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Geschichte der Fachschule Stadtroda
1897 wurde die heutige Fachschule Stadtroda als Baugewerkschule errichtet und als solche bis 1920 genutzt.
Am 1. Oktober 1920 gründete die Landwirtschaftskammer Sachsen-Altenburg die "Thüringer Landwirtschaftliche Schule Roda Sachsen/Altenburg". 52 Bauernsöhne beginnen eine drei-semestrige Ausbildung in der Winterschule. Im Herbst 1931 wird die erste Mädchenklasse für hauswirtschaftliche Ausbildung eingerichtet. Der Ausbildung dienen 75 Ar Versuchsfläche, ein Mustergeflügelhof, ein Lehrbienenstand und die Einrichtungen für die Hauswirtschaft.
Auf der Grundlage einer vom Thüringer Wirtschaftsministerium im Juli 1926 erteilten Richtlinie übernehmen die Lehrer der Schule auch die Beratung von landwirtschaftlichen Betrieben.
Das berufspraktische Anliegen dieser Schule wird 1934 durch die Umbenennung in "Bäuerliche Werkschule und Beratungsstelle" betont. 1939 erfolgt eine erneute Umbenennung in "Landwirtschaftsschule und Wirtschaftsberatungsstelle".
1945 wird die Ausbildung für junge Männer wieder aufgenommen, es erfolgt die Umbenennung in "Fachschule für Landwirtschaft". Ab 1950 werden die Ausbildung ganzjährig und die Schüler internatsmäßig untergebracht. In den Jahren 1965/66 wird ein Fernstudium eingeführt.
Lehrgänge für Führungskräfte der Landwirtschaft sind ab 1967 im Angebot der Fachschule.
In der Zeit von 1947 bis 1969 werden verschiedene Landwirtschaftsschulen und landwirtschaftliche Fachschulen nach Stadtroda verlagert.
Mit einer erneuten Umbenennung 1968 in "Agraringenieurschule" erwerben 1968 die ersten Fachschulstudenten den Titel des "Agraringenieurs".
Ab 1986 gab es Bestrebungen, die Fachschule in Stadtroda als Sektion Agrarwissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena anzugliedern. Ziel war, die 1968 aufgelöste landwirtschaftliche Fakultät neu zu beleben, in welcher die Tier- und Pflanzenproduktion wieder als Einheit ausgebildet werden sollte.
Das turbulente Wendejahr 1989 brachte das "Aus" für diese Pläne. Im Zuge der Abwicklung der Agraringenieurschule Stadtroda zum 31. Juli 1993 wurde die „Zweijährige Fachschule für Agrarwirtschaft und Hauswirtschaft“ von Weimar nach Stadtroda verlegt.
Seit dem 1. August 1993 heißt die Bildungseinrichtung "Fachschule für Agrarwirtschaft und Hauswirtschaft Stadtroda". Jugendliche mit abgeschlossener Berufsausbildung können hier zu „Staatlich geprüften Technikern“, „Staatlich geprüften Betriebswirten“ oder „Staatlich geprüften Wirtschaftern“ fortgebildet werden.
Seit dem 01.01.2009 ist die Fachschule in die Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft integriert und seit dem 01.01.2010 wird das Lehrgangsangebot der ressortbezogenen Weiterbildung, vormals Guthmannshausen, in Stadtroda weitergeführt.
Ein umfangreiches Fort- und Weiterbildungsprogramm rundet das Bildungsangebot ab.
Eine lange Tradition hat auch der Verband ehemaliger landwirtschaftlicher Schüler, der 1922 in Stadtroda gegründet wurde. Die Vereinstätigkeit gab es nach dem Krieg nicht mehr, so dass der Verband in Vergessenheit geriet. Im Jahr 1993 wurde in Thüringen der „Verein landwirtschaftlicher Fachschulabsolventen e.V.“ wieder neu gegründet.