Freistaat Thüringen Freistaat Thüringen - Thüringer Landesforstverwaltung

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Forstliche Umweltbildung

Forstliche Umweltbildung bedeutet praktisches Lernen von der Natur. Im Wald warten Tausende geheimnisvolle Dinge auf ihre Entdeckung. Anhand der vernetzten Strukturen im Ökosystem Wald lassen sich die komplexen Lebensvorgänge in der Natur anschaulich vermitteln. Dabei erfolgt das Lernen handlungsorientiert und spielerisch.

Foto: Kinder laufen über einem Baumstamm. Die Kinder halten sich an den Schultern des Kindes vor ihnen fest. Dadruch wird neben dem Gleichgewichtssinn auch das Gemeinschaftsgefühl gestärkt. Nur alle zusammen schaffen den Weg über den Baum. Kinder auf einem Baumstamm

 

„In den Wäldern sind Dinge, über die nachzudenken man jahrelang im Moos liegen könnte.“
Franz Kafka

 

Forstliche Umweltbildung- eine von vielen Aufgaben
Die Aufgaben und Zuständigkeiten der Thüringer Landesforstverwaltung ergeben sich aus den Vorgaben des Bundes- und Landeswaldgesetzes. Die Hauptaufgabe der Thüringer Landesforstverwaltung ist die Bewirtschaftung und der Erhalt der staatlichen Waldflächen in Thüringen. Darüber hinaus ist sie hoheitlich für alle anderen Waldbesitzer in Thüringen zuständig. Das bedeutet, die Landesforstverwaltung kontrolliert die Einhaltung des Waldgesetzes (Waldschutz) und entscheidet über die Vergabe von Fördermittel an die Waldbesitzer. Die Landesforstverwaltung gewährleistet außerdem die Beratung und Betreuung der privaten und kommunalen Waldbesitzer. Die forstliche Umweltbildungsarbeit ist eine weitere Dienstaufgabe für die Landesforstverwaltung.

Der Waldanteil in Thüringen liegt bei 34 %, das heißt auf rund 546.000 ha der Landesfläche wächst Wald. Die Landesforstverwaltung ist in Form der Gemeinschaftsforstämter flächendeckend in Thüringen vorhanden. Insgesamt gibt es 28 Forstämter und 299 Forstreviere. Damit bestehen für die forstliche Umweltbildungsarbeit optimale Voraussetzungen!

 

Forstliche Umweltbildung und Nachhaltigkeit

In der Forstwirtschaft gehört der Begriff Nachhaltigkeit schon über 200 Jahre zum Rüstzeug der Forstleute. Es ist eine alte Forstweisheit, dass man nur soviel Holz nutzen darf, wie auch wieder nachwächst. Wir leben heute mit und von den Wäldern unserer Vorfahren. Das bedeutet, wir nutzen das Holz jener Bäume, die sie einst gepflanzt und gepflegt haben. In der Forstwirtschaft muss sehr zukunftsorientiert gehandelt werden, denn bis ein Baum reif zum Fällen ist, vergehen mehr als 100 Jahre. Diese lange Produktionszeit birgt viele Risiken und Gefahren. Die Waldbewirtschaftung verlangt nach ausgewogenen, zukunftsorientierten Entscheidungen, die eine nachhaltige Entwicklung ermöglichen.
Foto: Habitat-Baum, an diesem abgestorbenen Baum haben sich mit der Zeit die verschiedensten Moose und Pilze angesiedelt. Der Baum dient weiterhin als Brutbaum für Vögel. Habitat-Baum

 Im Wald herrscht ein natürliches Gleichgewicht zwischen Leben und Tod.

Die alte Buche rechts im Bild ist gestorben. Der frei gewordene Raum wird sofort von kleinen Bäumen ausgefüllt.

 

Die forstliche Umweltbildung arbeitet nach den Grundsätzen der UNO-Weltdekade: „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE). Bildung für Nachhaltige Entwicklung bedeutet, ein breitgefächertes Wissen zu vermitteln sowie Gestaltungskompetenz. Alle Bereiche der Nachhaltigkeit, das Soziale, die Ökonomie und die Ökologie, werden angesprochen. Bei der praktischen Arbeit in der Gruppe werden die sozialen Kompetenzen der Teilnehmer geschult.

Die drei Bereiche der Nachhaltigkeit

 

Grafik: Die drei Bereiche der Nachhaltigkeit: Ökonomie, Soziales und Ökologie. Alle drei Bereiche greifen ineinander und veranschaulichen so die Zusammengehörigkeit, die gegenseitige Beeinflussung und Abhängigkeit.
Die drei Bereiche der Nachhaltigkeit:

Wie die Grafik zeigt, kommt es im Zentrum zu Überschneidungen. Daran sind die sich zwangsläufig ergebenden Zielkonflikte erkennbar. Die Schwierigkeit besteht darin, ein Gleichgewicht zwischen allen Bereichen herzustellen. Die Forstexperten sind aufgerufen, den Wald ordnungsgemäß zu bewirtschaften mit dem Hintergrund, dass genügend Einnahmen erzielt werden müssen, der Wald gesund und artenreich bleibt und es ausreichend Wanderwege gibt. Es erfordert viel Geschick, all diese Ansprüche auf einer Fläche zu erfüllen.