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Bodenschutzkalkung 2010

Bodenschutzkalkung 2010 in Thüringen, Hubschrauberstart, Foto: Anett Wenzel Bodenschutzkalkung 2010 in Thüringen, Hubschrauberstart, Foto: Anett Wenzel

Bodenschutzkalkung 2010 in Thüringen

Unsere Waldböden erfüllen wichtige Filter- und Pufferfunktionen. Nur ein gesunder Waldboden ist ein Garant für ein intaktes Waldökosystem, gutes Baumwachstum und sauberes Wasser. Leider ist die Erfüllung dieser überaus wichtigen Bodenfunktion vor allem durch übermäßige Luftschadstoffeinträge nicht mehr in vollem Umfang gewährleistet. Besonders betroffen sind von Natur aus nährstoffärmere Waldböden, die durch die eingetragenen Luftschadstoffe weiter versauern. Im schlimmsten Fall führt diese Versauerung zu direkten Belastungen des Grundwassers. Deshalb ist die Verminderung der Schadstoffmengen in der Atmosphäre nach wie vor eine zentrale Aufgabe der Umweltschutzpolitik.

Ergänzend hierzu helfen auch forstliche Maßnahmen, der schadstoffbedingten Versauerung von Waldböden entgegen zu wirken. Neben naturnahen Waldbewirtschaftungsmethoden leistet hierbei insbesondere die Bodenschutzkalkung einen Beitrag für die Stabilisierung der Waldökosysteme. Durch die Kalkgaben werden die natürlichen Stoffkreisläufe angekurbelt, was die Vitalität der Bäume fördert und den versauerungsbedingten Nährstoffverlusten entgegenwirkt.

Die diesjährige Bodenschutzkalkung in den Wäldern Thüringens beginnt in diesen Tagen in den Forstämtern Finsterbergen, Frauenwald, Schönbrunn, Schmalkalden, Leutenberg und Neuhaus. Die Arbeiten werden vorrausichtlich bis Mitte November andauern. In dieser Zeit werden auf ca. 5.600 Hektar Waldfläche etwa 16.800 Tonnen Magnesiumkalk ausgebracht.

Die Finanzierung der Bodenschutzkalkung erfolgt zum Teil aus Landesmitteln, überwiegend aber aus dem EU-Fördermittelprogramm „ELER“ oder dem Modellvorhaben „Maßnahmen zur Revitalisierung der Wälder in besonderen strukturellen Fällen“ des Bundes. Dabei teilt sich die diesjährige Herbst-Kalkungsfläche auf 1.500 Hektar Staatswald und 4.100 Hektar Kommunal- und Privatwald (ca. 73 %) auf. Allein 1.200 Hektar Kalkungsfläche entfallen auf den Klein- und Kleinstprivatwald.

Die Organisation der Bodenschutzkalkung erfolgt durch die Thüringer Landesforstverwaltung, die vor Ort von den zuständigen Revierleitern und dem Forstamtspersonal vertreten wird. Die eigentliche Kalkung erfolgt dabei durch spezielle Firmen mittels Hubschraubereinsatzes aus der Luft. Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten und Beeinträchtigungen von Waldbesuchern zu vermeiden werden an den Stellen wo der Kalk „rieselt“ Sperrschilder aufgestellt. Dieser ist zwar völlig harmlos, kann aber auch einmal größere Kalkstücke enthalten, die sich beim Beladen der Kalkkübel einschleichen. Waldfrüchte und Pilze können nach der Kalkung bedenkenlos gesammelt werden, eine gründliche Reinigung empfiehlt sich aber.

Bei Fragen stehen Ihnen die Forstämter gern zur Verfügung.