Freistaat Thüringen Freistaat Thüringen - Landentwicklungsverwaltung

Inhalt

Flächenhaushaltspolitik

Aktuelles

Belastete Flächen nachnutzen

Mit der Altlastenfreistellung nach dem Umweltrahmengesetz und einem Finanzaufwand in Höhe von ca. 13 Millionen Euro in den Jahren 2008 und 2009 ist es gelungen, einen Großteil vormals gewerblicher, aber auch belasteter Brachflächen einer neuen gewerblichen Nutzung zuzuführen.  

Brachflächen für regenerative Energien nutzen

Neben gewerblicher Nachnutzung oder einer Renaturierung besteht ein anderer Weg darin, diese Flächen zur Gewinnung regenerativer Energien nachzunutzen. Damit erreicht man gleich mehrere Ziele: die sinnvolle Revitalisierung brachliegender Flächen, den Ausbau alternativer Energien und einen Beitrag zum Klimaschutz. 

Die Studie „Alte Flächen – Neue Energien“ informiert über die energetische Nachnutzung brachliegender, ökologisch beeinträchtigter Flächen im ländlichen Raum Thüringens. Untersucht wurden 300 Brachflächen, darunter 100 Altlastenstandorte. Die Studie richtet sich an Kommunen, Eigentümer brachliegender Flächen und Investoren.

Möglichkeiten zum download:

Download-Icon Leitfaden - Alte Flächen - Neue Energien
Größe: 4861193 Bytes

Download-Icon Bewertungsmodus - Alte Flächen - Neue Energien
Größe: 238454 Bytes

Icon Download Softwaretool zur Ermittlung der optimalen energetischen Nutzung brachliegender, ökologisch beeinträchtigter Flächen im ländlichen Raum Thüringens
Version 1.4; Stand 10/2010
3235743 Bytes

Die Anwendung richtet sich an Kommunen, Eigentümer brachliegender Flächen und Investoren.

Die Software wird bei Bedarf aktualisiert und hier als aktualisierte Version zum Download angeboten.

Anleitung:

Bei den Daten handelt es sich um eine ZIP-Datei, die sich beim Klick mit der linken Maustaste auf dem Rechner speichern lässt und somit entpackt werden kann. Die Dateien müssen in dasselbe Verzeichnis wie die Software gespeichert werden, da die Hilfe-Funktion in die Software eingebunden ist! Die Datei Modellablagerung.eeg ist ein Musterbeispiel und lässt sich über das Menü des Tools öffnen.

Pfeil nach oben

Wachsende Siedlungs- und Verkehrsfläche in Thüringen

Der Verlust von wertvollem Boden und unversiegelter Fläche durch Überbauung geht häufig zu Lasten der Forst-, massiv aber der Landwirtschaft. 
In Thüringen ist mit 9,14 Prozent Siedlungs- und Verkehrsfläche (entspricht 1.478 Quadratkilometer) an der Landesfläche (16.172 Quadratkilometer, Stand 2009) der Anteil noch vergleichsweise gering, vgl. Tabelle 1. Dennoch setzt sich die Landesregierung für die Verringerung des Flächenverbrauchs ein - zumal die Ressource Boden begrenzt und nicht erneuerbar ist. 

Tabelle 1: Siedlungs- und Verkehrsfläche im Bundesvergleich (Stand 31.12.2008)
 

In Thüringen erweiterte sich die Siedlungs- und Verkehrsfläche in den Jahren 2004 bis 2008 um 1,94 Hektar pro Tag, im Jahr 2009 sogar um 2,67 Hektar. Für ganz Deutschland liegt dieser Wert für die Jahre 2003 bis 2006 bei 113 Hektar täglich. Ziel der Bundesregierung ist es, bis 2020 nur noch 30 Hektar Fläche pro Tag neu zu versiegeln.

Siedlungs- und Verkehrsfläche und „versiegelte Fläche“ dürfen jedoch nicht gleich gesetzt werden, da umfasst doch die Siedlungsfläche auch einen erheblichen Anteil von Erholungsflächen, also unbebauter und nicht versiegelter Flächen.

