Freistaat Thüringen Freistaat Thüringen - Beauftragter für Menschen mit Behinderungen

Inhalt

Werkstätten-Tag 2004

Grußwort

des Thüringer Ministeriums für Soziales, Familie und Gesundheit, Beauftragter für Menschen mit Behinderungen, Herr Dr. Paul Brockhausen anlässlich des Werkstätten: Tags 2004

10. Bundeskongress der Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen 15. bis 17. September 2004

am Freitag, 17. September 2004, 9:00 Uhr Messehalle Erfurt

Sperrfrist: Beginn der Rede!

Es gilt das gesprochene Wort!


Sehr geehrter Herr Bundesvorsitzender Mosen,
sehr geehrter Herr Bundesgeschäftsführer Scheibner,
sehr geehrter Herr Abgeordneter des Europäischen Parlaments, Dr. Koch,
sehr verehrte Frau Abgeordnete des Thüringer Landtags Groß,
liebe Gäste, die Sie den weiten Weg aus dem europäischen Ausland auf sich genommen haben,
liebe Werkstatträte, die Sie mich gestern so nett aufgenommen und mit mir diskutiert haben,
sehr geehrte Damen und Herren,


als neu berufener Beauftragter der Thüringer Landesregierung für Menschen mit Behinderungen begrüße ich Sie ganz herzlich zum dritten Tag Ihres Bundeskongresses.

Auch ich freue mich, dass Sie dieses schöne Bundesland Thüringen und seine Hauptstadt für Ihren Kongress gewählt haben.
Erfurt ist sehr stark durch seine Geschichte geprägt.
Sie haben die Stadt durchstreift! Sie pflichten mir sicher bei: Erfurt ist ein Kleinod unter den Städten in Deutschland! Dieses Kleinod konnte durch enorme Anstrengungen seit der Wende in seiner Substanz und Schönheit gerettet werden.

Deshalb: Immer mehr Besucher aus dem In- und Ausland schließen Erfurt und auch Thüringen in ihr Herz … und Sie ganz sicher auch!
Sie tagen in einem Land, das sich den sozialpolitischen Herausforderungen stellt. Sie haben in diesen Tagen schon mehrfach gehört, was seit der Wende von allen Verantwortlichen geleistet worden ist. Der Nachholebedarf, der bis 1989 entstanden war, konnte Schritt für Schritt beseitigt werden.
Die knapp 2,4 Mio. Thüringerinnen und Thüringer haben seit 1991 167 Mio. € investiert. 30 Werkstätten sind entstanden, 7.500 Beschäftigte haben einen Arbeitsplatz gefunden.
Das entspricht einer Ausnutzung von 107 %.

Jedes Prozent Überbelegung in Thüringen hat aber auch eine hoffungsvolle Perspektive: Rückläufige Geburtenzahlen würden sonst die Anzahl der Werkstattplätze infrage stellen!
Dazu einige Zahlen: Bei der Neugründung Thüringens 1990 hatte der Freistaat 2,8 Mio. Einwohner. Heute sind es noch knapp 2,3 Mio. und in 15 Jahren werden es nach Expertenschätzung rund 1,6 Mio. Einwohner sein. Dies wird unweigerlich auch Folgen für die Zukunft der Werkstätten haben. Das ist eine harte Wahrheit, aber es ist die Wahrheit.
In Thüringen gilt weiterhin uneingeschränkt der Satz: Die Unterstützung und Förderung von Menschen mit Behinderungen ist ein Schwerpunkt der Arbeit der Landesregierung!

Sie sehen das z. B. wenn die Landesregierung Ihre Arbeit hier und heute nach Kräften unterstützt. Sie trägt – trotz dramatischer Haushaltslage – einen wesentlichen Anteil zur Finanzierung dieser Veranstaltung bei.
Die Unterstützung und Förderung von Menschen mit Behinderungen wird aber auch sichtbar werden, wenn die Landesregierung in der nächsten Zeit das Gleichstellungsgesetz auf den Weg bringt.

Es war lange gefordert, zugegeben. Aber nachdem jetzt eine Reihe von Bundesländern uns mit diesem Gesetz vorausgegangen sind, können wir deren Erfahrungen nutzen und Fehler vermeiden, wenn wir unser Gesetz auf den Weg bringen. Ich selbst bin der erste konkrete Vorläufer des Gleichstellungsgesetzes: Letztlich findet meine Arbeit ihre Basis in diesem Gesetz.

Wie Sie alle wissen, befinden wir uns in der Situation, mit rigiden Einschränkungen fertig werden zu müssen.
Alle Verantwortlichen, ohne Ausnahme, müssen mit den zurück gehenden Steuereinnahmen und mit der lang anhaltenden, viel zu hohen Arbeitslosigkeit fertig werden!
Für mich als Beauftragten der Landesregierung heißt das, einen sehr klaren Blick für das Notwendige auf der einen Seite und einen ebenso klaren Blick
für das weniger Wichtige, zuweilen auch für das Überflüssige, auf der anderen Seite zu entwickeln. Das Machbare ist mein Maßstab.
Wir bewegen uns im Bereich der Menschen mit Behinderungen.
Gerade diese Menschen sind äußerst sensibel für den Bestand des sicheren Hauses, in dem sie sich bewegen. Gerade sie wollen und brauchen das schützende Dach des Staates.

Ihnen liegt deshalb am Erhalt des Staates; ihnen liegt deshalb am Schutz des Bestandes: Sie wollen, dass das Notwendige auch machbar bleibt; sie wollen somit ihre Sicherheit dauerhaft gewahrt wissen.
Auf dieser sicheren Grundlage werden die Menschen mit Behinderungen auch hinter Ihrem Motto stehen und sich für eine „Zukunft für alle“ einsetzen!
Dem 10. Bundeskongress der Werkstätten wünsche ich weiterhin einen guten Verlauf und bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit.