
Mit dem Durchschneiden eines Bandes zur Freigabe des rund 3 Kilometer langen ländlichen Weges zwischen Wolfmannshausen und Behrungen wurden am 17. April 2013 die Baumaßnahmen in den Flurbereinigungsverfahren Wolfmannshausen, Behrungen und Berkach offiziell abgeschlossen.
In der Gemeinde Grabfeld werden derzeit auf einer Fläche von ca. 5.400 Hektar Flurbereinigungsverfahren durchgeführt. Auf der Autobahnbrücke bei Queienfeld hat man einen guten Blick in die Region. Hier informierte das Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung Meiningen über die bisherigen Leistungen der Landentwicklung in der Gemeinde. Vertreter aus Verwaltung, Politik und Wirtschaft überzeugten sich vor Ort von den in den Flurbereinigungsverfahren Wolfmannshausen, Behrungen, Berkach, Queienfeld-Rentwertshausen und Nordheim-Schwickershausen hergestellten gemeinschaftlichen Anlagen.
Bürgermeister Ingo Hein erläuterte, dass die ganze Region von den infrastrukturellen Maßnahmen profitiert hat. „Hier bei uns sind die blühenden Landschaften Realität geworden“, führte er aus. Dafür zollte er den Vertretern des Amtes und des Verbandes für Landentwicklung und Flurneuordnung ein großes Lob. Gleichzeitig richtete er die Bitte an Herrn Staatssekretär Richwien, sich weiter für die ländliche Entwicklung einzusetzen. So können auch andere Dörfer und Gemeinden von der Flurbereinigung und Dorfentwicklung profitieren.
Am 19. und 20.11.2012 weilte eine Delegation der Thüringer Landentwicklungsverwaltung unter der Leitung des Abteilungsleiters Ländlicher Raum und Forsten, Herrn Prof. Dr. Thöne, in Krakau, um die bisherigen Ergebnisse des Gemeinschaftsprojektes der Wojewodschaft Kleinpolen und des Thüringer Ministeriums für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz „Verbesserung der regionalen Verwaltung für Landentwicklung und Flurneuordnung in Kleinpolen – Erstellung eines Projektbezogenen Integrierten Ländlichen Entwicklungsplanes“ vorzustellen.
Am 19.11.2012 stand am Vormittag ein Workshop zur Auswertung der bisherigen Ergebnisse auf dem Programm. Am Nachmittag wurden in einem Gespräch mit dem Vorstandsmitglied der Wojewodschaft Kleinpolen, Herrn Dr. Sorys, aktuelle Probleme der Entwicklung der ländlichen Räume in Kleinpolen und Thüringen erörtert und die weitere Zusammenarbeit besprochen.
Am 20.11.2012 nahm die Thüringer Delegation an der VI. Internationalen Landentwicklungskonferenz der Wojewodschaft Kleinpolen teil.
Herr Prof. Dr. Thöne, Abteilungsleiter Ländlicher Raum und Forsten, überbrachte im Auftrag von Herrn Minister Jürgen Reinholz ein Grußwort und hielt einen Fachvortrag zum „Modell der Landentwicklung in Deutschland am Beispiel des Freistaates Thüringen“.
Herr Heiko Ender, Gruppenleiter im Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung Meiningen, stellte in einem Fachvortrag die „Ergebnisse des Projektbezogenen Integrierten Ländlichen Entwicklungsplanes für das Modellprojekt „Landentwicklungsverfahren - Flurbereinigung Nieciecza und Czyzow“ vor.
Herr Rainer Franke, Vorsitzender des Verbandes für Landentwicklung und Flurneuordnung Thüringen, referierte zum Thema „Vorbereitung Integrierter Landentwicklungsverfahren – Vorschläge für Kleinpolen und Polen“.
Im Rahmen der Konferenz wurde das Buch „Projektbezogener Integrierter Ländlicher Entwicklungsplan (ILEP) zur Vorbereitung eines Flurbereinigungsverfahrens in den Gemarkungen Nieciecza und Czyżów (Stadt/Gemeinde Żabno)” an die Konferenzteilnehmer überreicht.
Die Ergebnisse dieser Untersuchungen und Arbeit sollen als Grundlage für die Anordnung und Durchführung des „Landentwicklungsverfahrens - Flurbereinigung Nieciecza und Czyzow“ genutzt werden und Grundlage für die künftige Vorbereitung weiterer Verfahren in Kleinpolen bilden.
