
Insgesamt über zwei Millionen Euro will die Stadt Geisa in die Renaturierung eines ehemaligen Firmengeländes und in die neue Nutzung eines früheren Kasernengeländes investieren. Zur Finanzierung überreichte heute (Dienstag, 07. September) in Geisa der Minister für Bau, Landesentwicklung und Verkehr, Christian Carius, einen Bewilligungsbescheid über rund 634.000 Euro an Bürgermeister Martin Henkel.
Die Maßnahmen sind Teil eines achtstufigen Planes unter dem Titel „Geisa erleben zwischen Ulster und Schloss“. Die noch vollständig von der mittelalterlichen Stadtmauer umschlossene Altstadt auf dem Bergsporn hat mit der Ulsteraue einen sehr wertvollen Naturraum zwischen Altstadt und östlicher Innenstadt. Mit der Renaturierung soll hier ein attraktiver Naherholungsbereich geschaffen werden, der die Stadt fußläufig über die Ulsteraue erschließt. Neben der Anlage von Streuobstwiesen soll der frühere Mühlgraben reaktiviert werden, um einen Teich und eine Naturbadeanlage mit Wasser zu versorgen.
Nach dem Abriss einer ehemaligen NVA-Kaserne soll mit Mitteln des Förderbescheides das Kasernengelände in der Rasdorfer Straße zur Aufnahme des städtischen Bauhofes hergerichtet werden. Hierzu wird eine vorhandene Halle instandgesetzt und zwei neue Unterstellhallen errichtet. Auch die Flächenbefestigungen auf dem Gelände und das Anpflanzen heimischer Sträucher und Bäume sind vorgesehen.
In einem zweiten Schritt sollen auf dem 1,3 Hektar großen Werksgelände des ehemaligen VEB Plasta in der Ulsteraue, das derzeit noch vom Bauhof genutzt wird, die alten Gebäude abgerissen und der Untergrund enttrümmert werden. Die Förderung der Vorhaben erfolgt im Rahmen der Projektinitiative „Genial zentral“ zur Entwicklung innerstädtischer Brachflächen. 75 Prozent der Fördersumme übernimmt dabei der Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER). Die restlichen 25 Prozent der Förderung werden durch das Bund-Länder-Programm Aktive Stadt- und Ortsteilzentren finanziert.
Die gesamte achtstufige Vision zur Stadtentwicklung von Geisa enthält auch Pläne für ein Stadtmuseum am Schlossplatz, für das Kulturhaus und den Schlossgarten, für die Sanierung der Stadtmauer und der Mauergasse.