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Medieninformation 31/2012

Terminhinweis

300 Jahre Altes Schloss Ettersburg

Anlässlich des 300jährigen Bestehens des Alten Schlosses Ettersburg findet am kommenden Sonntag (5. Februar 2012) der Tag des offenen Tores statt. Während der Feierstunde, die um 15:00 Uhr im Festsaal des Alten Schlosses beginnt, wird Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht ein Grußwort halten. Zuvor wird in ihrem Beisein im Schlosshof eine Tafel enthüllt, die an die Leistungen des Kuratoriums Schloss Ettersburg e. V. erinnert.

„Das Schloss Ettersburg ist wieder erblüht. Viele engagierte Weimarer – kulturinteressierte und geschichtsbewusste Bürgerinnen und Bürger – haben sich für den Erhalt des Schlosses eingesetzt. Letztlich aber wäre es ohne das Bildungswerk BAU Hessen-Thüringen, ohne den Bauindustrieverband Hessen-Thüringen und ohne die ARGE Ettersburg nicht aus seinem Dornröschenschlaf erwacht. Es wäre als Teil des UNESCO-Weltkulturerbe ‚Klassisches Weimar’ unwiederbringlich verfallen.“ Das sagte Ministerpräsidentin Lieberknecht im Vorfeld der Feierlichkeiten und dankte in diesem Zusammenhang „allen Mitstreitern für den langen, mitunter auch zähen Kampf“, der sich am Ende aber gelohnt habe.

„Es ist nicht untertrieben: Nach dem Abschluss der Sanierungsarbeiten und seit der Wiedereröffnung 2008 knüpft das Schloss Ettersburg heute wieder mehr und mehr an seine große Vergangenheit an“, so Lieberknecht. „Das Schloss ist zu einem kulturellen und gesellschaftlichen Impulsgeber geworden. Seine Ausstrahlungskraft reicht inzwischen weit über Weimar und Thüringen hinaus.“

Auch wenn das Schloss Ettersburg hoch über der Stadt throne: „Ettersburg ist am Puls der Zeit. So engagiert wie die Bauhaus-Akademie an der Zukunft des Bauens arbeite, so widmet sich die ‚Stiftung Schloss Ettersburg – Gestaltung des demographischen Wandels’ einer der größten gesellschaftlichen Herausforderungen, vor denen wir stehen – in Thüringen, in Deutschland und in vielen anderen Industriestaaten weltweit. Und ich bin dankbar, dass die Stiftung auch eng mit der Landesregierung zusammenarbeitet, besonders mit Blick auf die Serviceagentur ‚Demographischer Wandel’“, betonte die Ministerpräsidentin.

300 Jahre Altes Schloss Ettersburg. (Quelle: Schloss Ettersburg)
Älteste Siedlungsfunde, Reste frühmittelalterlicher Fluchtburgen und Fundamente einer vom Landgrafen Heinrich Raspe geschliffenen Adelsburg zeugen von der frühen Geschichte des Ettersberges. 1525 fliehen die Mönche des Augustinerklosters vor den Bauern. Das Stift wird dem Kammergut zugeschlagen und 1546 in Trümmer gelegt. 1547, nach dem Verlust der Kurwürde im Schmalkaldischen Krieg, zieht sich Johann Friedrich der Großmütige auf Weimar als Residenz zurück. Der 478 Meter hohe Ettersberg wird Jagdrevier der Weimarer Fürsten. Der Name Zur Ettersburg ist seit 1573 überliefert: für ein Jägerhaus. Die häufigen Jagden auf dem Berg veranlassen Wilhelm Ernst von Sachsen-Weimar (1662–1728), auf den Grundmauern des Klosters ein Jagdschloss zu bauen. Dem Herzog wird absolutistische Eigenwilligkeit, Bigotterie, aber auch Mäzenatentum zugesprochen. Für seinen nüchternen Geschmack spricht das Alte Schloss: äußerste Ruhe, strenge Gliederung, zurückhaltender Gestus, vielleicht etwas steif, eine nach Süden offene Anlage im Typus letzter Renaissance. Ab 1706 wird nach Plänen des Baumeisters Johann Mützel (1647–1717), der später auch das Goethe-Wohnhaus in Weimar entwirft, ein dreiflügliges Gebäude mit einem französischen Mansardendach errichtet: Das Schloss wird am 2. Februar 1712 eingeweiht. Die Anlage lehnt sich an den Chor der früheren Stiftskirche an, die in den Ostflügel ebenso eingebaut wird wie der freistehende Glockenturm. Eine Eisentafel mit dem weimarischen Wappen schmückt das Portal, die Widmung „Alles mit Gott und nichts ohne ihn“ ist nach wie vor über dem Empfang des Alten Schlosses zu sehen. Erst um 1738 wird das Corps de logis, das Neue Schloss, bezogen.