In diesem Jahr ging für Thüringen das kleine Dorf Rieth mit 326 Einwohnern aus dem Landkreis Hildburghausen an den Start für den Europäischen Dorfwettbewerb. Ziel war es, die Entwicklung und Vorbildbedeutung der dörflichen und regionalen Entwicklungsinitiativen, der Gemeinden und Leader-Regionen hervorzuheben, ins Rampenlicht zu rücken und zu bürgerschaftlichem Engagement zu mobilisieren. Dabei hat der südthüringer Ort im Heldburger Unterland einen sehr guten mittleren Platz erzielt.
Rieth erhielt den Europäischen Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in mehreren Bereichen der Dorfentwicklung. Die Auszeichnungsveranstaltung fand in Langenegg und Wolfurt, Voralberg in Österreich, statt. Der Ort Langenegg war Sieger im Jahr 2010.
Zusammen mit 43 Riether Einwohnern nahmen der Amtsleiter, Herr Rommel, und die Gruppenleiterin der Dorferneuerung, Frau Dr. Reiter, vom Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung Meiningen an der Veranstaltung vom 20.09. bis 22.09.2012 in Voralberg teil.
Es waren drei erlebnisreiche Tage. Die Langenegger organisierten zusammen mit dem Team der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung großartige Veranstaltungen. Jede Gästegruppe bekam einen Paten zur Seite gestellt, der sie die drei Tage begleitete und informierte. Am Donnerstag gab es eine Empfangsveranstaltung durch den Bürgermeister, Herrn Moosburger, von Langenegg. Der Freitag begann mit vier verschiedenen sehr informativen Workshops. Danach wurden die Gäste zur Auszeichnungsveranstaltung nach Wolfurt gefahren. Mit Festreden, verschiedenen Programmpunkten bis hin zur eigentlichen Preisverleihung war es eine sehr gelungene und ergreifende Veranstaltung. Besonders die Multimedia-Präsentation mit den schönsten Bildern der teilnehmenden Orte und deren Darbietung durch die Geschäftsführerin, Frau Theres Friewald-Hofbauer der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, war für alle sehr beeindruckend. Am Abend wurde der Marktplatz „Europa erleben“ in Langenegg eröffnet. Hier stellten sich alle Teilnehmer des Wettbewerbes vor. Es gab genug Gelegenheit zum Feiern, Musizieren, Essen und Trinken, einander Kennenlernen und Erfahrungen austauschen. Am Samstag gab es geführte Dorfrundgänge und Exkursionen. Die Riether nahmen an einer Exkursion teil, die sie zu einer Sennerei in Langenegg, einem Frauenmuseum in Hittisau und einer Juppenwerkstatt nach Riefensburg führte. Gegen 15 Uhr verließen sie den europäischen Marktplatz und fuhren voller positiver Eindrücke, Erfahrungen und Inspirationen wieder nach Thüringen zurück.
Auch in diesem Jahr konnte das ALF Meiningen Studenten der TU München aus China, Kambodscha, Ghana, Zimbabwe, Peru, Eritrea, Malaysia, Indonesien und von den Philippinen begrüßen. Die Studenten, die einen zweijährigen internationalen Masterstudiengang der TU München „Land Management and Land Tenure“ absolvieren, besuchten den Amtsbereich im Rahmen einer Fachexkursion am 23. und 24.07.2012.
Der Amtsleiter Herr Knut Rommel erläuterte im Flurbereinigungsverfahren Dankmarshausen, wie durch Landentwicklung Nutzungs- und Interessenkonflikte im ländlichen Raum, hier zwischen Landwirtschaft, Naturschutz und Gemeinde, aufgelöst werden können.
Im Stiftsgut Wilhelmsglücksbrunn stellte Herr Lehrach von der Grontmij GmbH am Beispiel des Flurbereinigungsverfahrens Creuzburg die Einbindung von Dienstleistern in die Bearbeitung von Landentwicklungsverfahren vor. Gleichzeitig konnten in diesem Verfahren die Möglichkeiten der Landentwicklung zur Förderung nachhaltiger Entwicklung in den Regionen gezeigt werden. Am Abend wurden die Studenten vom Abteilungsleiter des TMLFUN Herrn Prof. Dr. Thöne begrüßt, mit dem sie viele Fragen zur Landentwicklung und zur deren Verwaltung in Thüringen diskutieren konnten.
Am zweiten Tag erlebten die Studenten, dass die Begleitung großer Infrastrukturmaßnahmen durch Landentwicklungsverfahren auch Entwicklungschancen für die betroffene Region bietet. Herr Lutz von der Thüringer Landgesellschaft mbH zeigte dies am Beispiel der Flurbereinigungsverfahren für die Hörselbergumfahrung der Autobahn A4.
