
Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen für Eingriffe in Natur und Landschaft sind richtig und wichtig. Doch oft ist der Acker zu wertvoll, weshalb die Wahl solcher Standorte zunehmend auf Widerstand stößt. Umso wichtiger sind breit abgestimmte Konzepte, die weg vom Acker führen und andere geeignete Flächen aufzeigen.
Für den Raum Breitungen/Werra ist ein solches Konzept im Auftrag der Regionalen Aktionsgruppe (RAG) LEADER Henneberger Land e.V. erstellt worden. Es entstand in den Jahren 2010 und 2011 im Rahmen eines Integrierten ländlichen Entwicklungskonzeptes (ILEK), beauftragt war die Grontmij GmbH als Planungsbüro. Das ILEK wurde vom Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung Meiningen aus dem ELER-Fonds mit Mitteln der EU und des Freistaates Thüringen gefördert.
Die Rahmenvereinbarung zur Umsetzung dieses ILEK wurde am 17.02.2012 im Rathaus von Breitungen unterzeichnet. Die Maßnahmen aus dem erarbeiteten Pool für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen können nun für Eingriffe in Natur und Landschaft eingesetzt werden. Mit der Verwaltung und Betreuung des Pools wurde der Verband für Landentwicklung und Flurneuordnung (VLF) Thüringen beauftragt.
An der Rahmenvereinbarung zum Kompensationsflächen- und Umsetzungspool Breitungen/Werra beteiligen sich:
Dieser Kompensationsflächen- und Umsetzungspool ist auch ein Beitrag zu einer nachhaltigen Flächenpolitik.
|
|
Unterzeichnung der Rahmenvereinbahrung Hintere Reihe: Herr Wichler (Roßdorf), Herr Leifer (Rosa), Herr Kettnaker (ONB),Herr Dr. Franz (LWA), Herr Ripken (FoA), Herr Römhild (Fambach), Herr Ulrich (Schmalkalden) Vordere Reihe: Herr Thielemann (LK SM), Herr Rommel (ALF), Herr Dr. Schwarz (TBV), Herr Heimrich (Breitungen), Herr Volkmer-Lewandowski (VLF) Foto: ALF Meiningen |
Herr Minister Jürgen Reinholz übergibt zum Abschluss des Vorausbaus in Heubisch und Mupperg an historischer Stelle einen ländlichen Weg Foto: Grontmij GmbH Weimar |
Am 12.Dezember 2011 besuchte der Thüringer Minister für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz, Jürgen Reinholz, auf Einladung des ALF Meiningen (Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung) die Flurbereinigungsverfahren Heubisch und Mupperg. In beiden Verfahren wird 2011/2012 der Vorausbau abgeschlossen. An historischer Stelle, wo 1989 die Grenze geöffnet wurde, übergab Herr Minister Reinholz offiziell eines der letzten Projekte, einen fertig gestellten Weg. Dieser neu gebaute Weg sorgt für die Erschließung der Flächen des Grünen Bandes, der Steinach als Gewässer 1. Ordnung und des Friedhofs der Ortslage Mupperg. Nach der symbolischen Übergabe der letzten Projekte in den Verfahren Heubisch und Mupperg wurden während einer Flurfahrt weitere Aktivitäten der vergangenen Ausbauprogramme und der Dorferneuerung vorgestellt. Die Kosten für den Ausbau liegen im Verfahren Heubisch bei 1,37 Millionen Euro und im Verfahren Mupperg bei gut 2,15 Millionen Euro. In den Verfahren haben das Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung Meiningen, die Gemeinden, die Vorstände der Teilnehmergemeinschaften, der Verband für Landentwicklung und Flurneuordnung, die Grontmij GmbH sowie weitere Behörden und Verbände zusammengearbeitet. Der Bürgermeister, Herr Rosenbauer, und der Vorstandsvorsitzende der TG Mupperg, Herr Gumpert, bedankten sich bei allen Mitwirkenden an der Flurbereinigung in Heubisch und Mupperg. „Es sind wirklich blühende Landschaften im Sonneberger Unterland entstanden“, freute sich Herr Rosenbauer. Durch den Abschluss des Ausbaus sind die beiden Verfahren einen großen Schritt weiter vorangekommen und die nächsten Arbeitsschritte, wie Planwunschtermine, Zuteilungsberechnung bis zur Aufstellung des Flurbereinigungsplanes können durchgeführt werden.
