
Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht ruft zu einer kritischen Sicht auf die Medien auf. „Wir sollten dabei nicht nur technische, sondern auch moralische Maßstäbe anlegen“, sagte die Regierungschefin am Mittwoch (10. März 2010) auf den Evangelischen Medientagen in Gotha. Sie fügte hinzu: „Der mündige, aufgeklärte und kompetente Umgang jedes Einzelnen mit modernen Medien wird immer wichtiger. Daher ist die differenzierte Medienerziehung der Kinder und Jugendlichen eine unserer wichtigsten Bildungsaufgaben. Manchen Eltern muss man sagen: Die höchste Form der Medienkompetenz ist das Drücken der Ausschalttaste.“
Lieberknecht betonte, dass sich Thüringen als Kindermedienland besonders in der Pflicht sehe. „Wir spüren gerade für die Medienkompetenz, für die Medienpädagogik und für den Jugendmedienschutz eine besondere Verantwortung“, so die Ministerpräsidentin.
Weiter würdigte Lieberknecht die Bedeutung der Presse-, Informations- und Meinungsfreiheit für die Demokratie. „Freie Medien sind ein besonderes Kulturgut, ein unverzichtbares Element unserer freiheitlichen Gesellschaft. Die Demokratie braucht eine freie und unabhängige Presse, die informiert, kommentiert und kontrolliert“, sagte die Ministerpräsidentin. Gerade in den neuen Ländern hätten die Bürger während der friedlichen Revolution 1989 und 1990 erfahren, wie wichtig Meinungs- und Pressefreiheit sind. Allerdings sei auch diese Freiheit nicht grenzenlos. Das Informationsbedürfnis der Öffentlichkeit müsse etwa vor der Achtung der Menschenwürde und den Persönlichkeitsrechten jedes einzelnen Bürgers zurückstehen.