Neben den fachlichen Inhalten der Exkursion sollten die Sehenswürdigkeiten der Region nicht zu kurz kommen. Daher nahmen die Studenten vor ihrer Weiterfahrt nach Sachsen an einer Führung auf der Wartburg teil.
Am 10.07.2012 fand in Gleichamberg, Landkreis Hildburghausen, die 3. Regionalkonferenz der drei Regionalen LEADER Aktionsgruppen (RAG) „Wartburgregion e. V.“, „Henneberger Land e. V.“ und „Hildburghausen – Sonneberg e. V.“ statt. Sie stand unter der Schirmherrschaft der Akademie Ländlicher Raum Thüringen.
Die Veranstaltung war mit ca. 140 Teilnehmern, insbesondere Bürgermeistern, Vertretern von Vereinen, Verbänden, Banken, Behörden und Unternehmen des Ländlichen Raumes sehr gut besucht. Dadurch wurde erkennbar, dass die Themen der sozialen Dorfinnenentwicklung auf großes Interesse stoßen. Schon in den Begrüßungsansprachen von dem Vorsitzenden der RAG „Hildburghausen – Sonneberg e. V.“ Herrn Seifert, dem Amtsleiter für Landentwicklung und Flurneuordnung, Knut Rommel, dem Landrat von Hildburghausen, Thomas Müller und der 1. Beigeordneten des Wartburgkreises, Frau Gehret, wurde deutlich, dass den Dörfern in Südthüringen nicht bange sein muss. Letztlich hängt es von den Dorfbewohnern selbst ab, wie sie ihr Dorf und das Dorfleben gestalten, damit ihr Dorf nicht ausstirbt. Ideen dazu wurden in den Vorträgen vorgestellt.
Frau Prof. Dr. Eich-Born, Geschäftsführerin der IBA Thüringen, verwies auf die neue Förderperiode ab 2014-2020. Fünf EU-Fonds sollen aufeinander abgestimmt werden. Es soll eine Förderung integrierter Ansätze zur territorialen Zusammenarbeit und Entwicklung geben. Dabei wies sie auch auf die Bedeutung der RAGen hin, die in Thüringen flächendeckend vertreten sind. Sie sollen ein wichtiger Partner der Internationalen Bauausstellung (IBA) in Thüringen werden, denn die IBA Thüringen ist keine herkömmliche IBA, sondern ein zwölfjähriger Kommunikations- und praktischer Entwicklungsprozess, bei dem innovative Antworten für zentrale Zukunftsfragen in Thüringen gefunden werden sollen.
Den Abschluss der Regionalkonferenz bildete eine Podiumsdiskussion, die ein Resümee aus den Vorträgen zog. Frau Bräsicke, Bereich Sozialplanung Wartburgkreis, verwies nochmals auf die Beteiligung und Integration der Betreffenden vor Ort. Herr Michaelis vom Hildburghäuser Bildungszentrum stärkte die Bedeutung der Jugend im ländlichen Raum und gab zu bedenken, dass die Gewöhnung der Kleinsten an Mobilität, sei es durch Fahrten in die Kita oder Grundschule, die Bindung an das eigene Dorf mindern können. Der Abteilungsleiter Ländlicher Raum, Forsten, Herr Prof. Dr. Thöne gab dem Podiumsleiter, Herrn Klich, ein Versprechen, dass er nach Möglichkeiten sucht, den erfolgreichen Wettbewerb „Dörfer in Aktion“ Thüringen weiter fortzusetzen.
Ergebnis dieser Konferenz war, den demografischen, energetischen und soziokulturellen Wandel im ländlichen Raum als Chance zu begreifen und mit Hilfe von Politikern, Verwaltung, Planern, Beratern und den Akteuren vor Ort die Zukunftsfragen mit guten Projekten und Ideen anzugehen.
Kleinpolen und Thüringen verbindet seit 1997 eine enge und freundschaftliche Zusammenarbeit, die seit 2005 auch im Bereich der Landentwicklung sehr erfolgreich praktiziert wird.
Im Rahmen des Gemeinschaftsprojektes „Verbesserung der regionalen Verwaltung für Landentwicklung und Flurneuordnung in Kleinpolen“ wird ein projektbezogener Integrierter Ländlicher Entwicklungsplan (ILEP) zur Vorbereitung eines Flurbereinigungsverfahrens mit Umsetzung investiver Maßnahmen in der Feld- und Waldlage sowie Dorfentwicklungs- und –erneuerungsmaßnahmen in den Ortslagen in den Gemarkungen Nieciecza und Czyżów (Stadt/Gemeinde Żabno) nach Thüringer Muster erstellt, der als Grundlage für die Anordnung des Verfahrens dienen soll.
