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Projekte

Projekte im Grünen Band Thüringen


Über 70 Einzelmaßnahmen und –projekte, wurden bislang vom Freistaat Thüringen gefördert. Hier wurden Mittel des Fonds zur Förderung wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Projekte in den neuen Bundesländern nach § 5 MauerG (sogenannter Mauerfonds) und aus dem Vermögen der Parteien und Massenorganisationen der ehemaligen DDR (PMO-Mittel) eingesetzt.

Beweidung am Grünen Band im Bereich NSG Muschwitz, Beweidung am Grünen Band im Bereich NSG Muschwitz,
Foto: ALF Gera

Thüringer Muschwitz – Länderübergreifendes Biotop-Projekt
Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung Gera

Das Gebiet der Thüringischen Muschwitz liegt im Süden des Saale-Orla-Kreises. Der 9,4 Kilometer lange Grenzbach zwischen Bayern und Thüringen entspringt wie die Fränkische Muschwitz an der Wasserscheide zwischen Elbe und Rhein in der Nähe des hohen Kulmbergs bei Schlegel, Saale-Orla-Kreis. Er mündet bei Blechschmidtenhammer, einem Ortsteil der Stadt Lichtenberg, in die Selbitz.
Die Thüringer Muschwitz und der Bereich des ehemaligen Grenzstrei-fens bilden als naturnaher Gebirgsbach mit Gehölzsaum, Staudenfluren sowie Säumen aus Borstgrasrasen und Feuchtwiesen einen vielgestaltigen Biotopverbund zum angrenzenden im Freistaat Bayern gelegenen Naturschutzgebiet „Fränkische Muschwitz“ .Der gesamte Bachlauf sowie die angrenzenden Talzonen sind als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Mit Unterstützung des Landschaftspflegeverbandes Ostthüringer Schiefergebirge / Obere Saale e. V. wurden verschiedene Einzelmaßnahmen zur Erhaltung und Entwicklung umgesetzt. Landwirtschaft und Naturschutz arbeiteten im Sinne der Nachhaltigkeit eng zusammen.
Zur Offenhaltung der Heideflächen wurde eine Schafherde gemischt mit Ziegen eigesetzt. Zur Auswilderung (Wiederansiedlung) des Haselhuhn und Auerwildes wurden Wildäsungs- und Bienenweidenflächen geschaffen. Der Erweiterung der Arnika- und Orchideenfeuchtwiese kommt eine überregionale Bedeutung zu.


 

Übersichtskarte Grenzwanderweg am Grünen Band

Grenzwander- und Erschließungsweg Grünes Band Thüringen
Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung Meiningen

Zwischen Treffurt im Wartburgkreis und Spechtsbrunn im Landkreis Sonneberg wurde das Grüne Band, sozusagen durchgehend, zu einem lebendigen Denkmal der deutschen Geschichte, ein touristisches Ziel und gleichermaßaen Bildungsobjekt. Auf einer Länge von ca. 430 Kilometern konnte in den Jahren 2003 bis 2010, vorzugsweise auf dem ehemaligen Kolonnenweg, das Projekt Grenzwander- und Erschließungsweg ,,Wandern am Grünen Band" umgesetzt werden. Projektbegleitend wurden ca. 90 ortsbezogene Schautafeln aufgestellt, die eingängig naturschutzfachliche und historische Erläuterungen geben.

Hinzu kommen ca. 25 Sitzgruppen sowie die Erarbeitung von Flyern für die einzelnen Abschnitte, in denen neben der Wanderroute Hinweise auf historische Fakten, natürliche Besonderheiten, nahgelegene Sehenswürdigkeiten, Ortschaften und auch Anekdotisches zu finden sind. Durch interessante Stich- und Rundwanderwege wird der Grenzwanderweg sinnvoll ergänzt. Der Grenzwander- und Erschließungsweg zieht in vielen Abschnitten zunehmend Erho-lungssuchende, historisch Interessierte und Naturfreunde an. Durch Anbindung an vorhandene Fremdenverkehrsinfrastruktur leistet das Projekt einen Beitrag zur regionalen Wertschöpfung und dient der Außenwerbung für die Region.
Der ehemalige Kolonnenweg wird multifunktional genutzt, er erschließt zugleich landwirtschaftliche, forstwirtschaftliche wie auch Naturschutzflächen.
 

Schautafel am Grenzwanderweg in der Gemarkung Mendhausen
Schautafel am Grenzwanderweg in der Gemarkung Mendhausen
Foto: TMLFUN
Beweidung auf der Gobert, Landkreis Eichsfeld Beweidung auf der Gobert, Landkreis Eichsfeld
Foto: ALF Gotha

Gobert
Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung Gotha
 

Der durchgehend bewaldete Höhenzug, Gobert, im Südwesten des Eichs-feldkreises zählt zu den interessantesten Wandergebieten der Region und hat gleichzeitig mit 543 Metern die höchste Erhebung des Eichsfeldes. Das ehemaliges Sperrgebiet ist erst seit 1990 für Jedermann zugänglich. Durch die standörtlichen Besonderheiten bietet die Gobert naturschutzfachlich ideale Lebensräume für seltene Pflanzen und Tierarten. Die Kalk-Trockenrasen mit ihren Orchideen- und zum Teil mit selten gewordenen Eibenvorkommen schlängeln sich schlauchartig durch das Waldgebiet und gehören zum FFH- Gebiet „Stein-Rachelsberg-Gobert“. Bei schönem Wetter kann man hier die Aussicht ins Werratal und in das südliche Eichsfeld genießen. Für die Erhaltung und Entwicklung dieses Magerrasens mit seiner reichhaltigen Flora und Fauna sind neben der Offenhaltung durch eine extensive Nutzung gezielte Entbuschungsmaßnahmen unerlässlich. Die beste Form der Bewirtschaftung ist die Weidehaltung mit Schafen. Das ALF Gotha konnte einen Schafhaltungsbetrieb aus dem benachbarten Dietzenrode für die Beweidung der Flächen gewinnen. Unter Anleitung der unteren Naturschutzbehörde wurden zu Beginn der Beweidung manuelle Entbuschungsmaßnahmen durch den Landwirt vorgenommen. Da die Flächen hinsichtlich des Futteraufkommens eine geringe Bedeutung für den Landwirt haben, wurde durch die Aufnahme der Flächen in die KULAP Grünlandförderung ein finanzieller Anreiz geschaffen. Inzwischen hat sich dieses Projekt zu einem „Selbstläufer“ entwickelt und mit der Übertragung eines Großteils der Gobertflächen an die Stiftung Naturschutz Thüringen weiter gefestigt.

Nicht nur die reizvolle Landschaft sondern auch weitere Sehenswürdigkeiten, wie z. B. die „Stasiröhre“, eine ca. 40 Meter lange Betonröhre von Ost nach West, die offensichtlich als Agentenschleuse genutzt wurde, locken jedes Jahr zahlreiche Wanderer auf die Gobert.
Aktive Vereine, u.a. der Heimat- und Wanderverein Gobert e.V. aus dem am Fuße der Höhe gelegenen Ort Volkerode, kümmern sich seit Jahren tatkräftig um die Beschilderung, Erschließung und Pflege der Wanderwege sowie auch um den Kolonnenweg selbst. Geführte Wanderungen im Sinne einer gezielten Besucherlenkung und jährliche Höhepunkte wie z. B. am Männertag gehören mittlerweile schon zum Alltag der Vereinsmitglieder und werden sehr gut von den Wanderern aus Nah und Fern angenommen.