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Medieninformation 199/2009

Neue Gesellen hinter den Mauern der JVA Tonna – Erste Berufsabschlüsse mit B.I.S.S. in der Erwachsenenbildung

Erstmals erhielten in der vergangenen Woche in der JVA Tonna 14 Strafgefangene einen Gesellenbrief. Sie haben eine 18-monatige berufliche Umschulung erfolgreich absolviert und können künftig als Teilezurichter bzw. als Bauten- und Objektbeschichter arbeiten. „Das Projekt B.I.S.S. schafft eine neue Qualität in der Erwachsenenbildung im Justizvollzug. Ein vollwertiger Gesellenbrief ist ein guter Start in das Leben nach der Haft“, sagt Justizministerin Marion Walsmann.

B.I.S.S. steht für „Berufliche Integration Strafgefangener und Strafentlassener“ und ermöglicht diese Umschulungen mit einem qualifizierten Berufsabschluss. In der JVA Tonna wird das Projekt durch das Berufsfortbildungswerk (Bfw) als Bildungsträger sowie in enger Zusammenarbeit mit den Handwerkskammern und der Industrie- und Handelskammer umgesetzt.

Nach diesem erfolgreichen Projektstart sollen nun weitere Kurse folgen. Besonders Gefangene, die mittelfristig entlassen werden, sollen durch eine qualifizierte Ausbildung durch die Bildungsträger und Handwerkskammern auf das Leben danach vorbereitet werden.

Die neuen Kurse in den Richtungen Teilezurichter und Bauten- und Objektbeschichter beginnen im November. Insgesamt 26 Gefangene werden sich dann praktische und theoretische Fertigkeiten aneignen, um den Gesellenbrief zu erlangen.
Darüber hinaus absolvieren derzeit weitere acht Gefangene eine berufliche Umschulung zum Koch bzw. zum Elektroniker für Gebäude- und Energietechnik. Die insgesamt 24-monatige Ausbildung wird im Februar 2010 beendet sein.

Die berufliche Weiterbildung ist seit langem Bestandteil der Resozialisierungsarbeit in den Thüringer Justizvollzugsanstalten. Bisher konnten die Gefangenen Zertifikate erlangen; eine vollwertige Berufsausbildung mit Abschluss wurde erst durch das neue Projekt und die damit verbundene Finanzierung durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) möglich.