
Springen Sie direkt zu einem der folgenden Seitenbereiche:
Bildergalerie zur Geschichte des Hauses I in der Zeit von 1872 bis 1952
Die Ausbildung von Steuerbeamten hat in Thüringen eine lange, durch den Krieg und die Nachkriegsentwicklung zwar mehrfach unterbrochene, ab 1991 aber wiederbelebte Tradition. Es begann mit der in der vom damaligen Staatssekretär im Reichsfinanzministerium, Fritz Reinhardt (1895-1969), im Gebäude des ehemaligen Ilmenauer Technikums errichteten und am 4. Mai 1936 eröffneten Reichsfinanzschule
![]() |
Anfang 1943 musste die Ausbildung aufgrund der fortschreitenden Kriegsereignisse zwar eingestellt werden. Doch bereits am 1. Mai 1946 kam es am bisherigen Standort mit Zustimmung der Sowjetischen Militäradministration und unter den erschwerten Bedingungen der unmittelbaren Nachkriegszeit zur Wiederaufnahme des Lehrbetriebs in der - so der neue Name - Schule der Deutschen Finanzverwaltung in der sowjetischen Zone.
Am 10. September 1952 wurde diese Bildungsstätte nach Gotha verlagert und als zentrale Fachschule für Finanzwirtschaft (später: ... für Finanzen) der DDR fortgeführt. Parallel zu den veränderten gesellschaftlichen Verhältnissen wurden jedoch die Ausbildungsschwerpunkte anders definiert. Das Fach Steuern und Abgaben verlor daraufhin immer mehr an Bedeutung.
Das änderte sich zwangsläufig im Vorfeld der deutschen Wiedervereinigung mit dem Inkrafttreten der Wirtschafts- und Währungsunion zum 1. Juli 1990. Noch im August 1990 beschloss die DDR-Regierung, dass die Fachschule für Finanzen in Gotha für das gesamte Beitrittsgebiet (ohne Ost-Berlin) zu einer Fachhochschule für Finanzen und zu einer Landesfinanzschule für Thüringen umgewandelt werden soll. Dementsprechend begannen im Oktober 1990 die ersten Lehrgänge für die Ausbildung zum künftigen gehobenen und mittleren Dienst. Zunächst mangels beamtenrechtlicher Vorschriften auf der Basis von Lehrverträgen.
Im Frühjahr 1991 zogen jedoch die neu errichteten Bundesländer Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt ihre "Lehrlinge" aus Gotha zurück und setzten deren Ausbildung in eigener Regie oder mit Hilfe ihrer Betreuungsländer fort.
Die Fachschule für Finanzen wurde daraufhin im Juni 1991 als BZ Gotha fortgeführt. Es wurde mit Inkrafttreten des Thüringer Verwaltungsfachhochschulgesetzes im April 1994, in die
Thüringer Fachhochschule für öffentliche Verwaltung mit Sitz in Weimar einbezogen, soweit ihm "die Ausbildung des gehobenen Dienstes obliegt".
(vgl. § 14 Abs. 4 ThürVFHG)
Größe: 41680 Bytes
Unabhängig von dieser aber nur hochschulrechtlich wirksamen Einbeziehung des Fachbereichs Steuern blieb das BZ Gotha aber als Organisationsverbund für alle bisherigen Lehrbereiche erhalten.
Mit der 1998 vollzogenen Sitzverlegung der Verwaltungsfachhochschule und eines weiteren Fachbereichs - des Fachbereichs Kommunalverwaltung und staatliche allgemeine Verwaltung - von Weimar nach Gotha übernahm das BZ Gotha schließlich die zentralen Verwaltungsaufgaben und auch die haushaltsrechtliche Zuständigkeit für alle in Gotha ansässigen Fachhochschuleinrichtungen, die seine Infrastruktur nutzen.
Das folgende Schaubild fasst diese historische Entwicklung zusammen:
|