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Auerwildprojekt - Kurzinformation
Balzender Auerhahn im Bereich des Forstamtes Gehren, (Foto: K. Kupfer)
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Auerwild in Thüringen - Ein Artenschutzprojekt von ThüringenForst
Das Auerwild steht in Thüringen auf der Roten Liste als vom Aussterben bedroht. Neben einigen Naturschutzgebieten existieren in Thüringen auch fünf Europäische Vogelschutzgebiete mit dem Schutzinhalt „Auerhuhn“. Gemäß dem Leitsatz: „Global denken, lokal handeln.“ trägt der Freistaat Thüringen internationale Verantwortung für die Erhaltung des seltenen Auerwildes.
Optimaler Auerwildlebensraum im Thüringer Forstamt Paulinzella (Foto: K. Kupfer)
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Die Thüringer Forstverwaltung engagiert sich seit vielen Jahren für den Erhalt des Charaktervogels alter, lichter Nadelwälder in den Wäldern des Freistaates.
In den Thüringer Hauptvorkommensgebieten: Thüringer Schiefergebirge, Paulinzellaer Buntsandsteinwaldland und Saale-Sandsteingebiet werden die Kernlebensräume des Auerwildes speziell bewirtschaftet. Im Rahmen der forstlichen Bewirtschaftung nimmt man auf die Ansprüche der Auerhühner Rücksicht. So werden beispielsweise lichtere Waldstrukturen hergestellt, die Vorkommen der Heidelbeere gefördert und alte, starkastige Kiefern und Lärchen erhalten. Weiterhin werden Schutzzäune gegen Wildverbiss aus Holzlatten (Hordengatter) gebaut, um eine Verletzung der kompakten Waldvögel an den normalerweise aus Drahtgeflecht bestehenden Zäunen weitgehend auszuschließen.
Aufgebaumte, wilde Auerhenne im Bereich des Thüringer Forstamtes Gehren (Foto: M. Wennrich)
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Da das Auerwild sowie dessen Gelege durch Füchse, Marder und Wildschweine sehr stark gefährdet sind, werden diese Prädatoren in den Auerwildgebieten intensiv bejagt.
Neben dem Schutz der Lebensräume und der Reduktion der Prädatoren spielt die Bestandesstützung eine wichtige Rolle im Schutzkonzept. Aus diesem Grund betreibt ThüringenForst als einzige Forstverwaltung in Deutschland eine Auerwildaufzuchtstation. Diese befindet sich im Bereich des Thüringer Forstamtes Paulinzella. In Langenschade bei Rudolstadt erfolgt die Aufzucht der Vogelbrut sehr naturnah. Die Tiere werden täglich mit natürlichem Futter aus den umliegenden Wäldern versorgt. Auf den Einsatz von Medikamenten wird grundsätzlich verzichtet. Der Kontakt zu Menschen, mit Ausnahme des Stationsbetreuers, wird weitgehend vermieden. Somit werden die Vögel bestmöglich für das spätere Leben in Freiheit vorbereitet. Seit der Inbetriebnahme der Auerwild- Aufzuchtstation im Jahr 1989 konnten die Aufzuchtbedingungen und die Qualität der Tiere ständig verbessert werden. Insgesamt wurden bisher knapp 300 junge Auerhühner aus der Thüringer Aufzuchtstation in geeignete Waldgebiete Thüringens ausgewildert.
Seit dem Juli 2011 wird die Auerwild- Aufzuchtstation in Langenschade neu aufgebaut. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e. V., Landesgruppe Thüringen, ermöglichte den Neubau durch die Bereitstellung finanzieller Mittel. Mit der Koordination des Projektes wurde Herr Forstassessor Sebastian Hey beauftragt.
Durch die Schutzbemühungen von ThüringenForst konnte das Auerwild in Thüringen vor dem Aussterben bewahrt werden. Die Forstwirtschaft leistet durch die Erhaltung und Wiederherstellung geeigneter Lebensraumstrukturen in den Kerngebieten und die Maßnahmen der Bestandesstützung einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Sicherung der Arten- und Biotopvielfalt in Thüringen.
Fragen rund um das Auerwild in Thüringen können Sie direkt an Sebastian Hey stellen.