Polnische Experten der Landwirtschaftlichen Universität Krakau, des Nationalinstitutes für Landwirtschaft, des Marschallamtes der Wojewodschaft Kleinpolen und der Bürgermeister der Gemeinde Zabno waren vom 09.11.-12.11.2011 zu Gast im Amtsbereich des ALF Meiningen.
Im Rahmen der Zusammenarbeit des Freistaates Thüringen mit der Wojewodschaft Kleinpolen wollten sich die Gäste anhand praktischer Beispiele mit der Flurbereinigung in Thüringen vertraut machen.
Bei einer Exkursion im Landkreis Sonneberg wurde ihnen in Neuhaus-Schierschnitz die Flurbereinigung in Thüringen am Beispiel des Verfahrens Rotheul durch den Bürgermeister der Gemeinde Herrn Hennrik Oberender und den Gruppenleiter des ALF Meiningen Herrn Heiko Ender erklärt.
Im Gelände konnten sich die Experten dann von den Ergebnissen der Flurbereinigung persönlich überzeugen.
Auch die Belange der Dorfentwicklung waren ein Thema während des Aufenthaltes in Thüringen. Hierzu erhielten sie in der Gemeinde Judenbach ausführliche Informationen, die Ihnen der Bürgermeister Herr Albrecht Morgenroth gemeinsam mit dem beauftragten Architekturbüro in anschaulicher Weise vermittelte.
Landrat Reinhard Krebs und Amtsleiter Knut Rommel eröffnen Foto: ALF Meiningen |
Der ländliche Raum in Thüringen steht vor besonderen Herausforderungen. Die Gestaltung des demografischen Wandels oder das rechtzeitige Reagieren auf die prognostizierten Klimaänderungen, sind mittlerweile wesentliche Gemeinschaftsaufgaben. Der Freistaat Thüringen, die Landkreise und Kommunen, aber auch Verbände und Vereine sind gefordert, den ländlichen Raum in Thüringen als Lebens-, Wohn- und Arbeitsort zu erhalten und zukunftsfähig zu entwickeln.
Die Ämter für Landentwicklung und Flurneuordnung (ÄLF) sind bei der Bewältigung dieser Aufgabe seit nunmehr 20 Jahren ein verlässlicher Partner und unterstützen im Rahmen der integrierten ländlichen Entwicklung die Dorf- und Flurentwicklung, die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements und die eigentums- und landschaftsverträgliche Umsetzung großer Infrastrukturmaßnahmen.
Dass es dabei um mehr als nur die Bereitstellung der für den ländlichen Raum wichtigen Fördermittel von EU, Bund und Freistaat Thüringen geht, zeigt die Wanderausstellung „Landentwicklung Thüringen“ unter dem Motto „Wir entwickeln (T)Räume“, die zurzeit erstmals im Amtsbereich des ALF Meiningen im Landratsamt Bad Salzungen zu sehen ist. Am 4. November 2011 eröffneten der Landrat des Wartburgkreises, Reinhardt Krebs, und der Amtsleiter des ALF Meiningen, Knut Rommel, gemeinsam die Schau.
„Wir entwickeln (T)Räume“ Unter diesem Motto steht die Wanderausstellung der Landentwicklungsverwaltung Thüringen, die Roland Richwien, Staatssekretär im TMLFUN, am 01. Oktober 2011 in Rudolstadt anlässlich des Landeserntedankfestes eröffnete.
Grußworte von Staatssekretär Richwien, Landrat Müller und RAG Vorstandsvorsitzenden SeifertFoto: ALF Meiningen |
Staatssekretär Roland Richwien hat am 17. August zusammen mit Landrat Thomas Müller und dem Vorstandsvorsitzenden der RAG LEADER Hildburghausen-Sonneberg e. V., Albert Seifert, den Startschuss für die Erweiterung der Landtechnikausstellung im Museum Kloster Veßra (Landkreis Hildburghausen) gegeben. Das Projekt hat einen Investitionsumfang von 1,2 Millionen Euro.
Das Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung (ALF) Meiningen fördert über die RAG LEADER Hildburghausen-Sonneberg e. V. die Investition gemäß der Förderrichtlinie der integrierten ländlichen Entwicklung mit 630.000 Euro. Weitere Fördermittel werden über das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur ausgereicht.
Die bisherige Ausstellung soll um eine Ausstellungshalle für etwa sieben Exponate landwirtschaftlicher Großtechnik, eine Feldscheune und eine Spielscheune für die jüngsten Museumsbesucher erweitert werden. Zukünftig soll unter dem Projekttitel „Historische Landtechnik in Bewegung erleben“ die Technik in Aktion betrieben werden.
