
Die heutige Justizvollzugsanstalt Gera ist kein typischer Gefängnisbau. Ehemals als Vereinshaus gebaut (Südflügel) wurde dieses um 1876 durch den Existenzgründer Karl Klotz als Brauerei umgebaut.
(Die damalige Adresse lautete: Greizer Straße 18)
1878 ging die Brauerei in den Besitz der "Reichsbrauerei" über und wurde 1886 "Bürgerliches Brauhaus".
Die erste umfassende Veränderung des Gebäudekomplexes erfolgte 1897 mit Anbau des Nordflügels ("Sudhaus").
1906 ging die Liegenschaft in den Besitz der "Vereinsbrauerei Gera GmbH" über.
Bis zum Jahre 1920 wurde hier Bier gebraut.
Im weiteren Verlauf der Geschichte wurde das Gebäude zum Teil Haftanstalt. Gleichzeitig soll noch eine Brauerei - Abfüllstation von Getränken - betrieben worden sein.
Weil die sowjetische Militäradministration die Gebäude des Landgerichts und des bisherigen Gefängnisses in Gera übernahm, wurde der Oberbürgermeister der Stadt Gera beauftragt, "sich ein neues Gefängnis" binnen einer Woche zu suchen.
Für diesen Zweck ist dem ehemaligen Oberbürgermeister das der Riebeck-Brauerei gehörige Grundstück Greizer Straße 36 zugewiesen worden.
Das Gebäude der heutigen JVA Gera bot sich dafür deshalb an, weil schon seit Oktober 1945 das Landgericht nach hier ausgelagert und die vorherige Nutzung als Gefängnis für zu Zwangsarbeit verurteilten Personen beendet worden war.
Grundstück und Gebäude der ehemaligen Gaststätte "Haftanstalt" gingen am 18.06.1946 in das "Eigentum des Volkes" über. (Die Adresse lautete nun: Greizer Straße 36)
Zunächst erfolgte eine Nutzung als Frauengefängnis. In dieser Zeit wurde auch die Untersuchungshaft des Gerichtsbezirks Gera und ein sogenanntes Arbeitslager in Gera-Liebschwitz betrieben.
Bis zur Schließung am 09.10.1991 wurde die Anstalt überwiegend als Untersuchungshaftanstalt für männliche und weibliche Gefangene durch das Ministerium des Innern der ehemaligen DDR genutzt .
Die Belegungskapazität betrug 123 Haftplätze. Es waren 59 Planstellen für Bedienstete vorhanden. Auf 100 Gefangene kamen somit 48 Bedienstete zur Versorgung,Beaufsichtigung und Bewachung.
Die Wiederinbetriebnahme der Anstalt als Justizvollzugsanstalt Gera erfolgte nach einer grundlegenden Sanierung und einem umfassenden Umbau am 02. 07.1999.