
Bildung und Qualifizierung nehmen im Rahmen der Betreuung und Behandlung der Gefangenen inzwischen eine zentrale Stellung ein. Es wird davon ausgegangen, dass der Auftrag zur Resozialisierung nachhaltiger umgesetzt werden kann, wenn der Gefangene über eine grundlegende Bildung und/oder Qualifizierung verfügt. Logisch ergeben sich für diesen daraus bessere Integrationschancen auf dem 1. oder 2. Arbeitsmarkt, sofern er eigenständig daran Interesse signalisiert.
Die JVA Gera hat sich im Zuge der hier erstmals als Pilotprojekt angewandten Betreuungsplanung für Untersuchungsgefangene dazu entschieden, auch diesem Personenkreis Möglichkeiten der Bildung und Qualifizierung zu eröffnen. Dies mit dem Hauptaugenmerk, sowohl frühzeitig Prisionisierungseffekten und subkulturellen Anbindungen entgegenzuwirken als auch die Zeit der Untersuchungshaft konstruktiv nutzbar zu machen.
Im Ergebnis dieser Überlegungen entstand Anfang 2007 ein Computerkabinett mit 15 Bildungsplätzen in Eigenregie der JVA Gera.
Ein ursprünglich für den Dienstsport der Beamten genutzter Raum wurde entsprechend umgebaut und zügig seiner neuen konzeptionellen Nutzung zugeführt. Anfänglich orientierte sich der Lehrplan des Kurses an der Grundlagenvermittlung ähnlich der eines ECDL-Führerscheins.
Mitte des Jahres 2007 erfolgte sodann in Kooperation mit der Industrie- und Handelskammer Gera die Erstellung eines modifizierten Konzeptes, nunmehr mit dem Abschluss "Fachkraft für Open Office". Das Zertifikat wird nach erfolgreicher Ableistung aller thematischen Prüfungen ausgestellt. In 326 Unterrichtsstunden wird den Teilnehmern Grundlagenwissen vermittelt und auf Anwendungsbereitschaft, insbesondere im Bereich der persönlichen Präsentation, überprüft.
Teilnehmen kann jeder Gefangene, der den notwendigen Bildungsbedarf nachweisen kann und entsprechende Motivation aufweist. Auch Strafgefangene können teilnehmen, wenn sie einer Teilnahme an der beruflichen Bildungsmaßnahme zustimmen. Die entstehenden Kosten werden aktuell durch das Thüringer Justizministerium abgedeckt, weil Untersuchungsgefangene von den Förderrichtlinien der Europäischen Union ausgeschlossen sind.
Sichergestellt wird die Durchführung - und das ist in Thüringern bisher einmalig - nur durch Bedienstete der JVA Gera.
Gefangenenzeitung der JVA Gera - Konzipiert im EDV-Kurs
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Die Erstausgabe 2008
Sudhausnews Sommerausgabe 2008
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Diese Zeitung wird von Gefangenen für Gefangene gemacht. Die Mitglieder im ständig wechselnden Redaktionsteam werden vom sozialen Dienst angeleitet.
Sudhausnews Winterausgabe 2009
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Ausgabe der Gefangenenzeitung von 2009 - mit dem "Noch-Wahrzeichen" Geras - auf dem Titelbild.
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Seit 01.November 2007 ist unter anderem die Grone-Bildungszentren Thüringen GmbH - gemeinnützig - beauftragt, im Rahmen des Projektes B.I.S.S.(Berufsausbildung und (Re) Integration von Strafgefangenen und Strafentlassenen) der Thüringer Justizvollzugseinrichtungen berufliche Qualifizierungsmaßnahmen durchzuführen. Finanziert wird das Projekt aus den Mitteln der Thüringer Justiz und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds.
In der JVA Gera werden 20 Strafgefangene in einer hierfür speziell eingerichteten Bildungsstätte qualifiziert. Je nach beruflichen Voraussetzungen der Strafgefangenen erlernen sie Grundkenntnisse und erwerben Fähigkeiten in der Holzbearbeitung, in der Farbgestaltung und im Innenausbau. Je nach Dauer der Teilnahme an der Qualifizierung erhalten die Strafgefangenen ein Zertifikat der Industrie- und Handelskammer oder ein aussagefähiges Zertifikat der Grone-Bildungszentren Thüringen GmbH.
Zusätzlich werden im Rahmen des Projektes folgende Angebote unterbreitet:
Training von persönlichen und schulischen Kompetenzen
Vermittlung von Grundkenntnissen der EDV
Bewerbungstraining
Berufswegplanung.
Ein großer Schwerpunkt im Projekt ist die Beratung und Unterstützung nach der Haftentlassung. Ziel ist die Unterstützung der Strafentlassenen bei der Integration in die Arbeitswelt und bei der Bewältigung von Integrationshindernissen. Die Beratung wird für die Dauer von bis zu sechs Monaten nach der Haftentlassung gewährt. In diesem Rahmen werden folgende Hilfen angeboten:
Akquise von Arbeitsplätzen und Ausbildungsstellen
Suche nach geeigneten beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen
Unterstützung bei der Beantragung von Leistungen und bei der Bewältigung von Formalien
Bewerbungscoaching und Unterstützung beim Erstellen von Bewerbungsunterlagen
Vorbereitung auf Eignungstests und Vorstellungsgespräche
Betreuung bei der Bewältigung von persönlichen Problemen
Herstellen von Kontakten zu Beratungsstellen und Vereinen
Hilfe beim Umgang mit Behörden.
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