Bemerkenswert an dem Projekt ist die Beteiligung von einer Vielzahl von Partnern, die an der Vorbereitung und Umsetzung mitwirken, wie das Museum Kloster Veßra selbst, die VG Feldstein, die Stadt Themar, die Gemeinde Kloster Veßra, das ALF Meiningen, die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, die Südthüringer Kreisbauernverbände, der Hennebergisch-Fränkische Geschichtsverein e. V. und die RAG LEADER Hildburghausen-Sonneberg e.V.. Mit der Erweiterung soll dem Stammpublikum etwas Neues geboten und auch weitere Zielgruppen, wie zum Beispiel Familien, angesprochen werden.
|
|
Herr Staatssekretär Richwien baggert die erste Baugrube auf Foto: ALF Meiningen |
Sanierte Sporthalle in MuppergFoto: ALF Meiningen |
Dreifachen Grund zur Freude hatten die Einwohner von Mupperg am 6. August: An einem Tag konnten sie die neue Turnhalle einweihen, den Fördermittelbescheid zur Sanierung des Gasthauses „Rote Ochse“ entgegennehmen und ihr Backhausfest eröffnen. Staatssekretär Roland Richwien vom Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz war persönlich angereist, um den Fördermittelbescheid zu überreichen.
Unter dem Motto „Eine Halle für alle“ wurde die Sporthalle durch die Mupperger und zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft feierlich eingeweiht. Die Gemeinde-Sporthalle aus dem Jahr 1985 war mit Fördermitteln aus dem Dorferneuerungsprogramm grundlegend saniert worden. Es erfolgten eine energetische Sanierung des Gebäudes, der Einbau von neuen Fenstern, Türen, einer Heizungsanlage sowie neuer Sanitäranlagen und der Anbau eines Treppenhauses.
Der SV Mupperg kann die Halle nun wieder für den Breitensport nutzen, genauso wie die Kinder aus den Kindergärten Mupperg, Mogger und Heubisch sowie zwei Jugendtanzgruppen. Es können Chöre auftreten und die jährliche Ausstellung des Geflügelzüchtervereins ist ebenfalls abgesichert.
Jens Tautenhahn vom Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung (ALF) erwähnte in seiner Festansprache, dass der Ort seit 1993 im Rahmen der Flurbereinigung und der Dorferneuerung vom Amt in Meiningen begleitet wird. Bislang flossen für Investitionen in Höhe von 1,3 Millionen Euro rund 780.000 Euro vom ALF nach Mupperg. Tautenhahn betonte, dass es in den letzten Jahren neben Maßnahmen zur Verschönerung des Ortes verstärkt um die Verbesserung der Funktionalität und Entwicklung im Ort und in der Gemeinde Föritz ging.
Die ehemalige Gaststätte „Roter Ochse“, die 1744 erbaut wurde, bildet zusammen mit Kirche, Pfarrhaus, Turnhalle und ehemaliger Schule das Zentrum des Ortes.
Im Rahmen der Dorferneuerung soll das gesamte Gebäude nach Vorgaben des Denkmalschutzes saniert werden. Dies stellt eine besondere Herausforderung dar, da der gesamte Dachstuhl und die Fachwerkfassade schwerwiegende Schäden aufweisen.
Im Obergeschoss befindet sich der einzige große Saal der Gemeinde Föritz. Die freien Räume im Erdgeschoss werden als Vereinszimmer für die örtliche freiwillige Feuerwehr sowie die weiteren sechs Mupperger Vereine umgebaut.
Die geplante Sanierung des Gebäudes sowie die Schaffung von Veranstaltungsräumen für die örtlichen Vereine bedeuten einen wichtigen Schritt zur Erhaltung und Verbesserung der Lebensqualität in Mupperg und für die Bevölkerung der Gemeinde Föritz. Die Sanierung des „Roten Ochsen“ soll im Jahr 2013 abgeschlossen sein.
Die Eröffnung des Backofenfestes durch Herrn Staatssekretär Richwien am Nachmittag bildete einen gelungenen Abschluss dieses ereignisreichen Tages in Mupperg. Viele Einwohner und zahlreiche Gäste aus der Umgebung ließen sich die 50 Sorten Kuchen und selbstgebackenes Brot schmecken.
