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Pressemitteilung
Islamische Frühgeschichte und neuere Forschungen
Eine Vortrags- und Diskussionsveranstaltung mit Prof. Dr. Karl-Heinz Ohlig
Die überlieferte Mohammed-Gestalt des 6./7. Jahrhunderts sei nicht historisch, der Koran sei in einem mehr als hundert Jahre dauernden Prozess aus unterschiedlichen Quellen kompiliert worden, die Ursprünge des Islams lägen nicht auf der arabischen Halbinsel, sondern eher im Gebiet von Palästina, Irak und Iran, Teile des Korans seien ursprünglich auf Aramäisch verfasst und erst später ins Arabische übertragen worden, auf persische Einflüsse hätten Forscher bereits um 1900 hingewiesen, eine eigenständige Religion „Islam“ sei erst seit dem achten Jahrhundert nachweisbar, der Islam verdanke seine Entstehung nicht den Offenbarungen eines Propheten, sondern einem längeren theologisch-politischen Entfremdungsprozess zwischen orientalischen Christen und dem hellenistischen Christentum des Byzantinischen Reiches – kurzum, die islamische Frühgeschichte müsse neu geschrieben werden. Mit Thesen dieser Art setzt sich seit Jahren eine Forschergruppe um den Saarbrücker Theologen und Religionswissenschaftler Prof. Dr. Karl-Heinz Ohlig auseinander.
Im Vorblick auf das Europäische Jahr des Interkulturellen Dialogs 2008 findet am 1. Dezember 2007 in Erfurt, Hotel Radisson, eine Vortrags- und Diskussionsveranstaltung mit Prof. Ohlig zur islamischen Frühgeschichte statt. Veranstalter ist der Thüringer Ausländerbeauftragte Eckehard Peters.
Die Auseinandersetzung mit Ergebnissen der Geschichtsforschung, mögen sie teilweise noch hypothetisch sein, ist nach Auffassung des Ausländerbeauftragten eine Voraussetzung für einen produktiven interkulturellen Dialog und ein möglicher Weg, um Fremdheitsgefühle abzubauen, die bedauerlicherweise noch immer zwischen der einheimischen Mehrheit und islamisch geprägten Minderheiten bestehen. Der Islam könne die Zuschreibung, ein kultureller Fremdkörper in Europa zu sein, umso effizienter zurückweisen, je deutlicher er sich als anschlussfähig erweist an die moderne Geschichts-, Sprach- und Religionswissenschaft, äußert Peters im Einladungsschreiben.
Bis zum 27. November 2007 sind noch Teilnahmemeldungen für die Veranstaltung möglich. Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldungen werden in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt.
Hinweis: Berichterstatter sind willkommen, werden aber ebenfalls um eine Anmeldung gebeten.
Telefon: 0361 / 3798 750, Fax: 0361 / 3798 825