 

Pfeil nach oben

Flächenverbrauch verringern – ein notwendiges Konzept

Das Konzept des Thüringer Umweltministeriums zum sparsamen Umgang mit Flächen berücksichtigt neben Belangen des Boden- und Naturschutzes (Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen), den Bereich Altlasten sowie die Bedeutung des Flächensparens für den ländlichen Raum und die Landwirtschaft. Flächenhaushaltspolitik wird als Beitrag zur Daseinsvorsorge und Nachhaltigkeit verstanden. Der nachhaltige Umgang mit der Ressource Boden ist wirtschaftlich notwendig (spart Kosten), ökologisch (Versiegelung wird vermieden) und sozial (Disparitäten bei der Siedlungsentwicklung und -gestaltung werden vermieden oder vermindert).

Das Gebot zum Flächensparen ist als ein Arbeitsschwerpunkt der Thüringer Landesregierung für die Legislaturperiode 2009 bis 2013 in der Vereinbarung der Regierungskoalition vom Oktober 2009 festgeschrieben. Das Mengenziel, d.h. geringerer Flächenverbrauch, ist dabei genauso wichtig wie das Qualitätsziel, d.h. Erhalt beziehungsweise Wiederherstellen der ökologischen Funktion des Bodens.

 
 

Flächenhaushaltspolitik Folie

Folgendes sind die Kernpunkte eines intelligenten Flächenmanagements in Thüringen:

  • Begrenzung der Flächeninanspruchnahme durch verstärkte Nachnutzung/Revitalisierung von Brachflächen,
  • Wiederherstellung der ökologischen Funktion des Bodens durch Renaturierung,
  • Standortqualitätsverbesserung und Beseitigung von Schandflecken zur Erhöhung der Attraktivität der Regionen,
  • Bodenordnung (Boden als Trägersubstanz für Eigentums- und Nutzungstitel) zur zweckmäßigen Gestaltung von Liegenschaften, Erschließungszustand etc. 
  • Lenkung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen auf brachliegende Flächen.
     
Pfeil nach oben

Brachflächen sind landesweit erfasst - Informationen nutzen

In den Jahren 2004 bis 2006 wurden in den Thüringer Landkreisen und kreisfreien Städten alle Brachflächen erfasst. Das Ergebnis dieses in Deutschland bislang einzigartigen Projektes: In Thüringen gibt es rund 6.800 Hektar Brachflächen auf rund 7.000 Standorten. Diese Daten werden durch die Landkreise und Kommunen für die eigene Flächenplanung mit unterschiedlicher Intensität genutzt.


Die erhobenen Daten wurden auch im Hinblick auf ihre Nachnutzungsmöglichkeiten in den Kategorien Wohnen, Industrie/Gewerbe sowie Natur/Erholung untersucht.
Kriterien für die Einordnung waren die in der Datenbank erfassten Merkmale: Lage (Siedlungsgefüge, Randlage, Landschaftsraum) und Planungsrecht/zukünftige Nutzung und weitere Merkmale, z.B. verkehrliche Anbindung.

 

Räumliche Lage der Brachflächen
Quelle: Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen mbH, 2006

 

Von den rund 6.800 Hektar erfassten Brachflächen erscheinen etwa 56 Prozent der Flächen (ca. 3.300 Hektar) zur Baulandmobilisierung geeignet, während rund 44 Prozent (ca. 3.000 Hektar) für eine Renaturierung und damit auch für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen genutzt werden könnten. 

 

Pfeil nach oben

Leitfaden  – Szenarien für eine Nachnutzung

Landkreise und Kommunen in Thüringen engagieren sich seit Mitte der 1990er Jahre intensiv bei der Inwertsetzung ihrer Brachflächen.
So wurde z.B. in der Planungsregion Südwestthüringen unter Federführung des Wartburgkreises und der GFAW Meiningen (Gesellschaft für Arbeits- und Wirtschaftsförderung des Freistaates Thüringen) bereits vor einigen Jahren ein Brachflächenkataster erstellt, das in die landesweite Erfassung eingespeist werden konnte.
Der Landkreis Nordhausen entwickelte im Zuge der Erfassung der Brachflächen die Idee, die Bürgermeister als Verantwortliche für die Planungshoheit in den Gemeinden mit Handlungsempfehlungen zu unterstützen. Dieser Leitfaden, der durch die Fachhochschule Nordhausen erarbeitet wurde, zeigt Wege für die nutzungsbezogene und raumverträgliche Inwertsetzung der Brachflächen auf.

Den Kommunalen Leitfaden finden Sie unter www.landratsamt-nordhausen.de.

