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Medieninformation 28/2010

Thüringer Jurastundenten vertreten Deutschland bei Wettbewerb zum Völkerrecht in Washington

Mit der Unterstützung des Freistaates Thüringen werden am Sonntag vier Thüringer Studierende der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität in Jena zum „Philip C. Jessup International Law Moot Court Wettbewerb“ nach Washington D. C. aufbrechen. Der Moot Court gilt als der prestigeträchtigste Wettbewerb im Völkerrecht weltweit für Juristen. Vom 21. bis zum 27. März wird die Mannschaft aus Jena Deutschland dort repräsentieren. Sie wird begleitet von zwei Referendaren, die die Studierenden während der gesamten Wettbewerbsphase als Coaches betreuen.

„Wir wünschen den Studierenden viel Erfolg bei dem Wettbewerb gegen rund 100 starke Gegner. Thüringen spielt nicht nur beim Wintersport in der ersten Liga sondern auch beim juristischen Nachwuchs“, stellt Staatssekretär Professor Herz anerkennend fest. „Ich habe die Frauen und Männern hoch motiviert erlebt und mich von ihren erstklassigen rechtswissenschaftlichen und sprachlichen Kenntnissen überzeugen können. Damit bringen sie hervorragende Voraussetzungen mit, Thüringen als Land des Wissens in die Welt zu tragen und mit einer vorderen Platzierung beim Jessup Moot Court abzuschneiden.“

Die von Frau Professor Sharon Byrd geführte Mannschaft aus drei Frauen und einem Mann hatte sich vorher im nationalen Ausscheid in verschiedenen Vorrunden behauptet und im Finale gegen das Team der Freien Universität zu Berlin erfolgreich durchgesetzt. Darüber hinaus haben die Studierenden den Preis für die besten Schriftsätze in Deutschland gewonnen.

Die Mannschaft der FSU Jena konnte sich in den vergangenen Jahren bereits für den Jessup Moot Court qualifizieren und in Washington sehr gute Platzierungen belegen. Dieses Jahr möchten die Studierenden des fünften bis neunten Semesters endlich den Pokal mit nach Hause bringen und damit auch nach vielen Tagen und Nächten der Vorbereitung den Erfolg für ihren Einsatz ernten. Seit September letzten Jahres, als der aktuelle Fall herausgegeben wurde, arbeiten sie gemeinsam mit ihren Coaches und ihrer Projektleiterin ununterbrochen an der Verhandlung und trainieren die Abläufe.

Der diesjährige wieder hochkomplexe Fall beschäftigt sich auf zwei verschiedenen Ebenen mit dem Recht auf Selbstbestimmung und der Rechtmäßigkeit von Mitteln zum Schutz wirtschaftlicher Ressourcen (mehr unter: http://www.ilsa.org/jessup/)

Hintergrund:
„Moot Court“ bezeichnet Wettbewerbe, in denen Studenten in fiktiven Rechtsstreitigkeiten die Rolle von Anwälten übernehmen. Der Philip C. Jessup Moot Court wurde im Jahr 1959 von Studenten aus Harvard, Columbia und Virginia gegründet und entwickelte sich zum weltweit bedeutendsten Wettbewerb für Studenten auf dem gebiet des Völkerrechts. Die Mannschaften der FSU Jena, die sich seit 2002 regelmäßig an dem Wettbewerb mit Erfolg beteiligen, sind der beste Beleg dafür, dass auch Studierende aus nichtangelsächsischen Ländern sich hier durchsetzen können.
Der Philip Moot Court findet in zwei großen Runden statt. Die teilnehmenden Teams arbeiten in englischer Sprache Schriftsätze zu einem Fall aus dem Völkerrecht aus und streiten in einer simulierten Gerichtsverhandlung vor dem Internationalen Gerichtshof mit anwaltlichen Plädoyers für die Interessen fiktiver Länder, die sie vertreten. Die juristischen, sprachlichen und rhetorischen Fähigkeiten der Teilnehmer werden dabei von namhaften Völkerrechtlern aus der ganzen Welt bewertet.
Der Wettbewerb findet in zwei großen Runden statt. Am Beginn stehen die regionalen und nationalen Ausscheidungen. Es folgt der internationale Ausscheid in Washington D. C.. In den letzten Jahren haben sich bei den Wettbewerben jeweils etwa 3.000 Studierende aus 600 Universitäten aus über 70 Ländern beteiligt.