Die Vertreter des ALF Meiningen weilten vom 18.06.-20.06.2012 in Krakau und Zabno, um die bisherigen Ergebnisse vorzustellen und die örtlichen Arbeiten zur Erstellung des ILEP abzuschließen.
Abstimmungstermin in der Projektgemeinde Zabno
Auf dem Programm stand darüber hinaus ein umfangreicher Erfahrungsaustausch mit Vertretern des Marschallamtes der Wojewodschaft Kleinpolen und des Büros für Geodäsie und ländlicher Raum Krakau zu Fragen der Landentwicklung.
Gespräch im Marschallamt Krakau
Am 14. Juni 2012 wurde die neue Flutmulde an der Effelder offiziell an die Gemeinde übergeben.
Der Termin wurde begleitet von Prof. Dr. Karl-Friedrich Thöne vom Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz sowie Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung.
Die Errichtung von Hochwasserschutzbauwerken aber auch die Neuordnung der Grundstücke zeigt in Döhlau eindrucksvoll, welche Möglichkeiten die Landentwicklung für die zukunftsfähige Gestaltung des ländlichen Raumes besitzt.
Zur Geschichte der Maßnahme:
Im Rahmen der Flurbereinigung Schalkau wurde das Ingenieurbüro Prowa GmbH Erfurt beauftragt, eine Planungsgrundlage für einen wirksamen Hochwasserschutz in der Ortslage Döhlau zu erstellen. Von Oktober 2011 bis Mai 2012 wurden der Ausbau der Flutmulde mit Absenkung der Straße und die Errichtung einer Verwallung sowie die Anhebung des Geländes realisiert.
Am 13. Juni 2012 übergab Knut Rommel, Amtsleiter des Amtes für Landentwicklung und Flurneuordnung Meiningen, dem Bürgermeister der Gemeinde Judenbach den Fördermittelbescheid.
Das Multifunktionszentrum erhält Räumlichkeiten für künstlerische und landwirtschaftliche Ausstellungen mit überregionaler Bedeutung. Auch die Einrichtung eines Traditionsstandortes der Judenbacher Spielzeugherstellung soll an diesem Standort realisiert werden. Dieser ist eng mit dem Judenbacher Künstler und Ehrenbürger Ali Kurt Baumgarten verbunden.
Der in der Planungsphase befindliche Lutherweg wird künftig das multifunktionale Zentrum von Judenbach kreuzen.
Ein weiteres Highlight für den Tourismus in dieser Region wird die Loipe über Neuenfarn bis zum Rennsteig sein.
Für den 1. Bauabschnitt „ Alte Handelsstraße 83“ erhielt die Gemeinde Judenbach eine Förderung in Höhe von 225.000 €. Das Vorhaben wurde mit dem Landkreis und der Stadt Sonneberg abgestimmt sowie vom örtlichen Kindergarten, der Grundschule, der Volkshochschule und des Staatlichen Berufsbildungszentrums unterstützt.
Am 05.06.2012 wurde die Wanderausstellung „Wir entwickeln (T) Räume“, durch den Landrat des Landkreises Hildburghausen Herrn Thomas Müller gemeinsam mit dem Leiter des Amtes für Landentwicklung und Flurneuordnung Meiningen Herrn Knut Rommel im Landratsamt Hildburghausen feierlich eröffnet.
Die zahlreichen Gäste, Vertreter der Kommunen, der Politik, die Partner der Landwirtschaft sowie Vertreter von Verbänden und Vereinen waren sich darüber einig, dass hier eine gelungene Retrospektive auf die 20 jährige Arbeit der Landentwicklungsverwaltung in Thüringen zu sehen ist. Aus den Bereichen Flurbereinigung, Wegebau, Dorferneuerung, LEADER aber auch Revitalisierung werden umfangreiche Maßnahmen der Ämter für Landentwicklung und Flurneuordnung Gotha, Gera und Meiningen gezeigt.
Das Anliegen der Landentwicklung, den ländlichen Raum auch in Zukunft als Lebens-, Wohn- und Arbeitsort zu erhalten und zukunftsfähig zu gestalten und damit verbunden auch weiterhin als verlässlicher Partner mit den Instrumenten der Landentwicklung im ländlichen Raum tätig zu sein, soll durch die Ausstellung deutlich gemacht werden.
Die Ausstellung ist noch bis 29.06.2012 in Hildburghausen zu sehen.