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Medieninformation 

PISA 2003 – Leichte Verbesserungen bestätigen eingeschlagenen Weg

Kultusminister Goebel: „Qualitätsdebatte statt Strukturdebatte“

Die Ergebnisse der Schulstudie PISA 2003 liegen nun vor. Dazu erklärt Thüringens Kultusminister Prof. Dr. Jens Goebel (CDU):

„Deutschland hat sich in den drei untersuchten Kompetenzbereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften leicht verbessert. Lagen die Leistungen deutscher Schüler bei PISA 2000 in diesen Bereichen unterhalb des OECD-Durchschnitts, liegen sie jetzt im Durchschnitt. Im Bereich Problemlösen rangieren die deutschen Schüler oberhalb des OECD-Durchschnitts. Dieser Trend ist erfreulich und zeigt, dass der nach PISA 2000 eingeschlagene Weg richtig war und ist. Dennoch bieten die Ergebnisse keinen Anlass für überschwängliche Freude. Damit der Standort Deutschland im internationalen Wettbewerb auch in der Zukunft konkurrenzfähig bleibt, brauchen wir mehr als Durchschnitt.

An der Studie PISA 2003 hat Deutschland mit 216 Schulen teilgenommen, Thüringen mit neun Schulen – sieben allgemein bildenden und zwei berufsbildenden. Daher sind die Ergebnisse für Deutschland nicht eins zu eins auf Thüringen projizierbar. Belastbare Erkenntnisse werden erst im Herbst 2005 mit den Ergebnissen der PISA-Ergänzungsstudie vorliegen. An ihr haben 85 Thüringer Schulen teilgenommen.

Aber eines hat PISA 2003 bestätigt: Es gibt keinen Zusammenhang zwischen dem Differenzierungsgrad des Schulsystems bzw. dem Alter der Differenzierung und dem Kompetenzniveau der Schüler. Kompetenz hängt von der Qualität der Schule und des Unterrichts ab. Wir brauchen eine Qualitätsdebatte und keine Strukturdebatte.

Thüringen hat mit der Einführung der neuen Lehrpläne nach dem Kompetenzmodell im Jahr 1999 und nach PISA 2000 vielfältige Maßnahmen ergriffen, um die Kompetenz der Schüler im Freistaat zu stärken und zu verbessern. Neu aber wurde der Blick auf die noch höhere Bedeutung der Stärkung der Lesekompetenz in den weiterführenden Schulen gerichtet. Die im Jahr 2002 eingeleitete Leseinitiative hat inzwischen alle gesellschaftlichen Kräfte erfasst und macht beispielhaft deutlich, wie Verantwortung für schulisches Lernen auf eine noch breitere Basis gestellt werden kann.

Die systematische Schulentwicklung stellt einen zweiten Aspekt dar, der vor allem durch die gemeinsam von allen Ländern entwickelten nationalen Bildungsstandards nochmals einen entscheidenden Impuls erhalten hat. Die im Jahr 2002 in Thüringen eingeführten Kompetenztests in den Klassenstufen 3 und 6 in den Fächern Deutsch und Mathematik haben den Schulen gezeigt, wo sie in diesen Fächern stehen. Ist-Standserhebungen, Leitbild, Arbeitsvorhaben, Zielvereinbarungen und Selbstevaluation gehören in den Thüringer Schulen zum Alltagsgeschäft. Dabei werden den Schulen auch soziale Benachteiligungen, die ja offensichtlich ein entscheidendes Problem der deutschen Schule sind, immer stärker bewusst. Die Schulen werden in die Lage versetzt, geeignete Maßnahmen und Fördermöglichkeiten zu ergreifen.

Die im internationalen Vergleich überdurchschnittlichen Kompetenzwerte im Problemlösen lassen ein erhebliches Potenzial bei den Schülern erkennen, das nur zum Teil in Wissen und Verständnis umgesetzt wurde. Das zeigt, dass es noch erhebliche Entwicklungsmöglichkeiten gibt, dies es zu erschließen gilt. So wird Thüringen auch in den nächsten Jahren verstärkte Anstrengungen unternehmen, um die Qualität des Unterrichts zu erhöhen. Guter Unterricht ist der Schlüssel zum Erfolg.

Insgesamt zeigen die Ergebnisse von PISA 2003, dass in Deutschland Veränderungen in Gang gekommen sind, die sich in leichten Kompetenzverbesserungen bei den Schülern widerspiegeln. Auf Grund der langen Zeit, die Veränderungen im Bildungsbereich brauchen, um wirklich deutliche Verbesserungen zu erzielen, geben die Ergebnisse von PISA 2003 Grund zu vorsichtigem Optimismus.“