Freistaat Thüringen Freistaat Thüringen - Ausländerbeauftragte der Thüringer Landesregierung

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Pressemitteilung

Armenier in Deutschland

Ausländerbeauftragter nimmt am Gedenktag für die Opfer des Genozids von 1915 teil

Alljährlich am 24. April gedenkt die armenische Bevölkerung ihrer toten Vorfahren, die im Jahre 1915 bei den durch die jüngtürkische Militärregierung angeordneten Vertreibungen aus ihren Siedlungsgebieten und den organisierten Massenmorden umgekommen sind.

Die Zentrale Gedenkveranstaltung für Deutschland richtet der Zentralrat der Armenier am Sonnabend in die Frankfurter Paulskirche aus. Mit der Erinnerung an die Ereignisse von 1915 verbindet der Zentralrat der Armenier seit Jahren die Forderung, die damaligen Gräuel, in die auch das Deutsche Reich verwickelt war, als Völkermord anzuerkennen.

Der Ausländerbeauftragte beim Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit, Eckehard Peters, nimmt an der Feierstunde am Sonnabend um 19 Uhr in der Frankfurter Paulskirche teil.

Im Vorfeld der Veranstaltung verwies Peters auf den erst jüngst von der ARD und Phoenix ausgestrahlten Dokumentarfilm „Arghet“ (deutsch: Katastrophe), der die erschütternden Ereignisse von 1915 anschaulich in Erinnerung gerufen habe. Gleichwohl sei nach seinem Eindruck die Rezeption der bisher vorliegenden historischen Erkenntnisse über diesen ersten Genozid des zwanzigsten Jahrhunderts bei der einheimischen Bevölkerung noch kaum vollzogen. Ferner gehöre es noch immer zur türkischen Staatsräson, den Volkermord an den Armeniern zu leugnen.

In diesem Zusammenhang äußerte der Ausländerbeauftragte, er unterstütze das Anliegen vieler Armenier, Kenntnisse zu verbreiten über die Situation dieses leidgeprüften Volkes und die Geschichte seiner Beziehung zu Deutschland, wozu auch das kollektive Trauma des Genozids gehöre. Peters wies ferner auf die von seinem Amt herausgegebene Broschüre „Armenier in Deutschland“ hin. Darin schildert der aus Jerewan stammende jetzige Vorsitzende des Zentralrats der Armenier, Azat Ordukhanyan, u. a. die Migrationsgeschichte der Armenier und ihre Integration in Deutschland.
Die Broschüre kann beim Thüringer Ausländerbeauftragten bestellt werden. Sie wird kostenlos abgegeben.

In Thüringen leben gegenwärtig ca. 300 Staatsangehörige der Republik Armenien. Die Mehrzahl der in der Bundesrepublik lebenden Armenier ist jedoch nicht aus der Republik Armenien eingewandert, sondern aus einer Reihe anderer Länder wie Türkei, Aserbaidschan, Iran und Syrien. Sie werden in den Statistiken als Staatsangehörige dieser Länder geführt.

Armenische Vereinigungen und Gemeinden der Armenischen Kirche in Deutschland sind vor allem in den alten Ländern der Bundesrepublik tätig.

Die Mehrzahl der Armenier lebt gegenwärtig außerhalb ihrer angestammten Siedlungsgebiete. Die weltweit verbreitete armenische Diaspora ist zahlenmäßig größer als die Bevölkerung der heutigen Republik Armenien.