Amtsleiter Knut Rommel (links) erklärt mit Unterstützung von Dolmetscherin Brigitte Stahr das Flurbereinigungsverfahren Dankmarshäuser RhädenFoto: ALF Meiningen |
Der Masterstudiengang 2010-2012 „Land Management and Land Tenure“ der TU München mit Studenten aus Asien, Amerika, Südamerika, Afrika und Europa, besuchte im Rahmen einer zweitägigen Fachexkursion vom 25.-26.07.2011 den Amtsbereich des ALF Meiningen. Begleitet wurde die Gruppe durch das Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz, vertreten durch Frau Sabine Fritzlar und Herrn Christian Schmidt.
Erster Anlaufpunkt der Exkursionsgruppe war das Flurbereinigungsverfahren „Dankmarshäuser Rhäden“ im Wartburgkreis. Hier erläuterte der Amtsleiter des ALF Meiningen, Herr Knut Rommel, unterstützt vom Bürgermeister der Gemeinde Dankmarshausen, Herrn Manfred Stein, wie durch Landentwicklung im Rahmen eines Flurbereinigungsverfahrens Nutzungs- und Interessenkonflikte im ländlichen Raum aufgelöst werden können. Im Dankmarshäuser Rhäden, einem für den Vogelschutz überaus wichtigen Gebiet in der Werraaue an der Grenze zu Hessen, konnten die Belange von Naturschutz und Landwirtschaft in Einklang gebracht werden. Gleichzeitig profitierte die Gemeinde Dankmarshausen von einem neu entstandenen Gebiet für Naturerlebnis und sanften Tourismus. Neben dem fachlichen Inhalt der Exkursion sollten die Sehenswürdigkeiten der Region nicht zu kurz kommen. Daher nahmen die Studenten am Nachmittag an einer Führung auf der Wartburg teil. Im Anschluss wurde das Stiftsgut Wilhelmsglücksbrunn nahe Creuzburg besichtigt. Auch hier stand die Flurbereinigung im Mittelpunkt der Diskussion. Der Vorsitzende des Verbandes für Landentwicklung und Flurneuordnung, Herr Arnd Volkmer-Lewandowski, erläuterte die Aufgaben der Teilnehmergemeinschaft und deren Verbandes in der Flurbereinigung. Das Stiftsgut Wilhelmsglücksbrunn liegt im Flurbereinigungsverfahren Creuzburg, in dessen Zuge wesentliche Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege umgesetzt wurden.
Nach einer erholsamen Nacht im Stiftsgut machte sich die Delegation auf den Weg nach Mülverstedt. Im Trachtenhaus stellte der Bürgermeister, Herr Müller, und das Planungsbüro Schindler unter Beisein von Herrn Hartmann aus dem ALF Gotha die Instrumente Dorferneuerung und Dorfentwicklung am Beispiel der Gemeinde vor. Während der anschließenden Ortsbesichtigung konnten sich die Studenten ein Bild der bisher durchgeführten Maßnahmen machen. Der nächste Programmpunkt führte zum Baumkronenpfad des Nationalpark Hainich mit anschließendem Mittagessen in Thiemsburg.
In Ettenhausen informierte Herr Roland Thombrink (links) von der Thüringer Landgesellschaft über die OrtsregulierungFoto: ALF Meiningen |
Am Nachmittag stand die Integrierte Ländliche Entwicklung am Beispiel der Flurneuordnungsverfahren im Bereich der Verlegung der BAB A4 - Umfahrung Eisenach/Hörselberge - auf dem Programm. Vier von fünf Verfahren werden hier durch die Thüringer Landgesellschaft unter Aufsicht des Amtes für Landentwicklung und Flurneuordnung Meiningen bearbeitet. Ziel war, das studentische Wissen in Bezug auf Ländliche Entwicklung anhand aktueller Beispiele im Rahmen der Flurbereinigung zu vertiefen. Herr Roland Tombrink von der Thüringer Landgesellschaft erläuterte zunächst die Zusammenarbeit von Behörden, Verband für Landentwicklung und Flurneuordnung, Firmen und weiterer Institutionen innerhalb solcher Flurbereinigungsverfahren, sowie die Gründe der Anordnung und die Bearbeitungsstände in den einzelnen Verfahren.
Anschließend wurden vor Ort in den Flurbereinigungsverfahren Wenigenlupnitz und Hastrungsfeld-Burla unter anderem folgende Maßnahmen gezeigt:
An den zwei Exkursionstagen konnte den Studenten anschaulich gezeigt werden, dass die Dorferneuerung und Flurbereinigung vielfältige und universelle Instrumente der Landentwicklung sind, mit denen Belange und Ansprüche der unterschiedlichsten Bereiche an den ländlichen Raum abgewogen und abgestimmt werden können.