 

Pfeil nach oben

Ziele im Landesentwicklungsplan 2004 – Ausgleichsmaßnahmen lenken

Die Umsetzung dieses Politikschwerpunktes im Land findet bereits statt:

  • mit der Verankerung des Gebotes des Flächensparens und der Nachnutzung von
    Brachflächen im Landesentwicklungsplan 2004 (Kapitel 3, Abschnitt 3.4), vgl. www.thueringen.de/de/tmbv/rolp/
    Diese Grundsätze werden auch in die Regionalpläne und damit einhergehende Bindungswirkungen in den Bauleitplänen der Kommunen aufgenommen,
     
  • mit der Möglichkeit der Nutzung von Flächenpools für die Lenkung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen. Dies wurde im Sonneberger Unterland beispielhaft begonnen und soll nun, regional gegliedert, auch in weiteren Thüringer Landkreisen realisiert werden, z.B. durch Modellprojekte in den Landkreisen Kyffhäuser, Saale-Orla und Greiz.

Auch das Engagement des Thüringer Bauministeriums (Abteilung Städtebau und Raumordnung) und der Kommunen im Rahmen des Programms „Stadtumbau Ost“ sowie des in Thüringen speziell geschaffenen Innenstadt-Stabilisierungsprogramms („Genial zentral“) dokumentieren die aktive Rolle in diesem Prozess.

Thüringer Ministerium für Landentwicklung, Bau und Verkehr, Abteilung Städtebau und Raumordnung

 

Pfeil nach oben

Auch im ländlichen Raum - Brachflächen beseitigen

Eine seit 2007 geltende Förderrichtlinie, die wesentlich durch EFRE-Mittel finanziert wird, zielt auf die Revitalisierung von Brachflächen vorrangig im ländlichen Raum ab. Dies bedeutet oftmals Renaturierung. Mit dieser Förderrichtlinie ist es gelungen, bereits über 300 Hektar brachliegende Fläche (215 Förderfälle) wieder nutzbar zu machen. Ansprechpartner für die Umsetzung der Richtlinie sind die Ämter für Landentwicklung und Flurneuordnung.

Logo EFRE

Download-Icon Förderrichtlinie
Größe: 92315 Bytes

Download-Icon Antragsformular
Größe: 148081 Bytes

Zuständig für die Umsetzung der Richtlinie sind die Ämter für Landentwicklung und Flurneuordnung

 ÄLF

Pfeil nach oben

Rückblick: Versiegelung von Flächen – ein schleichender Prozess

Brachflächen und deren sinnvolle Nachnutzung sind kein neues Thema. Verursacht durch die drastische Reduzierung der Produktionsstandorte der Montan-Industrie sind alle europäischen Industriestaaten betroffen. Mit dem Bruch der vorhandenen Wirtschaftsstrukturen seit 1990 erfasste das Thema vor allem auch die neuen deutschen Bundesländer.

Seit jeher geht mit der wirtschaftlichen und demographischen Entwicklung die Versiegelung von Flächen einher. Allerdings hat sie seit den 90er Jahren auch in Thüringen neue Dimensionen erreicht – begründet durch die Verkehrsprojekte Deutsche Einheit, ebenso wie zahlreiche Entscheidungen der Gemeinden für neue Bau- oder Gewerbegebiete. Die Summe aller Einzelvorhaben führt zu massiven Auswirkungen auf den Landschafts- und Naturraum.

Die Versiegelung von Flächen gewinnt zusätzlich an Brisanz, da gleichzeitig neue Brachflächen durch leer stehende Wohngebäude, nicht mehr genutzte gewerbliche Betriebsgebäude oder ungenutzte Gewerbeflächen entstehen; in Thüringen immerhin rund ein Hektar pro Tag.

 

Pfeil nach oben

  

Weitere interessante Adressen zum Thema sind zu finden im Internet:

Rat für Nachhaltige Entwicklung: www.nachhaltigkeitsrat.de
Umweltbundesamt: www.uba.de
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung: www.bbr.de
Bundesministerium für Bildung und Forschung: www.bmbf.bund.de
Thüringer Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Verkehr: www.thueringen.de/de/tmlbv/sw/staedtebau
  www.thueringen.de/de/tmbv/rolp
Thüringer Landesanstalt für Umwelt: www.tlug-jena.de
Brachflächen-Portal: www.brachflaeche.de
Fachhochschule Nordhausen: www.fh-nordhausen.de
Kommunaler Leitfaden: www.landratsamt-nordhausen.de
Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen mbH: www.leg-thueringen.de
Fläche im Kreis- Forschungsprogramm des bbr: www.flaeche-im-kreis.de