
Der Thüringer Verkehrsminister Christian Carius rechnet zur Halbzeit der Winterdienstsaison aufgrund der lang anhaltenden Frostperiode mit tendenziell mehr Winterschäden als im vergangenen Jahr: „Seriöse Schätzungen können noch nicht gegeben werden, denn in zahlreichen Höhenlagen liegt Schnee und der Frost ist noch im Boden. Die Gebietsingenieure vor Ort sorgen für regelmäßige Sicherheitschecks und verkehrssichere Straßen. Gefahrenstellen werden mit Kaltmischgut ausgebessert.“
Mit den ersten Schneefällen bereits am 14. und 15. Oktober 2009 begann die Winterdienstsaison 2009/2010 in Thüringen. Seitdem sind auf den 4.600 km Landesstraßen, 1.650 km Bundesstraßen und 500 km Autobahnen rund 300 Räumfahrzeuge im Auftrag des Landes thüringenweit im Einsatz.
Für den weit überwiegenden Teil des Straßennetzes (innerörtlicher Verkehr sowie Gemeinde- und Kreisstraßen außerhalb der Ortschaften) liegt die Zuständigkeit für Winterdienst bei den Kreisen, Städten und Gemeinden. Gleiches gilt für die Straßeninstandhaltung. Hier sind allerdings Bund und Land für ihre eigenen Straßen in Ortsdurchfahrten in der Regel selbst zuständig. Nur in Städten mit mehr als 80.000 Einwohnern für Bundesstraßen und mit mehr als 30.000 Einwohnern für Landesstraßen liegt auch die Verantwortung für die Straßeninstandhaltung bei den Städten.
Der Verbrauch von Salz und Lauge auf Landes- und Bundesstraßen sowie Autobahnen hat sich im Vergleich zum vorhergehenden Jahr (Februar 2009) auf ca. 146 % erhöht, so hat die für die Autobahnen um Erfurt zuständige Meisterei statt 3.500 t in 2008/2009 7.000 t Salz im vergleichbaren Zeitraum streuen müssen.
Der Winter 2009/2010 ist von stark wechselnden Schnee-, Frost- und Tauperioden geprägt. So zählte der Freistaat im November, Dezember und Januar zu den kältesten und niederschlagsreichen Regionen Deutschlands.
Durch die Sprengwirkung gefrierenden Wassers in kleinen Rissen der Asphaltoberfläche der Straßen kommt es dabei zu Frostaufbrüchen, die sich in kurzer Zeit verbreitern und vertiefen. Häufiger Wechsel von Frost- und Tauperioden lässt darum in wenigen Wochen die umgangssprachlichen „Schlaglöcher“ entstehen.
Entsprechend gestiegen sind notwendige Ausbesserungen mit Kaltmischgut. Die Autobahnmeisterei Erfurt hat bereits 200 % mehr Kaltmischgut einsetzen müssen wie im vergleichbaren Zeitraum in 2008/2009.
Für die Unterhaltung und Instandsetzung der Landesstraßen sind in diesem Jahr rund 33 Millionen Euro im Haushalt veranschlagt.
Vermehrt auftretende Straßenschäden durch den strengen Winter sind ein bundesweites Phänomen. Zusätzliche Mittelbereitstellungen durch den Bund zur Beseitigung von Schäden auf den Bundesfernstraßen werden auf Initiative des Bundesverkehrsministers Ramsauer derzeit durch das Bundesverkehrsministerium geprüft.