 23 Erbsen
       
  • Oder auch 300 Herbizide und 240 Pilzmittel; es existieren ca. 1.000 verschiedene Produkte der Agrochemie mit 265 Wirkstoffen.
  • 1976 wurde das jetztige Feld eingerichtet mit heute ~ 18 ha Größe und davon 6,5 ha Versuchsfläche, da das alte Feld vor Haufeld zu klein wurde.
    Es ist ein Standort mit 430 m Höhe über NN und 624 mm Regen im 30jährigen Durchschnitt bei 7,6 °C Durchschnittstemperatur.
    • Ein stressiger Krankheitsbefallsstandort, weswegen auch bei den Pflanzenschützern mit 33 % unserer Versuche so beliebt.
    • Primat liegt auf den 50 % Sortendemonstrationen mit den konkreten Aussagen zur Standorteignung.
    • In den ‘90ern allein 333 Druschfruchtsorten geprüft mit Raritäten wie Nacktgerste, Nackthafer, Schwarzhafer, grannenlose Gerste aber auch begrannter Weizen.

 

Gute Jahre Ausfalljahre
  • 1974 - 61,4 dt/ha
  • 1970 - 40,0 dt/ha
    spätes Nässejahr
  • 1980 - 56,2 dt/ha
  • 1977 - 33,7 dt/ha
    nasses Lagerjahr
  • 1985 - 68,4 dt/ha
  • 1989 - 47,8 dt/ha
    tockener Vorherbst = lückiges Wintergetreide
  • 1991 - 68,8 dt/ha
Durchschnitt 70er: 49,0 dt/ha
= 100 %
Druchschnitt 80er: 55,0 dt/ha
= 112 %
Durchschnitt 90er: 71,7 dt/ha
= 146 %
  • 1993 - 77,4 dt/ha
  • 1998 - 82,6 dt/ha
  • 1999 - 79,0 dt/ha
  • 2000 - 78,0 dt/ha
  • Spitzenertragsjahr 2001
    90,1 dt/ha