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Medieninformation 186/2009

Justizministerin Marion Walsmann: Mit Spatenstich beginnt neue Ära für den Jugendstrafvollzug in Thüringen

Justizministerin Marion Walsmann vollzog heute gemeinsam mit Ministerpräsident Dieter Althaus, Landrat Dr. Benno Kaufhold und dem Leiter des Landesamtes für Bau und Verkehr, Markus Brämer, den ersten Spatenstich für den Neubau der Jugendstrafanstalt in der Gemarkung Arnstadt/Rudisleben. „Mit diesem Spatenstich beginnt eine neue Ära für den Jugendstrafvollzug in unserem Land“, sagt die Ministerin vor rund 180 geladenen Gästen auf dem Baufeld. „Diese Jugendstrafanstalt wird neue Maßstäbe setzen. Sie ist bundesweit der erste Neubau nach Inkrafttreten unseres Landesjugendstrafvollzugsgesetzes und wird somit alle darin verankerten Maßnahmen umsetzen.“
Die intensiven Vorplanungen sind mit dem heutigen Tag beendet, so Walsmann, die allen daran Beteiligten für deren Engagement dankt. „Wir gehen jetzt in die konkrete Bauphase und damit in eine neue Etappe, die für alle die am Neubau beteiligten Gewerke und Unternehmen eine Herausforderung sein wird“

Der Ersatzbau für die derzeitige Jugendstrafanstalt in Ichtershausen ist eines der bedeutendsten Neubau-Investitionsprojekte des Freistaates Thüringen in dieser Legislaturperiode. Mit einem Investitionsvolumen von 73,4 Millionen Euro werden innerhalb des umwehrten Bereichs von 123.345 Quadratmetern 14.439 Quadratmeter Hauptnutzfläche entstehen. Das Gesamtensemble der Anstalt wird den Charakter eines Dorfes haben.
Innerhalb der Anstaltsmauern werden vier Unterkunftsgebäude entstehen, in denen 280 junge und heranwachsende Straftäter untergebracht werden können. Darüber hinaus sind Bauten für Ausbildungs- und Arbeitsbereiche vorgesehen ebenso wie gestaltete Flächen zur Freizeitnutzung. Mit einem Zentralgebäude, in dem neben der Verwaltung und Pforte auch der Besucherbereich untergebracht wird, wird das Bauensemble innerhalb der Mauern abgerundet.
Außerhalb der Mauern entstehen die Jugendarrestanstalt mit 40 Plätzen sowie ein Funktionalbau für den offenen Vollzug mit insgesamt 20 Haftplätzen.

„Wir haben bei diesem Projekt schon in der Planungsphase intensiv darüber diskutiert, wie die Ziele des Jugendstrafvollzugs mit der Architektur und der Struktur einer neuen Anstalt zu verbinden sind“, so Walsmann. Letztlich gehe es darum, die besten Möglichkeiten zu schaffen, um junge Straftäter zu einem rechtschaffenen Leben zu erziehen. „Sie müssen einerseits hinter Gittern begreifen, wie sich Sanktionen des Staates anfühlen und andererseits durch Bildung, Erziehung und Sport lernen, dass ein Leben ohne Rechtsbruch möglich und erstrebenswert ist.“

Diese Anstalt sei aber auch ein wichtiger Schritt, um auch künftig die Sicherheit der Menschen in Thüringen zu garantieren, denn moderne Haftanstalten sind wichtig, um rechtschaffene Menschen vor Straftätern zu schützen.

Mit ersten vorbereitenden Maßnahmen für den Neubau wurde bereits im Juli begonnen. Im September soll der Startschuss für den Bau der Mauer fallen. Der Baustart für die Hochbauten ist im Jahr 2010 vorgesehen. Die Inbetriebnahme der Jugendstrafanstalt ist im Jahr 2013 geplant.