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Medieninformation 

Machnig: Frauen brauchen bessere Berufschancen und bessere Entlohnung

Wirtschaftsminister ist Schirmherr des Infotages Wiedereinstieg in Jena

Der Thüringer Wirtschaftsminister Matthias Machnig nimmt heute am Infotag Wiedereinstieg „Comeback im Beruf“ in Jena teil. Eingeladen hat das „Jenaer Bündnis für Familie“, das sich aus 50 Mitgliedern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und sozialen Vereinen zusammensetzt. Es macht sich dafür stark, dass Frauen nach der Elternzeit wieder einen Berufseinstieg bekommen. Matthias Machnig ist Schirmherr dieser Veranstaltung.

„Das Jenaer Bündnis leistet eine wichtige Arbeit“, sagt der Minister. „Es setzt sich mit einem breiten Netzwerk dafür ein, dass Frauen nach der Elternzeit wieder in einen Beruf einsteigen können“. Denn eine Familie zu gründen bedeute für Frauen oftmals noch immer einen Karriereknick: Die Chance, nach Schwangerschaft und Babypause eine qualifizierte und gut bezahlte Stelle zu finden, sei auch heute noch gering. Selbst für gut ausgebildete Frauen blieben oftmals nur Teilzeitstellen übrig: In Thüringen waren 2008 von 263 000 Teilzeitbeschäftigten rund 76 Prozent weiblich.

Auch hätten sie schlechtere Aufstiegschancen. In Deutschland würden sie noch immer gegen eine gläserne Decke stoßen, wenn sie in einem Unternehmen aufsteigen wollen. „Deutsche Vorstandetagen sind oftmals Männerclubs“, so der Minister. Der Frauenanteil in den Vorständen der 200 größten Betriebe liege gerade mal bei 2,5 Prozent. Gleichzeitig würden Frauen noch immer schlechter bezahlt als ihre männlichen Kollegen. In der EU erhalten Frauen im Durchschnitt 18 Prozent weniger Lohn, in Deutschland 23 Prozent weniger. In Thüringen gehen Frauen „nur“ mit 5 Prozent weniger Gehalt nach Hause.

Thüringen nimmt im Vergleich zu den anderen Bundesländern einen Spitzenplatz in der Kinderbetreuung ein. „Und trotzdem verlassen zu viele Frauen das Land“, so Matthias Machnig. „Dabei braucht der Freistaat die qualifizierten Frauen zur Fachkräftesicherung.“ Die Arbeitgeber müssten sich dessen bewusst sein und die weiblichen Beschäftigten auch nach einer familiären Auszeit wieder in guten Positionen einbinden. „Die jungen, gut ausgebildeten Frauen müssen wissen, dass sie in Thüringen eine Perspektive haben“, so der Minister. Sonst würden sie in ein Bundesland ziehen, wo sie beruflich mehr Erfolg haben und Familie und Beruf besser vereinbaren könnten. Das Thüringer Wirtschaftsministerium fördert den Wiedereinstieg von Frauen ins Berufsleben mit sieben Projekten. Rund 1,6 Millionen Euro stehen zwischen 2007 und 2013 dafür zur Verfügung.

Larissa Schulz-Trieglaff