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ANDROMEDA-Projekt - Abschlusskolloquium

 

ANDROMEDA®
Unbemannte Drohnen-Flugzeuge helfen bei der Wald- und Flurkartierung
 
In der Forstwirtschaft werden seit Jahrzehnten Luftbilder für Waldinventuren, Kartierung der Schäden nach Katastrophen und für weitere Aufgabenbereiche eingesetzt. Für die Erfassung der Bilder werden dabei bis heute fast ausschließlich bemannte Flugzeuge eingesetzt. Unbemannte, selbstständig fliegende Kleinstflugzeuge (sogenannte Drohnen) bieten für viele spezielle Anwendungsbereiche einige Vorteile gegenüber teueren bemannten Maschinen. Der Einsatz einer Drohne für die Erfassung von Bilddaten ermöglicht eine flexible und kurzfristige Einsatzplanung und damit eine schnelle Bereitstellung der Bildprodukte. Durch die niedrige Flughöhe sind auch bei Wolkenbedeckung Befliegungen möglich. Die leisen und sparsamen Elektromotoren schonen die Umwelt und verhindern bei niedrigen Flughöhen die Lärmstörung von Menschen und Tieren.
Tages-aktuelle Bilder in höchster Auflösung und Detailschärfe sind Ergebnis solcher Aufnahmen.
Auf Grund der niedrigen Flughöhe wird eine sehr hohe Anzahl von Bildern benötigt, die ein Gebiet abdecken. Diese hohe Anzahl von Bildern bedeutet aber auch, dass die Datenmengen der Bilddaten sehr hoch sind. Deshalb schließen sich klassische Methoden der Bildverarbeitung und Bildauswertung aus, da hier der visuelle und händische Aufwand sehr hoch wäre.
Im ANDROMEDA-Verbundforschungsprojekt wurde daher eine komplexe Prozesskette entwickelt, die sich von der Erfassung der Luftbilder mit Hilfe der Drohne über die automatisierte Bildaufbereitung bis zur automatisierten Auswertung der Bilddaten für die Erfassung von raumbezogenen Informationen erstreckt.
Die Bilddaten werden von einem intelligenten, unbemannten Kleinstflugzeug (Drohne) erfasst, das eine vorher bestimmte Flugbahn selbstständig höchst genau befliegt. Mit der neu entwickelten Technologie werden aus den aufgezeichneten Bilddaten automatisiert Standardprodukte wie hochgenaue Luftbildkarten, automatisch erkannte und kartierte Objekte (Häuser, Bäume, …) und sogar Objektstatistiken (z.B. Baumkataster oder Anzahl der für Solarenergie geeigneter Dächer in der Ortschaft) erstellt. Speziell auf Anforderungen von Nutzern können konkrete Dienstleistungen und Geoinformationsprodukte geliefert werden, die auf weitgehend automatisierten Klassifikationsverfahren beruhen und die gesuchten Objekte abgrenzen und sichtbar machen.
Neben den Forschungseinrichtungen Friedrich-Schiller-Universität Jena, Technische Universität Braunschweig und Thüringer Landesanstalt für Wald, Jagd und Fischerei aus Gotha sind vier mittelständische Unternehmen an der Projektentwicklung beteiligt. Finanzierung des Projektes erfolgte anteilig durch die beteiligten Firmen unterstützt durch Fördermittel des Programms „Förderung von innovativen Netzwerken (InnoNET) des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWI).
 
Die neue Technik kann in vielen Bereichen Einsatz finden, wo aktuelle Bilder, Karten und Daten benötigt werden, so in der Forst- und Landwirtschaft, Archäologie, Landschaftsplanung, Bergbau und bei Erkennung von Schäden und Gefahren.
Die Forschungsarbeiten sind abgeschlossen. Am 28. Januar 2010 fand im Rahmen eines Abschlusskolloquiums die Präsentation der Ergebnisse des Projektes statt.
Die am Projekt beteiligte Thüringer Firma GDS GmbH aus Jena und die Geodatik GmbH aus Erfurt wollen zukünftig die neue Technologie als Dienstleistung auf dem Markt anbieten.

 

Start der Drohne; Foto S.Gentzin
Start der Drohne; Foto S.Gentzin
Beispiel eines Drohnen-Luftbildes; Foto: ANDROMEDA-Projekt
Beispiel eines Drohnen-Luftbildes; Foto: ANDROMEDA-Projekt